Kündigung , was kann ich machen?

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5 Antworten

was kann ich machen?

Deine einzige Handlungsmöglichkeit ist die Klage (auf Feststellung, dass durch die Kündigung das Arbeitsverhältnis nicht beendet wurde) vor dem Arbeitsgericht innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung bei Dir, wenn ...

..., wenn der Arbeitgeber nicht rechtzeitig (so rechtzeitig, dass Du eventuell noch zeit für eine Klage hast) die Kündigung schriftlich zurück nimmt, wenn Du ihm mit Klage drohst.

Bei einer unberechtigten fristlosen Kündigung musst Du auch klagen, da Du ansonsten bei Eintreten von Arbeitslosigkeit eine 3-moantige Sperre beim Arbeitslosengeld 1 erhältst, da Du Deine Arbeitslosigkeit sonst schuldhaft selbst herbeigeführt hast.

Eine Klage gegen eine unberechtigte fristlose Kündigung ist immer möglich, auch dann, wenn es sich beim Arbeitgeber um einen Kleinbetrieb handelt (nicht mehr als 10 - grob umgerechnet - dauerhaft beschäftigte Vollzeitarbeitnehmer).

Gleichzeitig musst oder kannst Du auch gegen die ersatzweise ausgesprochene ordentliche Kündigung klagen, die dann anstelle der fristlosen Kündigung wirksam wird, wenn die fristlose vom Gericht abgewiesen werden sollte; diese Klage macht aber nur dann Sinn, wenn es sich eben nicht um den erwähnten Kleinbetrieb handelt, bei dem es keinen Kündigungsschutz gibt.

Für eine Klage brauchst Du übrigens keinen Anwalt, wenn Du dir das selbst zutraust (den musst Du ohnehin - unabhängig vom Ausgang des Verfahrens - immer selbst bezahlen, wenn Du keine passende Rechtsschutzversicherung hast, kein Gewerkschaftsmitglied bist oder wegen "zu hohen" Einkommens keinen Anspruch auf einen Beratungshilfeschein hast).

Die Rechtsantragstelle nimmt die Klage entgegen; dort kann sie auch zur Niederschrift aufgenommen werden, wobei man Dir kostenlos bei der Formulierung hilft.

Nebenbei:

Auch bei einer Kündigung wegen Betriebsschließung sind die Kündigungsfristen einzuhalten, selbst dann, wenn der Betrieb vor Ende dieser Fristen schließt.

Eine betriebsbegründete Kündigung kann NICHT fristlos erfolgen. Das wäre nur möglich, wenn der Kündigungsgrund in deiner Person läge.

Außerdem müsste diese Kündigung begründet werden. Sie ist also schon formal ungültig.

Du hast 3 Wochen Zeit, gegen diese Kündigung Klage einzureichen. Dafür brauchst du erst einmal KEINEN Anwalt.

Wenn du ihn trotzdem einsetzt, musst du ihn selbst bezahlen.

Das Verfahren im Arbeitsgericht ist in der ersten Instanz kostenlos.

Das wäre nur möglich, wenn der Kündigungsgrund in deiner Person läge.

Das ist falsch.

Auch eine personenbedingte Kündigung kann nicht fristlos ausgesprochen werden, allenfalls - wenn das vertragswidrige Verhalten schwerwiegend genug ist - eine verhaltensbedingte Kündigung.

Außerdem müsste diese Kündigung begründet werden. Sie ist also schon formal ungültig.

Auch das ist falsch.

Eine fristlose Kündigung muss der Arbeitgeber dem gekündigten Arbeitnehmer nur auf dessen Verlangen unverzüglich schriftlich mitteilen (BGB § 626 "Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund" Abs. 2 Satz 3).

Abgesehen von der Schriftformerfordernis wird keine Kündigung wegen inhaltlicher oder formaler Fehler "ungültig"; ohne Klage wird jede Kündigung wirksam, wie fehlerhaft sie inhaltlich oder sonst formal sein mag.

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Eine Kündigungsschutzklage ist immer sinnvoll, es sei denn, es handelt sich um einen sogenannten Kleinbetrieb. Was genau ein Kleinbetrieb ist, kannst du leicht ergooglen. In diesen Kleinbetrieben gilt kein Kündigungsschutz. Aber eine fristlose Kündigung kommt ja nicht einfach so vom Himmel gefallen, da fehlt vermutlich noch ein ganzer Strang der Geschichte. Erzähl uns ein bisschen mehr, vielleicht können wir dann helfen.

Der Zugang der Kündigung löst ganz wichtige Fristen aus. Spätestens drei Wochen nach Zugang der Kündigung sollte Kündigungsschutzklage eingereicht sein. Darüber hinaus gibt es Formalien der Kündigung die in einer noch kürzeren Zeit gerügt werden müssen. Ich würde dir empfehlen dich für eine Erstberatung (Kosten liegen dann bei maximal 190 €+ Mehrwertsteuer, wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast wird dies auch komplett übernommen) zu einem Anwalt zu begeben oder, solltest du Mitglied einer Gewerkschaft sein, dort Rechtsrat einholen. Letztendlich geht es um die Frage ob es überhaupt wirtschaftlich Sinn macht eine Klage einzureichen. Jedenfalls beachte bitte, dass du schnellstmöglich aktiv werden musst, damit nicht Fristen in den Sand gesetzt werden.

Danke an Alle !
Es handelt sich, leider, um einen sogenannten Kleinbetrieb.  Habe ich ein Anspruch auf Abfindung.....?

Abfindung ist immer das Produkt einer gütlichen Auseinandersetzung.

Wenn der Betrieb tatsächlich in finanziellen Schwierigkeiten ist, nützt es dir auch nichts, wenn du das "Recht" auf eine Abfindung hättest.

Was du beachten musst, ist dass du dich UMGEHEND "arbeitssuchend" melden musst. Unabhängig davon ob die Kündigung rechtmäßig ist.

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