Krebszellkulturen als Model in der Forschung auch für gesunde Zellen geeignet?

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3 Antworten

Diese Frage kann man so pauschal nicht beantworten. Es gibt sicher Fragestellungen, bei denen Krebszellen völlig ungeeignet sind. Ich würde keine Kreszellen nehmen um den Einfluß einer Substanz auf das Wachstum von Zellen zu untersuchen, und dann das Erg. auf normale Zellen zu übertragen. Dazu sind die Krebszellen zu sehr auf Wachstum und Überleben "ausgerichtet"

Es gibt aber auch durchaus Zellkulturen "normaler" Zellen. Als Beispiel sind hier HUVEC (human umbilical vein endothelial cells) also Nabelschnurzellen oder HMEC-1 (immortalized human microvascular endothelial cells) also unsterblich gemachte Zellen aus Vorhaut zu nennen.

Es gibt auch Untersuchungen, die man garnicht an Zellkulturen machen kann. Um bei dem Beispiel Krebs zu bleiben: Es gibt als Medikamente eingesetzte Antikörper (AK), die Krebszellen erkennen, und deren Wachstum einschränken. Das ist das was man noch in der Zellkultur messen kann. Ein zweiter Mechanismus der Wirksamkeit dieser Medikamente liegt jedoch darin, dass das Immunsystem die Tumorzellen, die mit den AK "markiert" sind erkennen und bekämpfen kann. Das ist in der Zellkultur schon schwer bis nicht mehr zu simulieren.

Long story short: Das kommt immer auf die Fragestellung an. Es gibt tausende verschiedener Zelllinien (s. www.attc.org). Diese sind zum Teil schon sehr lange bekannt und sehr gut untersucht. Man weiss, dass sich die ein oder anderen Zellline in einzelnen Teilbereichen noch "normal" verhält. Möchte man solche Experimente machen bei denen man Rückschlüsse von Krebszelllinen auf normale Zellen, oder gar Organismen ziehen will, muss man sich für seine spezifische Fragestellung die richtige Zelllinie aussuchen.

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an sich kann man zellkulturen, inklusive krebszellen, in die tonne kloppen.

da sind soviele artefakte enthalten, das kein mensch mit den daten arbeiten kann.

merke: das ist deswegen nicht die lehrmeinung, weil eben viele mediziner damit arbeiten. und die haben halt das geld, und bestimmen deswegen die meinung. nach deren meinung sind krebszellen oder zellkulturen das A und O.

an sich ist noch nichts durch zellkulturen erreicht worden. schau dir die vergabe der nobelpreise an. da ist nichts. die gehen an modellorganismen. da ist was zu holen.

je nachdem, was das für ein essay ist kann ich einen gastkommentar schreiben. kontakt auf dieser HP:

www.michaelhoffmann.org

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Kommentar von MoeS1973
11.07.2013, 22:30

Ich habe mir grade mal die Liste der Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin angesehen. Da sind schon einige Arbeiten darunter die (auch) an Zellkulturen gemacht wurden. Natürlich sind die Zelllinien über zig Genationen in einer Art Minievlution an besonders gutes Wachstum unter Zelkulturbedingungen angepasst und dadurch nicht mehr genauso wie die ursprünglichen Zellen.

Je nach Fragestellung sind Zellkulturen aber besser geeignet um isolierte Bereiche zu untersuchen. Ich denke da an so Sachen wie Untersuchungen zur Signaltransduktion, oder grosse Screening-Reihen, die an Versuchstieren nicht machbar sind (aus ethischen und Kostengründen).

Das Ergebnisse aus der Zellkultur nicht 1:1 auf Versuchstiere zu übertragen sind, ist genau so sicher wie die Tatsache, das Ergebnisse von der (z. B.) Maus zum Mensch auch nicht 1:1 auf übertragen sind.

Ich habe den Weg von der Zellkultur zum Menschen im Bereich der Onkologie schon mehrfach beschritten. Natürlich musste ich immer wieder mal feststellen, dass ich Ergebnisse, die wir aus der Zellkultur gewonnen hatte sich nicht in menschlichen Tumoren wiedergefunden haben (deshalb heißt das Forschung und nicht Ergbnisse einsammeln). Aber auf der anderen Seite haben wir auch oft in der Zellkultur gefundene Phänomene genau so in Tumoren wiedergefunden.

Ich denke hier ist eine gesunde Mischung auch in Anbetracht der Kosten und der ethischen Bedenken bei der Arbeit mit Modellorganismen zielführend.

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Jede etablierte Zellkultur hat Merkmale von Krebszellen. Sonst wäre sie nicht unsterblich.

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