Kreditkarten Betrug + Körperverletzung?

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1 Antwort

Ins Gefängnis musst du nicht.

Da du zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt warst, wird bei dir Jugendstrafrecht angewandt.

Dieses zielt mehr auf Erziehung als Bestrafung ab. Eine Geldstrafe bekommst du nicht.

Einfach nur Sozialstunden schließe ich aber aus. Denn du bist schon vorbelastet und die Taten die du jüngst begangen hast, sind nicht ohne.

Jugendarrest mag noch in Betracht kommen. Der geht maximal 4 Wochen.

Also 4 Wochen Jugendarrest und eine hohe Anzahl von Sozialstunden. Bis zu 500 Sozialstunden halte ich für möglich.

Auch möglich:  eine Freiheitsstrafe zur Bewährung. Wobei du eben erst 17 bei der Tat warst. Hmm schwierig.

Gegen dich spricht, dass du ja schon immerhin 2 Wochen Jugendarrest abgesessen hast und auch einige Sozialstunden ableisten musstest.

Ich denke daher, dass hier eine Bewährungsstrafe in Betracht kommen könnte. Also 3 bis 6 Monate Haft, ausgesetzt zu 2 Jahren Bewährung.

Denn Kreditkarten Betrug ist schon eine härtere Straftat. Und hier liegen 15 Fälle davon vor. Dazu die versuchte Körperverletzung.

Man wird dir wohl einen Rechtsanwalt beiordnen, bzw. solltest du dich selbst einen bedienen. Ein Rechtsanwalt ist hier dringend nötig. Denn die Vorwürfe wiegen schwer.

Bitte geh auf keinen Fall zur Polizei. Egal ob eine Vorladung mündlich oder schriftlich erfolgt.

Es ist keine Pflicht bei der Polizei zu erscheinen und erst recht nicht dort auszusagen. Du musst gegenüber der Polizei nur deinen Personalausweis vorzeigen, bzw. Angaben zu deiner Person machen.

Du hast keinen Nachteil, wenn du bei der Polizei nicht erscheinst. Dadurch bekommst du keinen Ärger, keinen Negativ Eintrag und auch sonst nichts schlimmes.

Wenn du bei der Polizei nicht aussagt, darf dir das nicht negativ ausgelegt werden. Die Ermittlungen führt die Polizei in dem Fall einfach ohne deine Aussage weiter.

Mache niemals gegenüber der Polizei Angaben zu einer Strafsache, wenn du Beschuldigter bist. Niemals. Dein Anwalt wird dir das bestätigen.

Wenn die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen hat, sendet sie die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft. Diese entscheidet, ob sie nach § 170, Absatz 1 StPO Anklage erhebt oder das Verfahren nach § 170, Absatz 2 StPO einstellt.

Das in deinem Fall Anklage erhoben wird, ist zu 100 % sicher.

Einer Ladung zur Staatsanwaltschaft ( sehr selten ) und zum Gericht musst du Folge leisten.

Wichtig:  du darfst auch vor Gericht die ganze Zeit schweigen. Du musst nur Angaben zu deiner Person und deiner Lebensführung machen.

Zum Tatvorwurf selbst darfst du immer schweigen oder dich nur teilweise äußern. Ein schweigen des Angeklagten stellt kein Schuldeingeständnis dar und darf auch nicht als solches gewertet werden.

Die Justiz muss deine Schuld beweisen, nicht du deine Unschuld. Du solltest schweigen, wenn man dir die Taten nicht zweifelsfrei zuordnen kann.

Kann man dir die Taten ohne weiteres nachweisen, dann solltest du gestehen. Ein Geständnis wirkt sich strafmildernd aus.

Begehe auf keine Fall weitere Straftaten. Auch nicht schwarzfahren und sowas.

Dein Rechtsanwalt soll Akteneinsicht nehmen und mit dir das weitere Vorgehen besprechen.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/pflicht-zum-erscheinen-bei-der-polizei-zur-zeugenaussage-was-tun-als-gefaehrdeter-zeuge\_069447.html

https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/\_\_170.html

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