Kredit aufnehmen mit neuer Lebensgefährtin noch nicht geschieden?

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5 Antworten

Guten Morgen.

Also ich kann dir nur zur aller größten Vorsicht raten.

Leider geht es dir so wie dem überwiegenden Teil der Bundesbürger. Sie haben keinerlei Wissen über die Zugewinngemeinschaft einer Ehe. Sehr viele gehen davon aus das die Sache beendet ist, wenn ein Partner ausgezogen ist und das Trennungsjahr vorbei ist.

Das ist aber NICHT der Fall!!!

Und es geht auch vielen so, das sie einige Zeit vorüber gehen lassen und 2, 3, 4 Jahre getrennt sind. Sogar gut mit einander Kommunizieren können. Und dann findet einer von beiden einen neuen Partner.

Die Frage Hochzeit steht im Raum. Also muss jetzt erstmal die alte Ehe abgeschlossen werden (juristisch). Man reicht die Scheidung ein. ´Der ganze Papierkram wird erledigt. Und wenn alles sehr gut läuft kann nach 3 bis 4 Monaten alles abgeschlossen sein.

Und dann kommt das große Erwachen! Denn jetzt erfährt man durch das Gericht das die Zugewinngemeinschaft einer Ehe endet MIT DER ZUSTELLUNG DES SCHEIDUNGSANTRAGS, eines der Ehepartner.

Das heist also für dich, HEUTE: NOCH besteht für eure Ehe die Zugewinngemeinschaft!

Und das so lange bis du, oder deine Frau die Scheidung bei Gericht beantragt haben.

Ich gebe dir mal die gesetzliche Formulierung (an der es nichts zu rütteln gibt) und die Hinweise dazu an die Hand:

Gesetzlicher Güterstand der Zugewinngemeinschaft

Unter Anfangsvermögen versteht man das Vermögen, das einem Ehepartner bei der Eheschließung gehört. Hinzu kommen noch die Erbschaften und Schenkungen von dritten Personen (z. B. von den Eltern). Bei der Zugewinngemeinschaft nach § 1363 BGB werden das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau nicht gemeinschaftliches Vermögen.

Der Zugewinn wird erst dann ausgeglichen, wenn die Zugewinngemeinschaft endet. Die Zugewinngemeinschaft endet mit Zustellung des Scheidungsantrags.

Der Ausgleich des Zugewinns findet nur beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft statt.

Der Ehegatte, dessen Zugewinn niedriger ist, hat einen Anspruch gegen den anderen Ehegatten auf Ausgleich des Zugewinns.

Die Ausgleichsforderung beträgt die Hälfte des Betrages, um den der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen Ehegatten übersteigt.

Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten beim Eintritt in den Güterstand (i. d. R. Heirat) gehört. Verbindlichkeiten werden abgezogen.

Endvermögen: ist das Vermögen, das einem Ehegatten bei der Beendigung des Güterstandes gehört.

Berücksichtigung von Schulden, die bereits bei der Heirat vorhanden waren.

In der Vergangenheit konnte das Anfangsvermögen eines Ehepartners nicht kleiner als null sein. Das bedeutete, dass Schulden, die ein Partner bereits vor der Ehe hatte, bei der Berechnung des Zugewinns nicht berücksichtigt wurden. Derjenige, der einen verschuldeten Partner heiratete, hatte also ein erhöhtes Risiko, nach der Scheidung einen Zugewinnausgleich bezahlen zu müssen.

Seit dem 01.09.2009 werden Schulden berücksichtigt. Das bedeutet, dass bei der Berechnung des Zugewinns vom tatsächlichen Schuldenstand und nicht von einem angenommenen Anfangsvermögen von null ausgegangen werden kann.

Der ausgleichsverpflichtete Ehegatte darf mindestens die Hälfte seines Vermögens behalten, unabhängig davon, wie hoch sich der Zugewinnausgleich errechnet. Er muss also höchstens die Hälfte seines bei Beendigung der Ehe vorhandenen Vermögens als Zugewinnausgleich abgeben.

Du musst also beachten, das auch ein Kredit den du jetzt aufnimmst, noch in die Zugewinngemeinschaft fällt.

Daher rate ich dir so schnell wie möglich einen Anwalt auf zu suchen und dich beraten zu lassen. Statt im Einvernehmen mit deiner Ehefrau noch darauf zu warten.

Ob ihr das wollt, oder nicht. Eure Zugewinngemeinschaft besteht noch.

Und was ihr bis dato erworben habt ist Zugewinn für beide.

Also das Haus bekommt sie definitiv nicht.Mein Anwalt hat auch gesagt..da ich alleine im Grundbuch stehe und es ein Erbe/Schenkung war hat sie keinerlei Ansprüch auf das Grundstück und Haus als solches sondern wenn überhaupt maximal auf einen Wertausgleich sollte sich dadurch was zu Ihren Gunsten im Zugewinn ansammeln.

Hallo MichaelSelm

erstmal danke für deine Antwort.Ja das ist mir schon alles soweit klar was du da aufführst.So weit war ich ja schon.Und das die Zugeweinngemeinschaft erst endet mit Stellung der Scheidungsanträge ist mir bewußt. Nur der Kern der Frage ist ja..wenn ich jetzt einen Kredit aufnehme steiger ich ja im ersten Moment meinen Zugewinn.Aber im gleichen Moment steht ja dieser Kredit auch wiederum auf der negativen Bilanzseite.Das heißt in diesem Falle..mal angenommen ich nehme einen Kredit auf in Höhe von 50.000 Euro..stehen dem ja sogar 70.000-80.000 Euro entgegen durch Zinsen etc.Wie teilt sich das denn nun genau auf? Wenn ich jetzt einen Kredit nehme.Was wäre für mich dann Zugewinn?Die Schulden werden ja bei einem Zugewinn berücksichtigt.Oder nicht.Würde ja sonst keinen Sinn ergeben. Und wie würde es sich verhalten wenn meine Lebensgefährtin ihren Bausparvertrag in mein Grundstück einfliesen läßt?Wäre das dann auch ein Zugewinn für mich?

Das würde ich in Dener jetzigen Situation nicht machen. Hier kommt mir alles so überstürzt vor. Noch nicht geschieden und schon wieder so viele neu Pläne, alles sehr verstrickt. Ich würde erst mal die Scheidung forcieren und durchziehen. Dann sieht man weiter. Eins nach dem anderen. Ich sehe da schon das nächste Unheil daher kommen. Mach Dein Ding möglichst allein, und lege alles auch schriftlich fest, für ev. spätere Komplikationen. Bei Scheidungen bekommen die Frauen, die die Kinder haben, oft das Haus. Mach langsam!

Hy , bevor man sich in eine neue Beziehung (in diesem Ausmaß) begibt sollte man die "alte Beziehung" richtig beendet haben.

Dazu gehört hier dass Ihr schon vorzeitig Eure Vermögensangelegenheiten beendet. Das könnt Ihr einvernehmlich machen, den Zugewinnausgleich vorziehen, notariell bestätigen, mit Änderung in "getrennte Vermögen".

Mfg "der Wolf" (www.isuv.de)

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