Kriegt man unter 2 Jahren nicht immer eine Strafe mit Bewährung?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine Haftstrafe unter 2 Jahren KANN zur Bewährung ausgesetzt werden. Das liegt im Ermessen des Richters. Und wenn dein Freund vorbestraft ist oder vor Gericht recht zickig war, dann kann der Richter durchaus auch bei kleineren Strafen KEINE Bewährung geben.

Falls dein Freund minderjährig ist, kann es sich auch um einen Jugendarrest handeln. Da gibt es gleichfalls keine Bewährung.

Schau doch einfach, was das Gesetz sagt. Zutreffend ist hier § 56 Abs. 1 StGB:

Bei der Verurteilung zu Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr setzt das Gericht die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aus, wenn zu erwarten ist, daß der Verurteilte sich schon die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr begehen wird. Dabei sind namentlich die Persönlichkeit des Verurteilten, sein Vorleben, die Umstände seiner Tat, sein Verhalten nach der Tat, seine Lebensverhältnisse und die Wirkungen zu berücksichtigen, die von der Aussetzung für ihn zu erwarten sind.

Und irgendwann muß man natürlich ne Strafe, zu der man verurteilt wurde, auch tatsächlich absitzen. Im Regelfall wird eine solche Strafe beim ersten Mal in der Tat zur Bewährung ausgesetzt. Ich vermute aber mal, daß er schon öfter vor Gericht gestanden hat.

Was denkst du denn? Glaubst du er kann so lange weiter machen, bis die zwei Jahre voll sind?

Bewährung gibt es nur, wenn die nachvollziehbare Aussicht besteht, dass er den Bewährungsauflagen auch nachkommt.

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