Kündigung - Halben Monat nicht da (Anspruch auf halbes Gehalt)?

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3 Antworten

Um dir zu Deinen Fragen klar antworten zu können, fehlen einige Informationen:

> Handelt es sich um eine "normale" Ausbildung (Lehre) nach dem Berufsbildungsgesetz BBiG in Deutschland?

> Seit wann hat das Ausbildungsverhältnis bestanden?

> Wann und zu welchem Datum hast Du gekündigt?

> Hast Du gekündigt, weil Du die Ausbildung ganz abbrechen oder eine andere Berufsausbildung ergreifen willst, oder willst Du lediglich den Ausbildungsbetrieb wechseln?

> Wie hoch ist der vertraglich vereinbarte Urlaubsanspruch?

> Gibt es eine vertragliche Regelung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung bei Beendigung/Abbruch der Ausbildung vor dem Jahresende?

> Bist Du volljährig?

> Was heißt "Projekt fertig programmieren", wenn es um eine Ausbildung geht?

Ohne Beantwortung dieser Punkte kann man - da das entsprechende Hintergrundwissen fehlt - zu Deinen Fragen (Urlaubsanspruch und Entlohnungsanspruch Deinerseits, Anspruch auf Mindestlohn, möglicher Schadenersatzanspruch des Betriebs) nur spekulieren!

petschkoo 02.07.2016, 13:46

> Handelt es sich um eine "normale" Ausbildung (Lehre) nach dem Berufsbildungsgesetz BBiG in Deutschland?

Ja es handelt sich um eine "normale" Ausbildung.

> Seit wann hat das Ausbildungsverhältnis bestanden?

Seit (fast) einem Jahr

> Wann und zu welchem Datum hast Du gekündigt?

Am 13.6. zum 15.7.

> Hast Du gekündigt, weil Du die Ausbildung ganz abbrechen oder eine andere Berufsausbildung ergreifen willst, oder willst Du lediglich den Ausbildungsbetrieb wechseln?

Ich möchte die Ausbildung ganz abbrechen (Berufsaufgabe)

> Wie hoch ist der vertraglich vereinbarte Urlaubsanspruch?

25 Tage im Jahr

> Gibt es eine vertragliche Regelung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung bei Beendigung/Abbruch der Ausbildung vor dem Jahresende?

Das weiß ich nicht, sowas steht nicht im Vertrag

> Bist Du volljährig?

Ja

> Was heißt "Projekt fertig programmieren", wenn es um eine Ausbildung geht?

Ich habe alleine ein Projekt programmieren sollen (da ich der einzige Programmierer in der Firma bin), dies ist nun fast fertig. Die abgabe ist in ca einem halben Monat und meine frage ist ob ich das fertig programmieren muss und ob ich schadensersatz zahlen muss, wenn ichs nicht fertig prog, da ne menge geld dadurch reinkommen würde

Ich bin mein eigener Ausbilder gewesen, daher brech ich das ab. In der Firma fehlte es leider an IT-Kräften, sodass ich der einzige mit tieferen IT Wissen war. Dieses Wissen möchte ich nun nicht mehr (vor allem für den minimalen Lohn) zur Verfügung stellen.

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Familiengerd 02.07.2016, 18:08
@petschkoo

Okay!

Also:

Da die Probezeit verstrichen ist und Du die Ausbildung ganz aufgeben willst, war Deine ordentliche Kündigung mit Einhaltung der Frist von 4 Wochen erlaubt (dazu das Berufsbildungsgesetz BBiG § 22 "Kündigung" Abs. 2 Nr 2).

Einen Schadenersatz aus diesem Grund kann der Arbeitgeber nicht geltend machen (BBiG § 23 "Schadensersatz bei vorzeitiger Beendigung"). Er hat auch keinen Schadenersatzanspruch wegen der Kündigung in Zusammenhang mit dem "Projekt" - sofern überhaupt ein möglicher Schaden entstanden sein sollte und ursächlich nachweisbar wäre, da eine nach dem Gesetz erlaubt ordentliche Kündigung nicht mit einer solchen Begründung ausgeschlossen werden kann. Auch in Zusammenhang mit Deinem
eigenmächtigen Urlaubsantritt/unentschuldigten Fehlen ist er
auszuschließen: erstens dürfte grundsätzlich Deine Eigenschaft als Auszubildender einer entsprechenden Verantwortlichkeit Deinerseits entgegen stehen, zweitens deshalb, weil ein Schaden alleine durch das unentschuldigte Fehlen verursacht worden sein müsste und nicht auch entstanden wäre z.B. bei Erkrankung.


Einen Anspruch auf den Mindestlohn hast Du trotz Volljährigkeit nicht, da zu ihrer Ausbildung beschäftigte Personen vom Mindestlohngesetz ausdrücklich ausgeschlossen sind (Mindestlohngesetz MiLoG § 22 "Persönlicher Anwendungsbereich" Abs. 3).

Was Deinen Urlaub betrifft, so hast Du (abzüglich bereits genommener Tage) Anspruch auf den gesamten vereinbarten Jahresurlaub, da das Arbeitsverhältnis/Ausbildungsverhältnis bereits seit mehr als 6 Monaten besteht und in der zweiten Jahreshälfte endet (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 [durch Ausschluss]). Eine anteilige Berechnung entsprechend der Dauer Deiner Beschäftigungsdauer in diesem Jahr ist nur erlaubt, wenn das arbeits- oder tarifvertraglich so vereinbart oder im Vertrag eine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch getroffen wurde; aber auch bei einer anteiligen Berechnung bleibt der gesetzlichen Mindestanspruch von 24 Werktagen (bei einer 6-Tage-Woche) oder 20 Arbeitstagen (bei einer 5-Tage-Woche) usw. erhalten und darf nicht verkürzt werden!   Was bei Anrechnung Deines Urlaubsanspruchs auf Fehlzeiten aufgrund Deines eigenmächtigen Fernbleibens übrig bleibt - also nicht mehr genommen werden kann bis zum Ende des Ausbildungsverhältnisses -, muss vom Arbeitgeber abgegolten werden (BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4). Wenn Du den gesamten Urlaubsanspruch verbraucht hast (durch Nehmen und/oder durch Abgeltung), hast Du allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber in diesem Jahr, es sei denn, der Urlaubsanspruch bei ihm wäre höher als jetzt.

Wenn Du also noch Ansprüche gegen Deinen Arbeitgeber hast (nach Abzug der gegen zu rechnenden Ansprüche des Arbeitgebers wegen des unentschuldigten Fehlens) - also z.B. das Entgelt für den halben Monat oder Urlaubsabgeltung für Urlaubstage, die Dir noch zustehen sollten -, solltest Du Deinen Arbeitgeber schriftlich (Einwurfeinschreiben) mit angemessener Fristsetzung zur Zahlung auffordern und für den Fall der Nichtbeachtung oder Weigerung mit arbeitsrechtlichen Schritten drohen (meist hilft das schon).

Für die Geltendmachung Deiner Ansprüche hast Du definierte Zeit:
Entweder sind vertraglich vereinbarte Ausschlussfristen zu beachten (arbeitsvertraglich mindestens 3 Monate, tarifvertraglich mindestens 1 Monat), nach deren Verstreichen die Ansprüche verwirkt sind, oder es gilt - wenn es solche Ausschlussfristen nicht gibt - die gesetzliche Verjährungsfrist von 3 Jahren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist"; dann hättest Du Zeit bis zum 31.12.2019 für Ansprüche aus 2016.

Ich hoffe - trotz des umfangreichen Textes -, dass Dir das etwas weiter hilft!

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Du hast einen Vertrag geschlossen. Dazu gehört, daß du deinen Teil zu erfüllen hast, also auch zu erscheinen hast. Das hast du gebrochen. Das ist rechtlich auch nichts, was du nacholen kannst oder ähnliches. Du hast deinen Vertragsteil nicht erfüllt. Und daher macht das der Betrieb nun auch nicht. Und in einen Azubi wird ja anfangs mehr investiert, bevor man eine Nutzen aus ihm zieht. Und den Nutzen hat man auch nur, wenn man sich darauf verlassen kann, daß er auch zuverlässig seinen Aufgaben nachkommt. Daher finde ich es jetzt von deiner Seite her schon unverschämt, überhaupt noch zu hinterfragen, ob dir ein Entgelt zusteht, nur weil du sporadisch doch ab und zu da warst.

petschkoo 01.07.2016, 23:46

Was wird den investiert, wenn man nichts beigebracht bekommt und die ganze zeit die it sachen alle machen muss ohne leute die halbwegs plan davon haben? investieren muss man ja nicht mal beim gehalt, da der nicht mal mindestlohn ist. die zeit die ich da war hab ich was gemacht, weswegen sollte ich dafür kein entgeld bekommen? weswegen sollte ich noch dort erscheinen (worum man mich gebeten hatte, wenn man mir nicht mal die hälfte gibt? soll ich da noch mal nen halben monat gratis arbeiten)

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DerTroll 01.07.2016, 23:51
@petschkoo

du hast zwar was gemacht, aber wenn man kalkuliert, daß ein Azubi vorhanden ist, der mitarbeitet, entscheidet man sich ja dafür, eine andere Stelle einzusparen. Dann muß man sich aber auch darauf verlassen können, daß du auftauchst. Ein Betrieb ist ja nicht verpflichtet, auszubilden. Und klar investieren die in dich. Dir muß doch am Anfang alles erklärt werden. Jemand muß dich beaufsichtigen usw. Das ist Zeit, in der andere nicht soviel Arbeitsleitung erbringen können, wie sonst.

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petschkoo 02.07.2016, 02:30
@DerTroll

Erklärt werden? Ich wurde da als fertige kraft genutzt nix wurde erklärt, ich wurde ausgebeutet und ich hab ab nen gewissen grad keinen nerv mehr ausgebeutet zu werden und nun möchte ich meinen halben hungerlohn wenigstens =/ Zudem will man, dass ich die restlichen 2 wochen da antanze, was stellen die sich den vor?

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DerTroll 02.07.2016, 08:12
@petschkoo

Also, daß man dir was zeigt und dich einarbeitet, ist etwas, das du hättest einfordern können. Hast du aber nicht gemacht. Die können natürlich auch einfordern, daß du noch kommst. Dann müssen die dir aber auch das vereinbarte Entgelt zahlen. Es kann aber sein, daß die es mit dem Schaden verrechnen, den du durch dein Nichterscheinen angerichtet hast.

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Familiengerd 02.07.2016, 12:26

@ DerTroll:

Du hast deinen Vertragsteil nicht erfüllt. Und daher macht das der Betrieb nun auch nicht.

Das ist eine völlig irrige (Rechts-)Auffassung!

Die Vertragsbrüchigkeit einer Partei erlaubt der anderen Partei nicht, selbst auch vertragsbrüchig zu werden!

Sie darf lediglich die entsprechenden logischen Konsequenzen daraus ziehen: in diesem Fall keine Bezahlung für die Zeit des Nichterscheinens!

Daher finde ich es jetzt von deiner Seite her schon unverschämt,
überhaupt noch zu hinterfragen, ob dir ein Entgelt zusteht, nur weil du sporadisch doch ab und zu da warst.

Was für ein Unsinn!

Selbstverständlich hat der Fragesteller Anspruch auf Bezahlung für die Zeit, die er gearbeitet hat!!

aber wenn man kalkuliert, daß ein Azubi vorhanden ist, der mitarbeitet, entscheidet man sich ja dafür, eine andere Stelle einzusparen.

Auch das ist Unsinn!

Die Einstellung eines Auszubildenden ist kein Grund, "eine andere Stelle einzusparen"; und wenn das eine vollwertige Arbeitsstelle ist, die der Azubi dann ausfüllen soll, dann spricht das ganz eindeutig gegen den Ausbildungsbetrieb!

Also, daß man dir was zeigt und dich einarbeitet, ist etwas, das du hättest einfordern können.

Noch einmal Unsinn!

Das ist keine "Hol"-Schuld des Auszubildenden, sondern eine "Bring"-Schuld des Ausbildungsbetriebs!

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frag bei der ihk nach, sollten die für deinen beruf verantwortlich sein

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