Krankenversicherung Beamte

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6 Antworten

Hallo,

wenn man bisher in der gesetzlichen Krankenversicherung über die Eltern versichert ist, kann man sich bei Beginn der Beamtenanwärtertätigkeit zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung entscheiden.

Folgende Punkte können dabei wichtig sein:

• Man sollte spätere Veränderungen mit in den Vergleich einbeziehen: Nachwuchs (Kind mit Behinderung?), Frühpensionierung, Teilzeittätigkeit, Sabbatjahr, Elternzeit (Zahl der möglichen Kinder), späteres Studium bei unbezahltem Urlaub, nicht berufstätiger Ehegatte (in der GKV zahlt der Ehegatte ggf. Beiträge nach der Hälfte des Einkommens des PKV-Ehegatten)

• Was ist, wenn man später nicht Beamter bleibt (auf eigenen Wunsch, nach Ende der Anwärtertätigkeit oder aufgrund von unerwünschten Vorfällen - auch im privaten Bereich)? Als Arbeitsloser oder Selbständiger kann man in den allermeisten Fällen nicht mehr in die GKV zurück (bzw. nur bis zum 23. Geburtstag über die Versicherung der Eltern). Der Beihilfeanspruch entfällt und die PKV-Beiträge steigen dann deutlich.

• Bei den Leistungen sollte man besonders auf Reha/Kuren (auch Mutter-Kind-Kuren), den offenen Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie (Anzahl der Sitzungen), Hebammenhilfe, Haushaltshilfe und Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe) achten. Hier gibt es zwischen den Privatversicherungen (und zur GKV) große Unterschiede. Für Neugeborene kann man u.U. nur die Tarife versichern, die die Eltern bereits abgeschlossen haben. Bei behinderten Kindern kann das ein großes Problem sein.

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Als Beamtin oder Pensionärin ist eine Rückkehr in die GKV praktisch nicht mehr möglich.

Beiträge in der PKV sind für kerngesunde Menschen berechnet. Diese sind aber sehr selten. Gab es in den letzten Jahren mal Erkältungen/Grippe, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Einschränkungen der Gelenke? Die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag sind immer zu 100% korrekt anzugeben.

.test.de/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-166....

In der Privatversicherung werden Leistungen nur erstattet, soweit sie das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Problematisch kann es sein, dass man erst erfährt, was notwendig ist, wenn man Rechnungen zur Erstattung einreicht. Der Behandler hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - nur anerkannte Behandlungsmethoden erstattet:

§ 4 Absatz 6 und § 5 Absatz 2 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

In der GKV beträgt der Beitrag 14,9% zur Kranken- und 1,025% (bzw. ab 23 Jahre: 1,275%) zur Pflegeversicherung (berechnet von den Bruttoeinnahmen). Bei Teilzeitarbeit ist das ggf. ein großer Vorteil. Wenn man sich zunächst für die GKV entscheidet, gilt später eine Kündigungsfrist von 2 vollen Kalendermonaten.

Vielleicht interessant (jeweils 3 mal "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/taetigkeitsbericht/

Schnellsuche nach PKV: rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

Vielleicht interessant:

.gutefrage.net/frage/von-der-privaten-in-die-gesetzliche-krankenversicherung

Vor einer Entscheidung sollte man sehr ausführliche Gespräche mit Experten der PKV und Experten der GKV führen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf. Ggf. auch Beamte fragen, die häufig Leistungen benötigen bzw. in Frühpension gegangen sind.

In der GKV kann man auch einen Erstattungstarif wählen. Dann ist man beim Arzt Privatpatient und kann die Privatrechnungen bei der Krankenkasse und der Beihilfestelle einreichen. Einzelheiten mit der gesetzlichen Krankenkasse und der Beihilfe vor einer Entscheidung klären. Den Tarif kann man nach drei Monaten jederzeit beenden.

In Hessen gibt es für Beamte in der GKV Sonderregelungen.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

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Als Beamter gibt es im Prinzip nicht wirklich eine sinnvolle Alternative zur PKV. Wenn du in der gesetzlichen Versicherung bleibst, musst du den Höchstbetrag zahlen, da du dann als "freiwilliges Mitglied" geführt wirst (Denn Beamte sind ja nicht versicherungspflichtig!).

Zudem sind für Beamte die PKV billiger als für den "normalen" Gutverdiener, da Beamte beihilfeberechtigt sind. Das heißt, der Dienstherr übernimmt schon mal in der Regel 50% der Behandlungskosten, nur für die anderen 50% muss also eine Versicherung her. Diese Beihilfe entfällt, wenn man sich gesetzlich versichern will.

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Kommentar von RHWWW
05.07.2014, 19:28
musst du den Höchstbetrag zahlen

Die Beiträge in der GKV werden** prozentual** von den Bruttoeinnahmen berechnet. Nur wenn die Bruttoeinnahmen mehr als 4050 Euro betragen, zahlt man die Höchstbeiträge.

Auch bei späterer Elternzeit oder Teilzeitarbeit werden die GKV-Beiträge prozentual berechnet (Mindesbeitrag 156 Euro monatlich).

-> § 240 SGB V

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Muss oder kann man sich als Beamter privat versichern?

Kann.

Was muss man dabei beachten

Keine Beihilfe bei gesetzlicher Versicherung. Darfst du alles selber bezahlen.

bzw mit welchen habt ihr gute/schlechte Erfahrungen gemacht?

Nicht nach den Erfahrungen anderer fragen, die nicht 1 zu 1 dein Leben führen und deine Lebensplanung haben.

Spricht mit einem Experten (Versicherungsmakler, - berater).

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Ja, du kannst dich privat versichern, musst aber nicht. WIchtig ist das du die Rechnungen bekommst und an deine Versicherung weiterleitest, dann bekommst du die Kosten ersetzt.

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Hallo,

wenn du eine günstige, gesetzliche Versicherung hast, bleibe dort.

Die meisten übersehen, das sie erstmal alles bezahlen, also auslegen müssen.

Die Rückerstattung durch die Kasse und Behörde zieht sich auf in die Länge.

Da sind z.B. bei einer OP schnell mal ein Tausender weg, denn die Sätze sind extrem höher.

Gruß

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Kommentar von basiswissen
31.05.2015, 08:13

Krankenhäuser rechnen ohnehin direkt mit dem Versicherer ab. Da sind keine Tausender" weg.
Und auslegen muss man nicht. Der Arzt hat - wie fast jeder Dienstleister - ein Zahlungsziel von 4 Wochen, also Rechnung nach Erhalt zur Kasse senden und vor Fälligkeit ist die Erstattung da.

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