Kriege ich mein Geld zurück von der Krankenkasse (AOK)?

9 Antworten

jeder Versicherte hat jährlich eine persönliche Eigenbelastung selbst zu tragen. diese beträgt 2% deines Jahresbruttoeinkommens. wenn du verheiratet bist, dann zählt das Einkommen des Ehegatten mit dazu.

du schreibst, dass du einen GdB von 60 hast. damit liegt deine Belastungsgrenze bei der Hälfte, also nur noch bei 1%.

Ob du über oder unter der Belastung liegst, müsste man wissen wie hoch dein Einkommen ist (ggf. Familieneinkommen). also was dann über dem 1% liegt, könntest du dir von der Krankenkasse erstatten lassen.

ich mach mal ein grobes Beispiel.

alleinstehend
schwerwiegend chronisch erkrankt
keine Kinder
Bruttoverdienst pro Monat 2.000 Euro = 24.000 pro Jahr
bisherige Zuzahlungen im laufenden Jahr:
20 Tage Krankenhaus = 200 Euro

1% von 24.000 sind 240 Euro Eigenbelastung pro Jahr

==>> keine Erstattung von der Krankenkasse

gleicher Fall, aber es sind noch weitere Zuzahlungen angefallen:
60 Euro gesetzliche Zuzahlungen für Medikamente (5 bzw. 10 Euro pro Rezept)

==>> Gesamtzuzahlungen also 260 Euro. damit wird die Eigenbelastung um 20 Euro überschritten. diese 20 Euro werden von der Kasse auf Antrag erstattet.

für Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger gibt es einen festgelegten Eigenbelastungssatz. dieser beträgt 2016 96,96 Euro (bei 2%) und 48,48 Euro (bei 1%). wenn du also Hartz-IV-Empfänger wärest, dann wäre deine Eigenbelastung überschritten. du hast 200 Euro Krankenhauszuzahlung geleistet. damit würdest du 151,52 Euro erstattet bekommen.

die Zuzahlungsbefreiung kannst du auch für bereits zurückgelegte 4 Jahre beantragen, solange du Quittungen über alle gesetzlichen Zuzahlungen hast, die mit deinem Namen ausgewiesen sind.

Es sind 2% deines Jahresbruttoeinkommens die du für medizinische Zwecke aufwenden mußt bevor du von der Krankenkasse für Zuzahlungen befreit werden kannst bist du allerdings chronisch erkrankt senkt sich der Beitrag auf 1% ab. Heisst wenn du wenig verdienst oder sogar Sozialhilfe bekommst sind es bei hart 4 zb bei 2% ca. 100€ und bei 1% also nur 50€. So solltest du mal berechnen ob die 200€ diesen Betrag schon überschritten haben. Das ist Fakt. 

Nein, da gibt es leider nichts zurück.
Das Geld ist FÜR die Krankenkasse. Das Krankenhaus ist nur die Stelle, die es einkassiert.
Selbst Sozialhilfeempfänger müssen diese Zuzahlung für stationäre Behandlung zahlen.


danke fur dein antwort.wenn schon sozialhilfeempfänger auch zahlen müssen,das sagt schon alles.danke

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@rmzvrl64

warum sollen Sozialhilfeempfänger besser gestellt werden als ein Versicherter, der Beiträge bezahlt?

komische Einstellung ....

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@wurzlsepp668

Kurzes Nachdenken erleichtert das Verständnis ...
Richtig! Sozialhilfe liegt deutlich unter dem Durchschnittsverdienst. Könnte echt ein Argument sein ... wurde allerdings nicht berücksichtigt.

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@Tamtamy

kurzes Nachdenken:

warum sollte jemand, der KEINE Krankenversicherungsbeiträge bezahlt besser gestellt werden als jemand, der Beiträge bezahlt?

richtig: GAR NICHT!

und, bytheway: Sozialhilfe liegt unter dem Durchschnittsverdienst ... ist mir sogar bekannt ....

allerdings zahlen Sozialhilfeempfänger: keine Krankenversicherung, keine Pflegeversicherung, keine Rentenversicherung, keine Rundfunkgebühren usw.

und jetzt nocheinmal:

warum sollte ein Sozialhilfeempfänger besser gestellt werden als ein Beitragszahler?

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@Tamtamy

Hey Tamtamy

Nur weil jemand mit 8 Stunden arbeiten bei Mindestlohn über mehr "Einkommen" verfügt,heißt das nicht das die Leute mehr als 404 Euro zum Leben haben. 

Miete und Verpflichtungen fressen die Löhne oft bis auf Hartz4 Niveau. 

Alleine der anteilige Krankenkassenbeitrag (AN) ist höher als bei Hartz4-hier zahlt das Amt zu 100%.

Es nur gerecht das in der GkV alle die Kosten zu tragen haben,ganz im Sinne einer Solidargemeinschaft eben. 

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@wurzlsepp668

Ein Sozialhilfeempfänger (ja, ja, mit der Rente betrifft das relativ viele Leute) lebt weit entfernt von "Gleichstellung".

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@LouPing

Mit dieser Logik bekommen ja auch Reiche zu Recht Kindergeld.
Aber Leute - jetzt ist gut. Ich wollte nur auf die Fragestellung antworten; eine Debatte über das Verständnis sozialer Gerechtigkeit war von mir nicht angezielt.

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@Tamtamy

wie kommst du auf den Trichter, dass Reiche Kindergeld bekommen?

 in der Einkommensteuererklärung wird gegenübergestellt, ob das Kindergeld oder der Ansatz des Kinderfreibetrages günstiger ist.

und wenn der Kinderfreibetrag günstiger ist ....

zieht das Finanzamt das Kindergeld für die Kindergeldstelle von der Einkommensteuer ab .....

somit erhalten Reiche KEIN Kindergeld bzw. zahlen dieses bei der Steuererklärung zurück ....

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@Tamtamy

Hey Tamtamy 

Solidargemeinschaft ist das Stichwort.

Für einen Hartz4 Empfänger zahlt das Amt grundsätzlich knapp 90 Euro in Krankenversicherung. 

Bei einem Arbeitnehmer richtet sich der zu zahlende Beitrag nach dem Brutto-Einkommen. Hier zahlen AG/AN jeweils einen Anteil der stets weit über 90 Euro liegt! 

Die Leistungen der GkV aber sind für ALLE gleich! 

Wenn das keine soziale Gerechtigkeit ist-was dann? 


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