Kritik/Verbesserungsvorschläge zur Bewerbung unten?

7 Antworten

my few cents...

nachdem ich leider die mündliche Abiturprüfung nicht bestanden habe, habe ich beschlossen mich für ein zwölfmonatiges Praktikum im Kindergarten (Name des Kindergartens) zu bewerben, um die Fachhochschulreife zu erlangen. 

Du beginnst negativ und es klingt so, als ob das Praktikum im Kindergarten eher zweite Wahl ist. Die Formulierung mit „beschlossen“ klingt auch eher nach stümperhaftem Hintergrund.

Wie du auf den Kindergarten gekommen bist, warum du dich genau dort bewirbst, fehlt. Interesse wecken, nicht „Sie sind jetzt der saure Apfel, in den ich beiße“ ;-)

Da ich bereits durch zuvor durchgeführte Praktika, im Rahmen von Schulprojekten, im Kindergarten und in der Grundschule Erfahrung in der Arbeit mit Kindern sammeln durfte, bin ich davon überzeugt, dass ich den Anforderungen, die mich während dem Praktikum erwarten werden, gewachsen bin. Ich kann gut mit Menschen in Kontakt treten und bin sehr kommunikativ. Ebenso hat mir die Arbeit mit Kindern schon immer spaß gemacht und ich konnte zusätzlich Erfahrung sammeln, da ich zwei jüngere Geschwister (2 Jahre und 12 Jahre) habe. Aus diesem Grund besteht mein Zukunftswunsch darin, im sozialen oder sprachlichen Bereich beruflich tätig zu werden.

Nach Praktika (1. Zeile) kein Komma. „Spaß“ ist ein Nomen, schreibt man groß

Der Satz mit „Anforderungen gewachsen“ klingt so, als ob du schon genug weißt und an sich nichts mehr dazu lernen brauchst. Bessere Formulierung wäre gewesen, „Im Rahmen von ... konnte ich erste Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern sammeln. Gerne möchte ich diese bei Ihnen vertiefen und erweitern.“ Hier ist dann eine gute Stelle, einen Punkt herauszuarbeiten, den der Kindergarten anbietet, was dich besonders interessiert (z.B. integrative Arbeit, besonderes pädagogisches Konzept etc.). Damit begründest du auch dein Interesse an genau diesem Kindergarten und schreibst nicht eine 08/15-Bewerbung für eine beliebige Anzahl an Kindergärten.

Das Kindergartenalter ist die wichtigste Zeit, in der sich das Kind befindet und deshalb finde ich es wichtig sie in diesem Zeitraum zu unterstützen, ihnen die Möglichkeit zu geben sich freientfalten zu können, sowie sich sprachlich und sozial weiterzuentwickeln. Das ist die Aufgabe jeder Erzieherin und ich würde sehr gerne dabei helfen und den Alltag der Erzieher im Kindergarten (Name des Kindergartens) genauer kennenlernen.

Der Absatz ist grammatikalisch tierisch in die Hose gegangen: Nach „befindet“ und „wichtig“ jeweils ein Komma, „freientfalten“ auseinander, aber das ist eher nebensächlich. Wer ist „sie“ nach dem Wort „wichtig“? Grammatikalisch bezieht sich „sie“ (bis „unterstützen“) auf „die Zeit“ und macht gar keinen Sinn, dann kommt auf einmal Plural und nun gibt es gar keinen (grammatikalischen) Bezug mehr, worauf „sie“ und „ihnen“ referiert. Aus dem Zusammenhang ist klar, „die Kinder“ meinst du wohl, doch die müssen auch vorher benannt werden, da steht nur „das Kind“ und da macht eine Referenz mit „sie“ und „ihnen“ keinen Sinn, dann „es“ und „ihm“.„Würde“ und ähnliche Konjunktive sind in Bewerbungsanschreiben zu meiden.

Inhaltlich ist da eine weitere Baustelle. Ob die Kindergartenzeit die wichtigste (für was eigentlich?) ist, sei dahingestellt. „Die Aufgabe“ als Erzieherin gibt es nicht, die hat mehrere, die sie je nach Priorität und Möglichkeit nach und nach abarbeitet. Auch von der Art her kommst du als besserwisserisch an, kann man dir denn noch was beibringen, willst du dich einbringen oder ist das für dich wie Zoobesuch?

Selbstverständlich gehört dieses Praktikum zum praktischen Teil der Fachhochschulreife dazu und darf deshalb nicht vergütet werden.

“Selbstverständlich“ ist auch ein Unwort in Bewerbungen, nichts versteht sich hier von selbst. Auch dieser explizite Hinweis, wie die Kindergartenverwaltung was zu handhaben hat, kommt nicht so gut rüber...

Ich freue mich über eine positive Antwort von Ihnen.

Antwort worauf? Üblicherweise freut man sich auf „die Möglichkeiten, sich gegenseitig in einem persönlichen Gespräch näher kennen zu lernen“.

wow danke, das war sehr detailliert und hat mir echt geholfen !!

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Der erste Satz ist eine Katastrophe! Mit so einer Formulierung nimmt dich niemand, Das Praktikum willst Du nur machen, weil Du das Abitur nicht bestanden hast und dann auch nur deshalb, weil Du es für deine zweitbeste Lösung - die Fachhochschulreife - benötigst. Ich würde dir da auch keine Praktikumsstelle geben. Du musst doch erst mal positiv deutlich machen, weshalb Du ein Praktikum generell in diesem Bereich und speziell in diesem Kindergarten machen willst. Dass Du das Abitur nicht bestanden hast, musst Du erst mal gar nicht groß erzählen. Und dass das Praktikum für die Fachhochschulreife benötigt wird, sagt man so auch nicht. Erst mal willst Du das Praktikum machen (etwa im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung). Die Argumente, die Du in den folgenden Sätzen bringst, sind ja gut und können durchaus noch (leicht gekürzt) bei einer Neuformulierung Verwendung finden. Weiter hinten kannst Du anführen, dass Du das Praktikum außerdem (!) als Nachweis für den praktischen Teil der Fachhochschulreife verwenden willst und deshalb auch keine Vergütung benötigst. Denk´ auch für dein künftiges Berufsleben daran: Du musst die Leute, von denen Du etwas willst, erst mal etwas loben (ihre "Eitelkeit" befriedigen). Wenn Du sinngemäß damit anfängst: "Ich muss ja leider bei ihnen ein Praktikum machen, weil mein Hauptziel - das Abitur - nicht geklappt hat...", dann kann das nichts werden. Für das nächste Mal wünsche ich dir mehr Erfolg.

Ich würde das Bewerbungsscheiben mehr oberflächlich halten und den Erziehern nicht vorhalten, was die wichtigsten Entwicklungsabschnitte der Kinder sind. Das wissen sie besser, als du. Du kommst nun als Klugscheißer und Besserwisser rüber.

Außerdem hat es niemanden zu interessieren, warum du dein Abi nicht geschafft hast. Besser wäre es gewesen, wenn du geschrieben hättest: ab September 2019 besuche ich die Schule xxx, um meine Fachhochschulreife zu erlangen. Dafür benötige ich einen zwölfmonatiges Praktikum. Für diesen Praktikumsplatz, der an 2 Tagen pro Woche stattfinden soll (???) bewerbe ich mich hiermit an Ihrem Kindergarten (oder so ähnlich).

Bitte lasse der Abschnitt, der mit dem Kindergartenalter beginnt weg

Der andere Abschnitt mit deiner Movitation und mit deinen Erfahrungen kannst du so lassen.

Die Erzieherinnen sehen an deinem Lebenslauf, dass du auf dem Gymi warst und können nähere Einzelheiten in einem persönlichen Vorstellungsgespräch mit dir abklären. Da solltest du unbedingt ehrlich sein.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Bin ein erfahrener und vielseitiger Sozialpädagoge

danke, danke, danke für die Hilfe !!

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