Krankenversicherung für Rentner - meinen Vater

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4 Antworten

Er kann sich ganz normal bei jeder Krankenversicherung pflichtversichern lassen. Er sollte aber vorher die Beiträge vergleichen. Mein nachbar hat weniger als € 900,. im Monat und ist auch ganz normal versichert . ich glaube bei der BARMER

flohibie 16.03.2014, 18:12

Aber die AOK hat ihn abgelehnt, da haben wir uns schon erkundigt. (Weil er bisher privatversichert über meine Mutter war) Ist das bei der Barmer anders?

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InderRuhe 16.03.2014, 21:13
@flohibie

Nein, die Barmer wird das nicht anders handhaben, da sie an die gleichen Gesetze gebunden ist, wie die AOK. Als Rentner wird er nicht mehr in die gesetzliche kommen.

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sassenach4u 17.03.2014, 17:14

Leider komplett falsch

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das ist so eine der vielen Lücken im System, dass Ehepartner von Beamten, die im Alter geschieden werden oder wo der verbeamtete Ehepartner auf einmal wegstirbt, bei der Krankenversicherung mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen.

Folgende Möglichkeiten: 1. Deutsche Private Krankenversicherung: wird im Normaltarif vermutlich unbezahlbar für ihn. Er kann sich im Basis-Tarif anmelden (auch unbezahlbar) und muss nur den ersten MOnatsbeitrag zahlen. Danach Zahlungen erstmal einstellen, bis man in den sogenannten Notlagen-Tarif überführt wird. Der kostet nur um die 100 EUR p.m. - aber, wie der Name sagt, deckt er auch nur die GRoßrisiken, d.h. wenn man starke Schmerzen oder Blutungen etc hat, also den klassischen Notfall. Aber immerhin für Deinen Vater finanziell noch tragbar.

  1. Krankenversicherung bei einem EWR-Dienstleister (europäische Krankenversicherung). Die könnte deutlich günstiger ausfallen als eine deutsche PKV, aber sicherlich teurer als der Notlagentarif. Mal nach Anbietern googeln und beraten lassen.

  2. in die deutsche GKV gibt es keinen "normalen" Weg mehr zurück. Es gibt aber noch Unwege. Wenn Dein Vater für etwas mehr als einen Monat richtig im europäischen Ausland lebt in einem der Mitgliedsstaaten, die eine staatliche Pflichtversicherung haben wie England oder Österreich und er kommt dann mit dem Nachweis, dass er dort versichert war, zurück nach Deutschland, dann MUSS ihn eine deutsche AOK genau so aufnehmen als ob aus der Pflichtversicherung einer deutschen GKV kommt und dann freiwillig weiter versichern. Ist kompliziert, weil er sich richtig in Deutschland abmelden muss und woanders anmelden und vorher überprüfen muss, in welchen EU-Ländern das dann gleich einhergeht mit einer Anmeldung in der dortigen staatlichen Krankenversicherung. Aber dann klappt es.

Servus

sassenach4u 17.03.2014, 17:15

Wenn schon dann bitte "alle deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen" - und der Trick hat so seine Tücken, die will ich hier nicht ausführen.

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Gettysburg 17.03.2014, 17:37
@sassenach4u

Vorab:** sassenach4u ist ein anerkannter GKV-Experte, daher sind Ihre Kommentare immer wichtig und im wesentlichen auch immer richtig :-)**

Natürlich betrifft das nicht nur die AOK - alle GKV müssten demnach jemanden, der aus einer "GKV" eines anderen europäischen Mitgliedsstaat kommt, automatisch in der deutschen GKV weiterversichern als freiwilliges Mitglied.

Tricks sind immer unschön - aber in einem so teilweise widersinnigen System wie dem deutschen Krankenversicherungssystem muss man schonmal mit Tricks arbeiten, um Leute, die ohne eigenes Zutun oder schuldhaftes Verhalten durchs Netz fallen zu schützen. Und ich denke schon, dass man sich - nachdem wir uns ja einig sind, dass eine Pflichtversicherung in Deutschland inzwischen schon nach einen Monat zu einer automatischen Folgeversicherung in freiwilliger Mitgliedschaft führt - beim Umweg über ein EU-Mitgliedsland auf die EU-Richtlinie 2004R0883 mit Erfolg berufen kann, hier den Artikel 6:

Zusammenrechnung der Zeiten Sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, berücksichtigt der zuständige Träger eines Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften: — den Erwerb, die Aufrechterhaltung, die Dauer oder das Wiederaufleben des Leistungsanspruchs, — die Anwendung bestimmter Rechtsvorschriften, oder — den Zugang zu bzw. die Befreiung von der Pflichtversicherung, der freiwilligen Versicherung oder der freiwilligen Weiterversicherung, von der Zurücklegung von Versicherungszeiten, Beschäftigungszeiten, Zeiten einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder Wohnzeiten abhängig machen, soweit erforderlich die nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats zurückgelegten Versicherungszeiten, Beschäftigungszeiten, Zeiten einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder Wohnzeiten, als ob es sich um Zeiten handeln würde, die nach den für diesen Träger geltenden Rechtsvorschriften zurückgelegt worden sind.

Damit würde ich mir immer zutrauen, die Mitgliedschaft in einer deutschen GKV auch gerichtlich durchzusetzen.

Cheerio

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flohibie 17.03.2014, 19:42

Vielen Dank, das hat mir sehr geholfen!

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was meinst du denn mit privat versichert? ist die Mutter in einer privaten Krankenversicherung (Beamtin) oder ist sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert?

wenn dein Vater tatsächlich in der PKV war und nicht GKV, dann muss er in der PKV bleiben und sich dort selbst versichern, da die GKV eine Altersgrenze von 55 Jahren hat.

flohibie 16.03.2014, 20:57

Meine Mutter ist Beamtin und in einer PKV... Das wird für meinen Vater dann aber sehr teuer, oder?

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InderRuhe 16.03.2014, 21:17
@flohibie

Dein Vater sollte sich nach Basistarifen erkundigen, die orientieren sich an der Beitragshöhe freiwillig in der gesetzlichen KV Versicherten. Außerdem kann er bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Beitragszuschuss stellen.

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Hallo,

ist die Mutter Beamtin oder Pensionärin? War oder ist sie bei der Post, Telekom oder Bahn beschäftigt?

Ist der Vater älter als 55 Jahre?

Gruß

RHW

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