Kündigung - Was passiert mit Resturlaub? Was darf der AG und was nicht?

4 Antworten

Zuerst muss die Frage geklärt werden: Wie viel Urlaubsanspruch hast Du noch? Bei einer 4-Tage-Woche 24 Urlaubstage bedeutet 6 Wochen Jahresurlaub.

Was steht denn zum Urlaubsanspruch im Arbeits- oder anwendbaren Tarifvertrag? Gibt es eine "Zwölftelregelung"? Wenn ja, musst Du 1/12 der 24 Tage abziehen, da Du im Dezember gar nicht mehr oder nur den halben Monat arbeitest. Ohne Zwölftelregelung hast Du den kompletten Urlaubsanspruch.

einen genehmigten Urlaubsantrag für Ende November/Anfang Dezember habe ich auch schon,

Den kann der AG nicht so einfach streichen. Da muss er nachweisen können, dass ohne Deine Anwesenheit dem Betrieb großer Schaden entsteht. Das geht nur in absoluten Notfällen.

Sollte er diesen Notfall beweisen können und Deinen Urlaub streichen dürfen (was ich nicht vermute), muss er Deine bisherigen und kommenden Auslagen für den "nicht angetretenen" Urlaub übernehmen. Auf den Kosten kann er Dich nicht sitzen lassen.

Den kompletten Urlaub und den Freizeitausgleich für Überstunden wirst Du wohl nicht nehmen können, aber wenigstens einen Teil.

Ich weiß nicht, ob es für den Arbeitgeber wirklich sinnvoller ist, dir den Urlaub auszuzahlen. Mal abgesehen davon arbeitet ein AN, der kurz vorm Austritt steht, meist auch nicht mehr so motiviert und vielleicht nur noch halbherzig, sodass ich es eher kenne, dass die AG gern den Urlaub nehmen lassen, oder eben sogar dazu verpflichten, dass du den Urlaub nimmst. Also ich kenne es eher als umgekehrten Fall.

dass der AG auch verlangen kann, dass ich bis zum Ende arbeiten muss, wenn es nötig ist für den Betrieb

So ist es. Unter Umständen mußt Du Deinen Nachfolger noch einarbeiten. Das wäre eine betriebliche Notwendigkeit und würde dem AG erlauben, Deinen Urlaubsantrag abzulehnen.

und er wird bis zum Schluss versuchen, alles zu seinem Vorteil zu nutzen

Genau wie Du also.

So schnell einen Nachfolger für mich zu finden wird nichts. Ich habe das ja schon mehrmals in dieser Firma mitbekommen, und die brauchen schon mal 1 Monat um die Stelle überhaupt auszuschreiben. Dann kommen die ganzen Bewerbungsgespräche etc., solange bin ich gar nicht mehr da.

Außerdem bin ich nicht für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zuständig. Das wurde mir schon öfters gesagt. Mal kurz was zeigen darf ich, aber einarbeiten will die Mitarbeiter dann doch meine Vorgesetzte. Ich darf immer nur die Aufgaben machen, die sonst keiner machen will....

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@Stephal84

Deswegen auch "unter Umständen" - die Umstände an Deinem Arbeitsplatz sind mir nicht bekannt. Es muß einem AG auch nicht zwingend zum Vorteil gereichen, wenn er den Urlaubsantrag ablehnt. Aber unterm Strich ist die ganze Bandbreite von Ablehnung bis zur bezahlten Freistellung möglich. Und sicher wird der Abeitgeber bei der Entscheidung seinen eigenen Vorteil nicht vernachlässigen.

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