Kündigen 22 Tage vor der schriftlichen Abschlussprüfung?

5 Antworten

Nach § 22 BBiG kannst Du nur aus "wichtigem Grund" gekündigt werden. Ein solcher wichtiger Grund wäre ein Grund, der so schwer ist, dass er bei einem normalen Arbeitgeber nicht nur für eine Kündigung, sondern sogar für eine fristlose Kündigung reichen muss. Also z.B. klauen, sexuelle Belästigung, Straftaten im Zusammenhang mit deiner Ausbildung, Arbeitszeitbetrug. Es können auch weniger starke Gründe in Frage kommen, wenn sie wirklich häufig auftreten. Z.B. beharrliche Arbeitsverweigerung, sehr sehr häufiges zu Spät kommen.

Zudem muss dein Arbeitgeber vor jeder Kündigung aus wichtigem Grund eine Verhältnismäßigkeitsprüfung vornehmen. Das bedeutet, sich die folgende Frage zu stellen: Ist die Fortsetzung der Ausbildung für den Ausbildungsbetrieb bis zum Ausbildungsende unzumutbar? Da hier die Zeit bis zum Ausbildungsende recht kurz ist, müsstest Du schon einen starkten Grund liefern, damit es für deinen Ausbilder unzumutbar ist, dich die letzten drei Wochen zu beschäftigen.

Also benimm dich einfach, dann klappt das schon. Solltest Du trotzdem gekündigt werden, hast Du - soweit man das sagen kann ohne die Gründe für deine Abmahnungen zu kennen - sehr gute Chancen, dich erfolgreich dagegen zu wehren. Wenn Du keine Kohle hast, geht Arbeitsgericht zur Not auch ohne Anwalt.

Ohne Ausbildungsvertrag wirst Du in der Regel nicht zur Abschlussprüfung zugelassen. Eine Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse ist in der Regel erforderlich. Wenn Du es genau wissen willst, schau in deinen Vertrag, wer "die zuständige Stelle nach dem Berufsbildungsgesetz ist". Die müssten den Vertrag auch mitgezeichnet haben. Ruf dort an und stell deine Frage!

Eine ordentliche Kündigung kann der Arbeitgeber dir gegenüber nicht aussprechen,wohl aber eine außerordentliche,dafür müssen aber sehr wichtige Gründe vorliegen.

Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist unwirksam,wenn die ihr zu Grunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind.

Wenn du dir also nichts zuschulden kommen lässt,kann er dir nichts.

Abgesehen davon solltest du dich vorsichtshalber mit der für deine Ausbildung zuständigen übergeordneten Stelle,das dürfte die IHK sein, in Verbindung setzen,und denen deine Bedenken schildern.Die entsprechende Anschrift findest du in deinem Ausbildungsvertrag.

Du müßtest Dir schon enorm was zu Schulden haben kommen lassen, daß Du fristlos gefeuert wirst. Wenn dem nicht so ist, kannst Du Deiner Prüfung hoffentlich auch mit der nötigen inneren Gelassenheit entgegen sehen, denn für fast alles gibt es Fristen.

Leg Dich in den nächsten 3 Wochen nochmal richtig ins Zeug und gib keinen Anlaß für eine fristlose Kündigung.

Wenn Du mit Deinem Ausbildungsbetrieb Probleme hast, dann kann Dir das nach den Prüfungen egal sein. Wichtig für Dich ist der Berufsabschluß, für den ich Dir alles Gute wünsche.

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