Krankschreibung rückwirkend bekommen?

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12 Antworten

In §5 Abs.1 Entgeltfortzahlungsgesetz (http://bundesrecht.juris.de/entgfg/BJNR106500994BJNE000500307.html) steht:

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Umkehrschluß: Erkrankungen bis zu drei Tagen müssen nicht von einem Arzt attestiert werden.

Der Arbeitgeber kann jedoch auch verlangen, daß bereits ab dem ersten Tag eine AU-Bescheinigung vorgelegt wird. Dies muß jedoch entweder einzel- oder tarifvertraglich vereinbart sein oder in (begründeten) Ausnahmefällen (z.B. wenn ein Arbeitnehmer auffällig oft nur einen oder zwei Tage krank ist) ausdrücklich abweichend vom Arbeitsvertrag angeordnet werden.

Unseres Erachtens schneiden Arbeitgeber sich mit einer generellen Anordnung, ab dem ersten Tag eine AU-Bescheinigung vorzulegen, ins eigene Fleisch, weil

  • erstens alle Arbeitnehmer per se verdächtigt werden, einfach "blau" zu machen, wenn sie mal einen Tag unpäßlich sind, und

  • zweitens Ärzte leicht mal aus einem leichten Infekt, der nach spätestens ein bis zwei Tagen Ruhe auskuriert ist, eine ganze Woche machen.

Deine Abteilungsleiterin kann das gar nicht von sich aus entscheiden. Was steht bei dir im Arbeitsvertrag? Falls da eh schon ab 1. Tag steht, und es bisher nur nicht so gehandhabt wurde, hast du ein Problem.

Falls da nix drinsteht, gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz, da kann sie soviel fordern wie sie will, aber du musst dem nicht nachkommen.

Praktisch muss ein AN seine Arbetisunfähigekeit am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit anzeigen, heißt anrufen und mitteilen das er krank ist und wie lange er vorraussichtlich (grobe Einschätzung) krank ist.**§5, Abs.1 SAtz 1 EFZG****) steht der genau Wortlaut.

Dauert die Erkrankung länger als 3 Kalendertage, muss außerdem eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitbescheinigung spätestens am nächsten Arbeitstag vorgelegt werden.

Dies gilt wenn es keine anders lautenden Vereinbarungen mit dem AG oder im Tarifvertrag gibt.

**Ärzte dürfen nur den aktuellen Fall Bescheinigen, also es gibt rückeirkend keinen gelben Schein. **

Ob er das darf weiß ich nicht genau, aber wenn dein Arzt kein totaler Unmensch ist und es zum ersten Mal vorkommt, wird er das sicher machen (spreche aus Erfahrung).

wenn Du den richtigen Arzt erwischt, geht das. Hatte ich auch schon mal. Normalerweise ist das auch so, denke mal da ist Deine neue Abteilungsleiterin noch nicht weiter informiert oder hat sich mittlerweile doch was geändert?

Du kannst es versuchen. Bitte um entschuldigung "die behandelde Ärztin wollte die Meldung direkt schicken....." Sonst ist das wohl als unbezahlten Urlaub zu werten. Ein Arzt wird sofort bei Arbeitsunfähigkeit eine Bescheinigung von sich aus ausstellen.

im Prinzip ist jedes rückwirkend datiere Dokument Urkundenfäschung

Weil du bei der Ärztin warst nehme ich an, dass sie dir evtl. ein AU ausstellen. NORMALERWEISE dürfen sie es nicht. Wieso nimmst du nicht sofort eine AU mit ? Jedes Kind weiß doch, dass man heutzutage immer eine braucht :(

Dann wissen es die Kinder falsch!

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Da Du ja zu der Zeit in Behandlung warst bei Deinem Arzt, stellt der Dir die AU auch rückwirkend aus. Anders sieht es aus, wenn Du nicht in Behandlung warst.

Wenn du an den Tagen beim Arzt gewesen bist dann darf er die 2 Tage rückwirkend dir eine AU geben

rückwirkende Ausstellung einer AU ist dem Arzt verboten.

Dürfen und aus Gefälligkeit machen sind 2 Seiten.

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