Krankenversicherung der Kinder - wenn Vater privat versichert ist

3 Antworten

Hallo,

jedes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse kann seine Kinder kostenlos familienversichern. Es gibt aber nach § 10 Absatz 3 SGB V eine Ausnahme, wenn folgende Punkte alle gleichzeitig zutreffen:

  • die Eltern sind verheiratet

  • es sind gemeinsame Kinder (keine Stiefkinder)

  • der PKV-Elternteil hat höhere Einkünfte als der GKV-Elternteil

  • die Einkünfte des PKV-Elternteil betragen mehr als 53.550 Euro jährlich

Einkünfte ist ein Begriff aus dem Steuerrecht: Urlaubs-/Weihnachtsgeld etc, Zindsen und Mieteinahmen gehören zu den Einkünften. Werbungskosten (oder Werbungskostenpauschale) können aber abgezogen werden. Nach § 6 SGB V gehören Zuschläge, die wegen des Familienstandes gezahlt werden, nicht zu den Einkünften.

Wenn die kostenlose Familienversicherung ausgeschlossen ist, besteht eine Wahlmöglichkeit zwischen Beiträgen in der PKV oder in der GKV. Beiträge sind immer pro Kind zu zahlen.

Wenn man sich dann für das Kind für eine PKV entscheidet, kann das Kind nur wieder in die GKV wechseln, wenn:

• einer der 4 Punkte wieder entfällt

• eine betriebliche Berufsausbildung begonnen wird

• ein Studium an einer dt. Hochschule begonnen wird

Die Leistungen für die Kinder sind in der PKV oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen betroffener Eltern vermerkt:

rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag der PKV sollte man immer zu 100% korrekt ausfüllen:

.test.de/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-0/

Bei den Leistungen für die Kinder sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Kieferorthopädische Behandlung

• Reha/Kur (z.B. auch Mutter-Kind-Kur...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe), z.B. in der Pubertät

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Unfällen

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden Leistungen, soweit sie das medizinisch notwendige Maß nicht übersteigen, erstattet. Was notwendig ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - oft nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkassen verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge). Viele Pribvatversicherungen versichern Kinder nur, wenn auch ein Elternteil beim gleichen Unternehmen versichert ist.

Vielleicht interessante Links (3x "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/1114/00_pkv.jsp

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Online-Vergleichsportale haben oft ihre Tücken:

.wiwo.de/finanzen/kroetenwanderung-versicherungen-die-fiesen-tricks-de....

Bei pauschalen Aussagen "PKV ist besser" oder "GKV ist besser" sollte man immer sehr vorsichtig sein. Nicht nur jedes PKV-Unternehmen hat andere Leistungen, sondern auch die Tarife beim gleichen Unternehmen können sehr große Unterschiede aufweisen. Realistische Preisangaben über PKV-Beiträge sind kaum möglich, da die Wahl der einzelnen Tarifbausteine die Preise sehr deutlich beeinflussen kann (z.B. kieferorthopädische Behandlung und Reha).

Am besten ganz in Ruhe bei Experten der PKV und bei Experten der GKV beraten lassen. Am besten immer über die Schwachstellen der anderen Versicherungsart informieren. Wenn jemand sagt, dass die Leistungen eines bestimmten PKV-Tarifs immer besser als die Leistungen der GKV sind, sollte man sich das ins Beratungsprotokoll schreiben lassen.

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Beim Angebot der SDK sollte man besonders auf diese Punkte achten:

  • Reha/Kur

  • kieferorthopädische Behandlung (Zahnspange)

  • "kleine" Hilfsmittel: z.B. Windeln (auch bei kleinen Einzelpreisen können durch die hohe Zahl der Tage, an denen die Hilfsmittel benötigt werden, große Kosten entstehen)

  • Krankenwagen/Taxi/Rettungshubschrauber

  • Leistungen im Ausland

  • wenn das Kind in einer Privatversicherung ist, besteht für die Mutter bei ihrer gesetzl. Krankenkasse kein Anspruch auf "Krankengeld bei Erkrankung des Kindes" mehr (§ 45 SGB V).

  • Selbstbeteiligung (pro Jahr)

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Wer ist denn in der Beihilfe?

Der sollte die Kinder dann mitversichern.

Hallo, ich nehme an, dass der Vater im Beamtenverhältnis steht.

Der Beihilfesatz beträgt 80% für Kinder von Beamten. Hier findet man einen PKV-Rechner, der auch für beihilfeberechtigte Kinder genutzt werden kann.

http://www.pkv-kindertarif.de/pkv-kind-online-rechner

SDK, Inter, Signa, Barmenia, HanseMerkur und die Alte Oldenburger sind z.B. Versicherungen die Kinder in einem eigenem Vertrag aufnehmen und in den Rechnern mit einzelnen Tarifen fast immer auf den vorderen Plätzen liegen..

Die SDK hat günstige gute Tarife ab 29 €/Monat und sehr guten Tarife ab ca. 35 €/Monat.

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