Krankenversicherung Lehrer wechseln?

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6 Antworten

Die Beiträge für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind überall gleich.

Ob ein Wechsel in die private Krankenkasse überhaupt noch möglich ist, erfährst du nur wenn du einen Probeantrag stellst.(mit bereits behandelter Migräne, kannst du das eigentlich vergessen) Außerdem darfst du nicht vergessen, dass du als angestellte Lehrein auch den Lohnausfall im Krankheitsfall mit absichern musst. Noch etwas, was leider häufig von den "Beratern" vergessen wird.

Im Krankheitsfall (länger als 6 Wochen) fällt die Betragszahlung in der gesetzlichen weg. Die private Versicherung muss aber weiter gezahlt werden. Das ist bereits ein kleiner Unterschied

Hallo,

der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Entscheidend ist nicht, wo es im Moment am günstigsten ist, sondern wie man am besten lebenslang versichert ist. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Heirat/Stiefkinder/Gründung einer Familie" und Verringerung/Wegfall der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

späteres Zweit-Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrente, Hausfrau -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für (Stief-)Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten werden in der GKV nach der Elternzeit (manchmal auch in der Elternzeit) immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur schulnmedizinisch anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

http://www.pkv.de/recht/musterbedingungen/mb_kk_2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/1114/00_pkv.jsp

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Jüngere PKV-Versicherte bilden Altersrückstellungen, dami t der Anstieg im Alter nicht so stark ausfällt. Wenn man erst spät in die PKV wechselt, kann man logischerweise kaum Altersrückstellungen bilden. Die Beiträge im Alter steigen daher wahrscheinlich sehr deutlich an.

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

Entweder habe ich es überlesen, oder auch du vergisst, dass bei Krankengeldbezug in der gesetzlichen die Beitragszahlung entfällt . Bei der privaten muss weiter gezahlt werden. Das wäre immerhin ein Unterschied, wenn jemand 1 1/2 Jahre krank wäre.

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@DerHans

Bei den Beiträgen aus dem Krankengeld gilt folgende Regelung:

GKV:

Krankenversicherung: beitragsfrei

PV+RV+AlV: der Krankengeldbezieher zahlt nur anteilig die Beiträge (maximal die Hälfte), den anderen Teil zahlt die Krankenkasse

PKV: alle Beiträge ohne Arbeitgeberzuschuss und ohne Zuschuss der PKV

KV+PV: Beiträge sind in unveränderter Höhe vom Krankengeldbezieher zu zahlen

RV: Krankengeldbezieher kann auf Antrag die vollen Beiträge in Höhe von 19,6% zahlen

AlV: die PKV zahlt pauschale Beiträge an die Arbeitsagentur

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Es ist richtig, dass bei einem Wechsel zur privaten Krankenversicherung nicht nur mit einem Risikozuschlag, sondern auch mit einer höheren Prämie rechnen muss.

Bei einem Wechsel müssen die Prämien auch im Rentenalter weitergezahlt werden und können aber auf die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherungen begrenzt werden. Es bliebe also wie bisher. Bei einem Verbleib in einer gesetzlichen Krankenkasse werden die Beiträge lediglich vom Einkommen (z.B. Rente und Zusatzversorgung) berechnet. Der Beitragssatz beläuft sich je nach Krankenkassse auf ca. 10,15% (Ca. 8,2% Krankenversicherung u. für Eltern 1,95% für die Pflegeversicherung). Werden die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Krankenversicherung der Rentner erfüllt, (90% der zweiten Erwerbshälfte pflicht- bzw. freiwillig oder familien-versichert in einer gesetzlichen Krankenkassse) verbleibt man in der Krankenver-sicherung der Rentner. Sollte dies nicht der Fall sein, wird dem freiwillig Versicherten zur Rente ein Zuschuss zur Krankenversicherung (in diesem beispiel 8,2%) gezahlt. Der ermässigte Beitrag zur freiwilligen Krankenversicherung wird im Rentenalter vom Einkommen (Rente, Zusatzversorgung u.a.) bis zur Höchstgrenze berechnet (z.B. 14,9% Krankenversicherung u. 1,95% Pflegeversicherung). Ermäßigt deshalb, weil im Rentenalter kein Krankengeld gezahlt wird.

Da jede Krankenkasse aus wettbewerbsgründen ihren Leistungskatalog und die Beitragssätze selber festsetzen kann, gibt es keinen einheitlichen "Rechner".

Seit 2009 sind die Beitragssätze bei allen Krankenkassen gleich.

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Hallo! In diesem Fall kann man die Frage schnell beantworten: Auf Grund des Burn-Outs ist keine Aufnahme in einer privaten Kasse mehr möglich - es sei denn, dieser liegt lange zurück. Wann waren den die letzten Behandlungen diesbgzl.??

Bei der Migräne muss auf jeden Fall mit einem Risikozuschlag gerechnet werden.

Übrigens: Bei diesem Thema reicht ein Vergleichsrechner (wie bei KFZ o.ä.) NICHT aus, hier benötigen Sie eine Beratung. Wie von RHWWW angesprochen, ist das Thema sehr komplex!

VG FinanzSchneiderei Kempten

Das Problem bei dir ist, dass du recht alt bist, und dein Beitragssatz sowieso schon recht hoch sein wird. Zudem hast du die Migräne, was sich eventuell ebenfalls negativ für deine Geldbörse auswirken wird. Wenn du weiterhin freiwillig in der gesetzlichen bleiben kannst, dann bleibe dort, weil ein so später Einstieg wird für dich immens teeur werden.

Die Beiträge zur freiwilligen Versicherung bei den gesetzlichen Kassen sind von der Höhe her identisch, da all diese KK dieselben gesetzlichen Grundlagen haben.

Ob die private im Moment günstiger ist, weiß ich nicht. Aber wenn man einmal den Schritt dorthin gewagt hat, gibts kein Zurück mehr in die gesetzliche, solange der versicherungsrechtliche Status (über Beitragsbemessungsgrenze) unverändert bleibt- und ab Vollendung des 55.Lebensjahres gibts generell kein Zurück mehr.

Der Schritt zur privaten ist deshalb sorgsam zu überlegen, zumal die Beiträge dort nicht einkommensabhängig berechnet werden sondern risikoabhängig- egal wie knapp man bei Kasse sein könnte. Das Krankheitsrisiko kann mit zunehmenden Alter ja steigen, ebenso können dann die Beiträge der privaten KK steigen.

Die Beiträge der gesetzlichen KK hingegen werden einkommensabhängig, also sozial berechnet- egal, wieviel man der KK eventuell kosten könnte.

Ich wüsste, wie ich mich in diesem Alter entscheiden würde: gesetzlich!

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