Kreativer Beruf oder doch lieber Wirtschaft?

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6 Antworten

Hi,

ich denke es kommt darauf an in welche Richtung Du dich entwickeln möchtest. Als Produktdesigner in einer Agentur oder in der Industrie ist meistens auch nach 5 Jahren Berufserfahrung nicht mehr wie 42.000 Jahresgehalt zu holen. Du kannst aber auch wie ich als Produktmanager (Konsumgüter) anstellen lassen, hier verdienst Du in der Regel relativ gut. Oder aber Du entwickelst Dich in Richtung Innovationsberatung, Designberatung oder Design Thinking. Mein ehemaliger Studienkollege ist als erfahrener Produktdesigner in diesen Bereichen sehr erfolgreich... schau mal auf seine Webseite unter www.pdlab.de

Erstens steht in Deiner Frage eine Scheinalternative. Auch kreative Berufe gehören zur Wirtschaft, sind Teil der Arbeitsteilung. Wie erfolgreich Du in den arbeitsteiligen Beziehungen bist, hängt von Dir ab, mehr aber noch von den anderen, weil die Deine Produkte kaufen sollen, wenn Du davon leben willst. Teilweise liegt es aber auch an einem Missverständnis, was den Begriff kreativ angeht. Da meinen manche, wenn sie ihr verqueres Seelenleben auskotzen, wären sie kreativ, dabei haben sie nur ausgebrochen. Da es nicht oft Menschen mit den gleichen Magenleiden gibt, findet das dann nicht gerade die große Resonanz.

Nehmen wir die mir bekannte Schuhbranche. Da glauben auch manche Designer, wenn sie Kunstobjekte schaffen, in die kein Fuß passt, es müsste sich der Kunst wegen an die Füße verkaufen. Das gelingt nur Wenigen, die sich auf welchen Wegen auch immer in der Society einen Namen gemacht haben und die (meist) Trägerinnen holpern dann in der TV-Show zur Gästebank, froh, sich wieder setzen zu dürfen, um nur ihre Kunstobjekte in die Kamera zu halten. Die größere Kreativität ist aber, für normale Füße passende und schicke Modelle zu entwerfen, die a) bezahlbar sind und b) mit denen man auch laufen kann.

Kunst ist nicht die absolute Freiheit, das wäre eine Selbsttäuschung, sondern Freiheit und Selbstbegrenzung in der frei gewählten Form oder im Gebrauchsanspruch.Die Kunst gotischer Kathedralen war ja, dass die fragil aussehenden Dingen über Jahrhunderte stehen geblieben sind.

Wo es bessere Chancen gibt einen Arbeitsplatz zu finden, kann ich jetzt so nicht sagen, aber ich weiß das man etwas nur richtig gut machen kann, wenn man es von Herzen gerne macht.
Wenn man mit Leidenschaft an seine Arbeit herangeht, dann wird die auch erfolgreich sein.

Und dann wirst du auch immer einen Job finden.

Alle Arten von Designern werden von den Unternehmen ausgebeutet. Dort musst du dich schon glücklich schätzen, wenn du nicht dein Leben lang als Praktikant ausgenützt wird. Ein Freund von mir ist langjähriger Produktdesigner bei Puma. Sein Designer-Gehalt ist ggü. meinem BWLer-Gehalt der Witz. Vielleicht hat er mehr Spaß an der Arbeit, aber am Ende des Tages muss man auch seine Bude, seinen Urlaub und alles andere irgendwie bezahlen.

Gruß

Falke

Kreativer Beruf, schön und gut, kommt darauf an, wo man landet und ob der Beruf am Ende tatsächlich so kreativ ist.

Viele Produktdesigner enden übrigens als Grafiker!

Ich war lange als Grafiker tätig und oft ist es halt doch irgend ne stupide und trotzdem stressende 0815-Arbeit deren Kreativität darin besteht, wie man irgendwelche Termine legt und die alle paar Jahre mal von nem kreativen Highlight unterbrochen wird.

Ich möchte auch nicht ausschließen, dass man auch mit BWL beruflich kreativ sein kann – man sollte halt keinen Ärger mit dem Finanzamt bekommen! ;-)

Lerne nie das , was dich später ankotzen würde. Aber Produktdesign ist nun wirklich problematisch mit spätere Stelle etc. Mach dich aber nie selbstständig , Schulden in D sind sowas wie die Hölle auf Erden. 

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