Kühlen schwitzende Fenster die Wohnung stärker aus?

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2 Antworten

Im beheizten Raum bei winterlichen Außentemperaturen liegt die Temperatur des Fensterglases zunächst natürlich deutlich unter der Raumlufttemperatur. Deshalb kondensiert am kalten Fensterglas schließlich Wasser aus der feuchten Raumluft. Und dort, wo sich das Kondenswasser niederschlägt, gibt es seine Kondensations-Wärme (ähnlich dem warmen Kondensator an der Rückseite des aktiven Kühlschrankes) an das Glas ab, dort ist ist das Glas also wärmer als an trockenen Stellen.

Dass sich das durchaus wärmere nasse Glas kälter anfühlt als das trockene Glas, liegt daran, dass das Wasser bei Benetzung menschlicher Finger erstens durch den intensiven Kontakt mit der Fingerhaut die Wärme des Fingers stärker ableitet und zweitens dem Finger noch Verdunstungswärme entzieht.

Zum Vergleich: Beim Baden wird das Seewasser auch dann als kälter empfunden als die Luft, wenn es deutlich wärmer ist. Wasser kann selbst bei 20°C noch schockieren, Luft dagegen nicht.

Nun zum zweiten Teil der Frage. Die Befeuchtung der Fensterscheiben selbst wirkt sich praktisch nicht auf den Wärmehaushalt der Wohnung aus. Es verhält sich umgekehrt: Durch die deutliche Wärmeabgabe am Fenster beschlägt sich dieses mit Kondenswasser. Dieser Wärmeverlust lässt sich reduzieren durch Lüften. Dabei trocknet die Luft schnell aus. Aber die trockene Luft kann auch bedrohlich für die Gesundheit werden, v.a. für die Atemwege. Etwa 50% relative Feuchte ist angenehm. Durch die Belüftung beheizter Luft kann die rel. Feuchte schnell unter 20% sinken, und das reizt die Nase.

Klar, wenn Du heizt, dann verdunstet das Wasser und entsteht Verdunstungskälte. Dort ist es kälter als an der trockenen Scheibe...

Den Effekt kannst Du im Sommer am Badesee ausnutzen... oder täglich am Kühlschrank erkennen....

Wobei ich mir die Frage stelle, wie Du das Schimmelproblem im Griff hast, wenn die Fenster beschlagen...

Hallo HarryHirsch4711

das verhält sich genau umgekehrt (Siehe oben): Wo eine Flüssigkeit kondensiert, dort gibt sie ihre Kondensationswärme ab. Das kannst Du täglich am Kühlschrank beobachten, hinten am warmen Kondensator. Und dass sich Wasser gewöhnlich kalt anfühlt, besonders auf der Haut, das kannst Du am Badesee beobachten.

Deine Erklärung ist zwar verkehrt, aber Deine Beobachtungsobjekte sind durchaus passend!

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@dompfeifer

@Dompfeifer

Also Du schreibtst, beim Kondensieren gibt es Kondensationswärme ab. Ich schreibe beim Verdunsten entsteht Kälte.

Also sind wir uns doch einig, aber ich verstehe den Kommentar nicht so ganz...

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