Krankmeldung im Überstundenabbau

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5 Antworten

 Wie kann ich ihm gegenüber fachlich argumentieren?

Gar nicht. Dein AG darf die Überstunden abziehen.

. Ich sehe mich da im Recht wenn ich mich nochmals im Überstundenabbau krankschreiben lasse.

Das sieht der Gesetzgeber anders.

Hier gilt das Lohn- oder Entgeltausfallprinzip. Der AG muss einen AN bei Krankheit so bezahlen als hätte er gearbeitet.

Wenn Du geplant Überstunden abbaust oder auch eine Freischicht/Ausgleichstag wg. Sonn- und/oder Feiertagsarbeit hast, ist für Dich keine Arbeit geplant, also muss der AG dies auch nicht bezahlen. Das ist so wie bei AN die am Samstag und/oder Sonntag nicht arbeiten. Hier ist auch keine Arbeit geplant, sie bekommen bei einer AU-Meldung z.B. über zwei Wochen diese Tage ja auch nicht entlohnt.

Im § 4 Entgeltfortzahlungsgesetz kann man lesen, dass der AG bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit dem AN das ihm für die maßgebende Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen hat. Da ist die Rechnung dann einfach: Keine Arbeit geplant = keine Entgeltfortzahlung. Du bekommst also die Tage zwar bezahlt, sie werden aber mit dem Gleitzeitkonto verrechnet. Wenn dann noch Stunden übrig sind, werden sie ausgezahlt.

Der Gesetzgeber sieht nur bei Urlaub vor, dass dieser bei Krankheitstagen nicht abgezogen wird, da der Urlaub ja der Erholung dienen soll und somit mit einer Arbeitsunfähigkeit nicht vereinbar ist.

Hexle2 06.02.2015, 13:55

Danke fürs Sternchen

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Mit der bisherigen Antwort kann ich mich nicht anfreunden.

Krank im Überstundenabbau hat nützt Dir gar nix. Die Überstunden werden trotzdem abgebaut. Das ist das gleiche wie am Sonntag krank. Grundlage ist das Entgeltfortzahlungsgesetz.

Bei krank im Urlaub bleiben die Urlaubstage allerdings erhalten.

Hexle2 02.02.2015, 12:52
Mit der bisherigen Antwort kann ich mich nicht anfreunden.

Ich mich auch nicht!

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Ach ja, und: Vorsicht bei Argumentieren.

Also nicht Vorwürfe machen, sondern einfach nur: Ich bin krank, habe eine gültige AU fristgerecht vorgelegt, daher gibt es keine Möglichkeit, die Ü-Stunden noch abzubauen. Also müssen Sie sie auszahlen (achte darauf, da alles pingeligst einzuhalten!)

Familiengerd 02.02.2015, 17:50

Wenn der Abbau der Überstunden schon vereinbart war und der Fragesteller wird dann krank - dann hat er Pech gehabt, und dann ist auch nix mehr mit Ausbezahlung der Überstunden!

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Wenn Du während Urlaub oder Überstundenabbau eine AU hast, wird dann nix von Urlaub oder Ü-Stunden abgezogen.

Ggf. muss es dann ausgezahlt werden.

Erstgespräch beim Anwalt kostet ca 200€, dann weisst Du schon mehr.

Und alle Anwaltskosten, die im Zusammenhang mit Arbeit stehen, kannst Du später als Werbekostenh bei der STeuer angeben.

Bist Du vielleicht Gewerkschaftsmitglied? Oder kannst es werden? Die unterstützen Dich grad in so eonem Fall auch.

Kumpel von meinem Partner hat das gerade gemacht, ist Mitglied geworden und wurde sofort vertreten.. ich glaub, dafür musste er sich nur auf 1 Jahr dort binden (ist nicht viel, nur ein %teil von Deinem Lohn)

Hexle2 02.02.2015, 12:52
wird dann nix von Urlaub oder Ü-Stunden abgezogen.

Das stimmt nur teilweise. Da Urlaub der Erholung dient, kann er während einer Arbeitsunfähigkeit nicht abgezogen werden (Bundesurlaubsgesetz). Wenn Überstundenabbau geplant ist, kann wohl abgezogen werden ( § 4 Entgeltfortzahlungsgesetz).

 nur ein %teil von Deinem Lohn)

Genauer: 1 % vom Bruttomonatslohn

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Also am besten erst mal der Reihe nach, ich denke da kannst du auch etwas mehr Geld rausholen

  • Wie lange bist du in dem Betrieb insgesamt beschäftigt?
Ich habe durch überarbeitung in drei verschiedenen Abteilungen in 1 1/2 Jahren, einen Burnout bekommen und konnte nun nicht mehr arbeiten ( war krankgeschrieben)
  • Über die Diagnose "Burnout" gibt es eine ärztliche Stellungnahme, nehme ich an.
  • Wie lange warst du aufgrund dieser Diagnose krankgeschrieben?
Nun kündigt mir der AG währen der Krankschreibung

Eine Kündigung im Krankheitsfall oder wegen Krankheit ist unzulässig

Du solltest auf jeden Fall gegen die Kündigung vorgehen. So wie du den Fall beschreibst bekommst du vor jedem Arbeitsgericht in Deutschland Recht.

Und wenn dein Arbeitgeber dich trotzdem loswerden will, hast du gute Chancen eine Abfindung zu bekommen. Deshalb die Frage, wie lange du schon in diesem Betrieb arbeitest.

Dein Arbeitgeber weiß natürlich auch, dass er dich wegen Krankheit nicht kündigen kann Sollte er die Kündigung geschickt in einen Aufhebungsvertrag verpacken, bedeutet das für dich erst einmal 3 Monate Sperre beim Arbeitsamt.

Da ich auf einen Anwalt verzichten muss weil ich keine Rechtsschutzversicherung habe

Wenn du dir keinen Anwalt leisten kannst, btauchst du trotzdem nicht auf eine Rechtsberatung verzichten. Die Gewerkschaften stellen dir kostenlos Rechtsbeistand zur Verfügung Selbst wenn du kein Gewerkschaftsmitglied bist.

Er hat mich ja schließlich verschlissen und noch gekündigt, während der Krankenzeit

Genau darum geht es. Das ist unzulässig und die Kündigung ist somit unwirksam.

Mir ist ein Schaden entstanden, da ich jetzt gegen schwere Arbeiten nicht mehr resistent bin und mir einen neuen Job suchen muss

Bei Diagnose "Burnout" werden dir deine Ärzte doch bestimmt bescheinigen, dass du dauerhaft nicht mehr für diese Tätigkeiten geeignet bist, oder?

Wenn du mir sagst in welcher Branche du arbeitest und aus welcher Stadt du kommst, suche dir dir gerne geeignete Stellen heraus, wo du dich einfach mal beraten lassen kannst.

Und wenn du nicht arbeiten gehen kannst dann lass dich weiter krankschreiben. Natürlich muss er dir dir Überstunden auszahlen, wenn du sie nicht abarbeiten kannst.

Wenn du dich im Recht siehst, dann nimm deine Rechte wahr.

Wenn ich kann helfe ich dir gerne dabei, die richtigen Anlaufstellen zu finden.

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