Krankenversicherung in 2017: Privat oder Gesetzlich?

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Das Ergebnis besteht aus 5 Abstimmungen

Gesetzliche Krankenversicherung 60%
Private Krankenversicherung 40%

8 Antworten

Man sieht du hast dich bereis mit dem recht Umfangreichen Thema der Krankenversicherung beschäftigt. Ein paar kleine Fehler haben sich aufgetan. Der "Mindestsatz" bei der gesetzlichen liegt aktuell nicht bei 300 Euro oder mehr, sondern für nicht hauptberuflich Selbstständige bei 170 Euro zur Kranken- und Pflegeversicherung (zur Info max. bis zu etwas über 800 Euro) und der Beitrag in der GKV ist vom Einkommen abhängig. Ansonsten hast du dich ja schon ganz gut mit den Unterschieden beschäftigt.

Du kannst grundsätzlich davon ausgehen, dass in der PKV die Prämie im Alter steigt. In der GKV ist der Beitrag devinitiv Einkommensabhängig. Eine wirkliche Empfehlung kann dir hier niemand geben, da wir zu wenig Informationen über dich haben, wir können dir an diesr Stelle nur wichtige Eckpunkte nennen, die du bei deiner Entscheidung bedenken solltest.

Zum einen ist dies: Wie ist dein Familienstand? Hast du Kinder? Bzw. ist Familie in Zukunft ein Teil deiner Lebensplannung? Kinder und Ehepartner können in vielen Fällen in der GKV kostenfrei mitversichert werden. In der PKV muss hier ein seperater Beitrag gezahlt werden. Sollte dein Ehepartner freiwillig bei einer GKV versichert sein wird dein Einkommen im manchen Fällen sogar zur Beitragsberechnung herangezogen und auch wenn dein Ehepartner gesetzlich versichert sein sollte kann durch deine Privatversicherung die kostenlose Versicherung eurer Kinder außgeschlossen sein.

Wie sicher ist dein Einkommen und wie viel kannst du zur Sicherheit zurücklegen bzw. in Altersvorsorge investieren?  Altersvorsorge ist ein Thema mit dem man sich sowieso beschäftigen sollte. Wenn man privat krankenversichert ist sowieso. Da die privaten Krankenversicherungsprämien im Regelfall steigen sollte man dies bei der  Altersvorsorge auf jeden Fall einkalkulieren. In der gesetzlichen Krankenversicherung kann der Beitrag (zum Beispiel durch Anhebung der BBG oder der Beitragssätze) steigen, der Beitrag ist trozdem vom Einkommen abhängig und gerade nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben hat man im Regelfall geringeres Einkommen als im Erwerbsleben. Auch eine Möglicher Verlust der Erwerbsfähigkeit sollte man sich bewusst sein.

Warum sollte die Entscheidung gut überdacht werden? Der Wechsel aus der privaten in die gesetzliche ist nur in wenigen Fällen möglich, nämlich wenn Versicherungspflicht eintritt und ab dem 55 Lebensjahr ist der Wechsel in die GKV vollständig ausgeschlossen.

Man kann natürlich nur von den aktuellen gesetzlichen Reglungen ausgehen und dass das gesamte Systhem abgeschafft wird kann niemand garantieren. 

Der Wechsel in die PKV ist finde ich mit mehr Risiken Verbunden als eine Versicherung in der GKV. In vielen Fällen und insbesondere für gutverdienende Menschen ist eine PKV oft auch aus finanzieller Sicht sinnvoll, aber auch gerade für Familien oder Selbstständige oft mit mehr Kosten und Risiken verbunden, als diese zu Anfang überschaut haben. 

Als alternativ kann man Zusatzversicherungen abschließen, die man bei finanzieller Not wieder kündigen kann.

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Private Krankenversicherung


Also: Was bevorzugt ihr (als Selbständiger) ?

Für mich selbst? Privat!

In der gesetzlichen würde ich den Höchstbeitrag zahlen, so komme ich 300,- € günstiger im Monat weg. Bin selber auch fast nie beim Arzt (bin 33) daher hab ich recht oft Beitragserstattungen. Durch den Selbtbehalt kann ich meine Beiträge der Höhe nach steuern.

Das kannst du aber nicht allgemeinverbindlich sagen für alle Selbständige. Da auch private Versicherer bei Beitragsrückstand nicht kündigen können sind diese vorsichtiger geworden, als Gründer oder mit zu wenig Gewinn versichert dich keiner.

Kostensteigerungen passieren in der Tat in beiden Systemen.

In der GKV steigt jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenze und die Kassen erhöhen mittlerweile regelmäßig den Zusatzbeitrag. Ferner bleibt natürlich immer die Gefahr, dass der Gesetzgeber hingeht und eine Leistung x aus dem Leistungskatalog entfernt, womit diese dann nicht mehr übernommen würde.

Wer sich für die PKV entscheidet und dadurch eine Kostenersparnis hat, sollte diese auf jeden Fall gewinnbringend anlegen und nicht verleben. Dann tun auch Beitragsanpassungen später nicht so weh.

Ferner sollte man sich eine Gesellschaft suchen die vernünftig Altersrückstellungen kalkulieren kann. Eine gute PKV wird NIEMALS altersbedingt teurer sondern nur aufgrund der allgemeinen Kostenentwicklung im Gesundheitswesen.


Kosten richten sich nach Umsatz

Falsch, falsch, falsch.

Umsatz ist keine Größe in der gesetzlichen Krankenversicherung. Entscheidend ist der Gewinn laut Einkommensteuerbescheid.


wenn alle Stricke reissen, kann man sein Gewerbe abmelden, sich einen normalen Job suchen und wieder zurück in die Gesetzliche.

Das geht so lange man noch nicht 55 Jahre alt ist. Danach ist der GKV Zug endgültig abgefahren.

Solltest du dein Gewerbe in eine Kapitalgesellschaft überführen mit dir selbst als beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer könnnen ferner die Hälfte der KV-Kosten als Lohnnebenkosten beim Gehalt über die Firma laufen (Betriebsausgaben).


Lässt mich der Staat wirklich verhungern, wenn ich mit 67 alleine 800€ nur für meine private Krankenversicherung aufbringen muss?

Nope. Basistarif und SGB XII Aufstockung. Aber wie ich bereits sagte wenn du freies Geld in jungen Jahren anlegst ist das kein Thema.

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Private Krankenversicherung

Soweit alles richtig was Du sagst, ausser in 2 Punkten bin ich nicht bei Dir:

  1. Selbstbehalt,
    kann man auf erträgliches Maß reduzieren, oder sich ohne Selbstbehalt in der PKV versichern.
  2. Beitrag ./. Beiträge im Alter: 

wer sich "richtig" privat versichert spart ein Leben lang eine menge Beiträge und kann seine PKV auch im Alter leichter bedienen als ein pflichtversicherter. Die Beitragsersparnis liegt bei rund 50% also 300 - 400 € monatlich in der PKV, wer höchstens die Hälfte der eingesparten Beiträge in eine separate Rentenversicherung investiert die nur der Absicherung der KV Beiträge im Alter dienen soll (obwohl das Kapital frei verfügbar bleibt und in keinster Weise an die Krankenversicherung gebunden ist. Diese Abgrenzung dient lediglich der gedanklichen Beschränkung), der bleibt bestens PKV versichert, zahlt immer noch ca 150- 200 Euro weniger Beiträge für PKV und PKV-Rentenversicherung zusammen als in der GKV und braucht sich um die Beiträge im Alter nicht die geringsten Sorgen zu machen. Ein derzeitiger Monatsbeitrag in einer privaten Rentenversicherung von 150 bis 200 Euro Euro reicht im allgemeinen je nach Eintrittsalter sogar fast dazu aus die gesamten Beiträge im Alter bezahlen zu können, sprich man läuft auf eine Nulltarif alters- PKV zu. Und sollte man den Renteneintritt selbst nicht erleben, bleibt das angesparte Kapital den Nachkommen.

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@Gamer4567,

ohne weitere Informationen über dich, deine Familie und dein mtl. Einkommen, kann ich deine Frage nicht beantworten.

Denn davon ist es abhängig ob eine private Krankenversicherung für dich sinnvoll ist.

Außerdem ist es völlig falsch, nach dem Preisunterschied zu schauen:

In der PKV sind meistens die Beiträge in jungen Jahren günstiger.

Nur sollte man die Ersparnisse (Differenz zwischen PKV und GKV) in eine Altersversorgung einzahlen um im Rentenalter die Beiträge in der PKV finanzieren zu können.

Wichtig für die PKV sollte die bessere Leistung sein: bedeutet man sollte auch keinen Billigtarif für 300 € wählen, sondern einen leistungsstarken Tarif der die notwendigen Behandlungen völlig abdeckt. Wobei auch das Krankentagegeld, und eine ergänzende Pflegeversicherung sinnvoll absichern sollte.

Weitere Informationen von mir gibt es erst wenn du mir weitere Informationen nennst über deine Familie die evt. mitversichert werden müsste, deine mtl. Einkünfte und seit wann du überhaupt selbständig bist.

Gruß Apolon

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Gesetzliche Krankenversicherung

wichtiger Punkt bei der Entscheidung ist auch immer wie die Familienplanung aussieht. wenn ein Ehegatte privat versichert ist und Nachwuchs da ist, ist es idR immer schlecht mit der PKV.

ebenso wenn man die Selbständigkeit nicht mehr hat, aber auch kein ALG1 bekommt, dann sitzt man weiter in der PKV und muss das brav zahlen. selbst als Hartz4 Empfänger.

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Gesetzliche Krankenversicherung

>Lässt mich der Staat wirklich verhungern, wenn ich mit 67 alleine 800€
nur für meine private Krankenversicherung aufbringen muss?<

Die GKV ist eine Sozialversicherung, genau wie die RV.

Wenn du nie etwas einbzahlt hast, hast du keinerlei Anspruch.

Und das ist auch gut so.

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Kommentar von Gamer4567
18.06.2017, 21:14

Fällt mir irgendwie schwer zu glauben. Ich frage mich, wie das bei den Leuten funktioniert die mit 67 jetzt 800€ an die PKV zahlen müssen und vlt 1.200€ Rente bekommen...

Mit der Rv siehts doch genau so. Auch Jemand der NIEMALS eingezahlt hat, wird am Ende nicht einfach verhungern müssen. Ob man so ein Leben möchte, sei mal dahingestellt...

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Gesetzliche Krankenversicherung

Und wie oft diese Frage hier schon gestellt wurde.

https://www.gutefrage.net/suche?q=gesetliche+oder+private+

Ich jedenfalls kann nur jedem raten versichere dich freiwillig in der gkv

Und der graviernste Fehler in deiner Aufzählung ist nicht nur:

der Beitrag zur gkv wird nicht nach dem Umsatz berechnet, sondern aus deim zuversteuerenden Einkommen.

Und das zuversteuernde Einkommenerrechnet sich ( zumindst bei Einzelunternehmern) aus : Umsatz minus Betriebskosten.

Sondern auch, dass der Mindestbeitrag zur gkv deutlich unter 300€ liegt ( ca. 170€ mtl.)

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Kommentar von Gamer4567
19.06.2017, 12:35

1. In meiner Frage steht, dass diese Frage bestimmt schonmal gestellt wurde ABER die Bedingungen sich ja jedes Jahr ändern (Kosten der GKV steigen ebenfalls).

170€? Für einen Selbständigen? Was darf man denn da noch für einen monatlichen Gewinn haben? 1000€ Netto? Oder wie soll das funktionieren? Bei einem Nettogewinn von ca. 2.000 im Monat bin ich schon bei 400€ KGV. Und ein Nettogewinner (vor Steuer) von 2.000€ ist nicht gerade der Hit für Jemanden der Selbständig ist. Davon bleibt ja nur knapp die Hälfte übrig. 

Mag sein, dass es einen Mindestbeitrag von 170€ gibt. Das wird aber kein ernstzunehmender Selbständiger zahlen.

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In eine Private kommst Du nur ab einem bestimmten Einkommen. Preise steigen überall und immer wieder

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Kommentar von kevin1905
18.06.2017, 14:27

In eine Private kommst Du nur ab einem bestimmten Einkommen

Das gilt für Angestellte, nicht für Selbständige oder Beamte.

Selbständige mit zu wenig Einkommen werden nur regelmäßig nicht angenommen da private Krankenversicherungen nur bei Beamten (a.P. oder a.L.) Kontrahierungszwang haben.

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