Kriegen Obdachlose Hilfe vom Staat?

8 Antworten

Ja, je nach "Status" steht ihnen z. B. Arbeitslosengeld zu (sie müssen grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) oder zumindest Sozialhilfe. Es gibt Unterstützung bei der Problembewältigung, Wohnungssuche und -vermittlung und einiges mehr.

Die Hürden sind für viele allerdings (zu) hoch. Das fängt damit an, dass man sich Offenbaren muss (Scham), Ansprüche geltend machen und belegen muss. Unterlagen sind oft verloren und müssen neu beschafft werden, dies kann mit Kosten verbunden sein, es fehlen Identifikationsnummern etc.

Menschen, die es in die Obdachlosigkeit "geschafft" haben, sind für eine längere Zeit häufig nicht in der Lage, ihre berechtigten Forderung durchzusetzen (der "Staat" rückt freiwillig nichts heraus) und brauchen jemanden der sie an die Hand nimmt und für sie handelt.

Diverse Organisationen bieten Hilfen an, aber das ist ein Schritt, den man selbstständig bewältigen muss.

So betrachtet, müssen sie selbst sehen wie sie klar kommen.

Grundsätzlich gibt es schon Hilfe & Anlaufstellen für Obdachlose. Seien es staatliche oder karitative. Aber man muss diese Angebote auch annehmen & nutzen wollen.

Ein Studienkollege von mir hat mit jugendlichen Obdachlosen zusammen gearbeitet. Da war das Problem oft nicht der Mangel an Hilfsangeboten, sondern die Diskrepanz zwischen "was ist möglich an Hilfe?" & "was will der jugendliche Obdachlose?".

Beispiel: Es wurde ein Deal mit dem Besitzer eines Döner-Imbiss ausgehandelt. Der hat kurz vor Feierabend immer ein paar "Reste-Pizzen" gebacken & verschenkt, anstatt Zutaten wegzuschmeißen. Teilweise wurde das Angebot angenommen, teilweise wurde rumgemault, warum man stattdessen kein Bargeld bekommen würde.

weiteres Beispiel: es wurde eine eigene Schlafgelegenheit nur für jugendliche / jüngere Obdachlose geschaffen. Einzige Regeln: kein Alkohol, keine Drogen & getrennte Schlafräume männlich / weiblich. Das war vielen Betroffenen schon viel zu viele Regeln.

Obdachlose bekommen staatliche Hilfen. Wenn sie sich darum bemühen. Viele können oder wollen das aber nicht - man braucht z.B. eine "Adresse", (nicht zwangsläufig eine Wohnung, aber man muss dort erreichbar sein). Das funktioniert nicht bei Menschen, die nicht gefunden werden wollen.

Lies dir das mal durch:

http://www.ofw-leitfaden.de/start/start.php#top

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