Krankenversicherung, gesetzlich Pflicht, Strafe?

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6 Antworten

Krankenversicherung ist Pflicht. Wenn du kein Einkommen hast, wird der Mindestbeitrag von ca 170 € fällig. Wenn du nicht zahlst (egal aus welchem Grund), laufen erhebliche Schulden auf.

Wieso hast du denn keinen Anspruch auf Grundsicherung?

Ist es in Deutschland eine Krankenversicherung einer Pflicht(gesetzlich)

Ja. Geregelt in § 193 VVG.

und ist es strafbar wenn man keine Krankenversicherung hat?

Nein. Es besteht aber eine Pflichtmitgliedschaft, was bedeutet, auch wenn man meint, unversichert zu sein, ist de jure ein rückwirkendes Wiederaufleben der letzten Verischerung erfolgt. Nur kann das der Versicherer nicht wissen, ehe es entweder auffällt oder aber der VN sich meldet. Und die Biträge sind rückwirkend nachzuzahlen.

Strafbar ist es nicht.

Aber es besteht allgemeine Versicherungspflicht. Eine Krankenversicherung ist ohne Nachweis des Verzugs ins Ausland oder der Weiterversicherung bei einer anderen Versicherung nicht kündbar.

Du musst dir keine Sorgen um eine Strafe machen, weil dich deine Krankenkasse einfach nicht aus deiner Krankenversicherung raus lässt, wenn du keine andere Krankenversicherung nachweist. Und die nächste handhabt das genauso. Grund hierfür ist, dass (wie du schon richtig gesagt hast) versichert sein musst.

Solltest du dich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten, so wäre es möglich eine Krankenversicherung für "Ausländer in Deutschland" bei einer privaten Krankenversicherung abzuschließen. In dem Fall müsste man sich fragen, ob man über das Heimatland versichert ist oder nicht. 

Diese Verträge sind aber an Maximal-Fristen gebunden (teilweise 45 Tage und im besten Fall bis zu einem Jahr. Die Kosten liegen bei ca. 1,50 € pro Tag.

@argysn,

ich denke nicht, dass man gesetzlich verpflichtet ist, krankenversichert zu sein. Ich fände es aber ganz schön kurzsichtig, wenn man nicht krankenversichert ist.

Die Beiträge für meine Krankenversicherung zahle ich auch selbst. Wer sonst sollte sie für mich bezahlen?

kevin1905 14.09.2016, 22:47

ich denke nicht, dass man gesetzlich verpflichtet ist, krankenversichert zu sein.

Und ich weiß, dass du falsch liegst:

§§ 193 VVG, 188 Abs. 4 SGB V.

Wer sonst sollte sie für mich bezahlen?

Beitragsschuldner bei Arbeitnehmern mit mehr als 450,- € Verdienst ist der Arbeitgeber. Dieser hat auch die Hälfte der Beiträge selbst zu tragen.

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Delveng 14.09.2016, 22:53
@kevin1905

@kevin1905,

vielen Dank für Deine wertvollen Informationen.

Wenn die Bürger gesetzlich verpflichtet wären, krankenversichert zu sein, wieso wurde dann eine Freundin von mir von ihrer bisherigen Krankenversicherung "rausgeschmissen" und keine andere Krankenversicherung nimmt sie auf?

Seit Jahrzehnten bin ich krankenversichert und schon immer habe ich allein meine Beiträge zur Krankenversicherung selbst bezahlt.

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NochWasFrei 14.09.2016, 22:59
@Delveng

War die Freundin privat oder gesetzlich versichert? Prinzipiell MUSS sie von einer Krankenversicherung aufgenommen werden, bei einer Privaten aber nicht zum evtl. gewünschten Tarif.

Bei Arbeitnehmern führt der Arbeitgeber die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung ab. Ich nehme an du bist selbstständig oder als Arbeitnehmer privat versichert?

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Delveng 14.09.2016, 23:01
@NochWasFrei

@NochWasFrei,

nein, ich war noch nie in meinem Leben ein Selbstständiger (in Bezug auf das Arbeitsleben).

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FordPrefect 15.09.2016, 08:47
@Delveng

Wenn die Bürger gesetzlich verpflichtet wären, krankenversichert zu
sein,

Das sind sie. Wie @kevin1905 bereits korrekt nachgewiesen hat.

wieso wurde dann eine Freundin von mir von ihrer bisherigen
Krankenversicherung "rausgeschmissen"

Das ist in der GKV nicht möglich, es sei denn, die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der GKV lägen nicht mehr vor. Im Kontext ist demzufolge zu vermuten, dass sie PKV-Mitglied war (und ist). Falls nicht, bitte mehr Details liefern.

und keine andere Krankenversicherung nimmt sie auf?

Jede PKV ist verpflichtet, sie aufzunehmen, mindestens im Basistarif.

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argysn 14.09.2016, 22:53

eine Familienversicherung ist möglich wenn man verheiratet ist.
Wenn ich kündige und später wieder mich anmelden möchte,
soll ich dann diese Monate die ich nicht versiechert war, trozdem  bezahlen.

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FordPrefect 15.09.2016, 11:13
@argysn

eine Familienversicherung ist möglich wenn man verheiratet ist.

Nicht nur. Siehe § 10 SGB V.

Wenn ich kündige und später wieder mich anmelden möchte,

Dann wird die Kündigung nie wirksam. Genau deswegen heißt es ja "Pflichtversicherung". Näheres siehe § 188 Abs. 4 SGB V.

soll ich dann diese Monate die ich nicht versiechert war, trozdem  bezahlen.

Weil die Versicherung nie geendet hat, sind die Beiträge natürlich nachzuentrichten.

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