Kreativer Beruf und Antidepressiva, passt das zusammen?

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hallööchen,

  • warum nehmen menschen antidepressiva´s?

  • ich glaube, die nehmen das deshalb, um die unangenehmen gefühle, die mit depressionen einhergehen, zu überdecken, zu verstecken, die nicht mehr fühlen zu müssen...

  • welche folge hat das genau?

  • ich glaube, damit verstecke ich einen wesentlichen teil von mir selber, weil ich (noch) nicht wahrhaben will, was auch zu mir gehört, nämlich meine depressionen, die mir sagen wollen, dass dahinter gefühle auf mich warten, die endlich von mir angenommen werden wollen...

  • es kann sein, dass jemand mit antidepressiva so kreativ ist, wie er ohne niemals wäre...

  • dann muss jedoch klar sein, dass ich das nicht selber bin, sondern irgendetwas durch mich...

  • das gegenteil ist auch denkbar, nämlich die einschränkung, besonders der eigenen kreativität...

  • alles gute

hi, vielen dank für das sternchen, das bekommt ja i.d.r. aus guten grund...

  • freute mich sehr, wenn ich dir einen konstruktiven impuls geben konnte...

  • kannst dich gerne immer mal wieder melden, vielleicht mit erfreulichen erkenntnissen...lg :-))

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@8rosinchen

Naja das lag ja auf der hand... ich war nicht der einzige der von deiner antwort überzeugt war. Danke nochmal!

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Hallo, da Du keine Einzelheiten berichtest, möchte ich allgemein antworten und hoffe, dass Du etwas damit anfangen kannst. Grundsätzlich sind öfter mal KünstlerInnen irgendwie depressiv oder anderweitig schwermütig. Aber m.E. sagt das nichts darüber aus, ob sie tatsächlich (was in Deiner Frage evtl. mitschwingt) wegen der Depression o.ä. so kreativ sind. Eher gelingt es KünstlerInnen ihre Sinneskanäle zu öffnen, innerlich in einen Fluss zu geraten, aus dem sich künstlerisch das Eine zum Anderen fügt. Manche KünstlerInnen sind bekannt geworden, weil sie in Zeiten ihrer seelischen Tiefs zur Kunst gefunden haben; dabei ist es ihnen gelungen, Ausdrucksweisen für die Tiefe der seelisch-geistigen Empfindungen zu finden. Das setzt voraus, selbst einen Zugang zu den eigenen emotionalen Ebenen zu beschreiten. Das kannst Du jedoch auch ohne besondere seelische Belastungen hinkriegen. Antidepressiva sind KEIN Hindernis, soweit sie gut eingestellt sind - also wenn Du das für Dich richtige Medikament hast, das auch so dosiert ist, dass es Dir hilft, z.B. Dich gegen belastende Reize und Abstürze abzuschirmen. Um das Richtige und die richtige Dosierung zu finden, dauert es manchmal etwas und man muss schon mal einige Tage die anfänglichen Nebenwirkungen durchstehen, die tatsächlich hinderlich sein können. Aber danach müsste eigentlich alles gut laufen. Meine Einschätzung der Berichte über Kreativitätsverlust, nachdem eine Psychotherapie erfolgreich war: In der Tat ist der Zugang zu den Gefühlsebenen oft sehr ausgeprägt oder sogar zu sehr. Meist handelt es sich dann um die melancholischen Seiten. Doch ich finde, es gibt Möglichkeiten, auch andere Gefühle künstlerisch zu verarbeiten. Aber vielleicht machst Du ja eher gegenständliche und weniger abstrakte o.ä. Kunst. Also: Kurz: Keine Angst. Es wäre wünschenswert, wenn die Fähigkeit zu Gefühlstiefen und Wahrnehmungsoffenheit bei allen Menschen etwas ausgeprägter wären. Schöne Weihnachten und viel Schaffensfreude.

Depressionen können die Kreativität auch ganz schön hemmen. Ich habe noch keine Studie darüber gefunden, dass Antidepressiva nachweislich die Kreativität beeinträchtigen, aber angenommen, es wäre so... man nimmt ja nicht ein Leben lang Antidepressiva, sondern nur für eine kurze Zeit. Wenn du Interesse an einem kreativen Beruf hast, solltest du diesen Weg auch einschlagen (zumindest sollten die Medikamente kein Hindernis sein).

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