Krankenversicherung als Student (privat/gesetzlich)

2 Antworten

mit Beginn des Studium muss man sich für eine private ODER eine gesetzliche Kasse entscheiden. dies ist dann bindend bis zum Ende des Studiums. d.h. für dich jetzt, dass du dir, wenn du in die GKV möchtest, eine Krankenkasse aussuchst, einen Antrag auf KVDS (Krankenversicherung der Studenten) ausfüllst und dann die Mitgliedsbescheinigung bzw. den Nachweis für die Immatrikulation bei der Uni abgibst.

Hallo,

bei Beginn des Studiums wird man automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung als Student pflichtversichert. Wenn man sich eine gesetzliche Krankenkasse ausgesucht hat, erhält man von dieser auch die Bescheinigung für die Einschreibung. Nach § 8 SGB V kann man sich aber innerhalb von 3 Monaten nach Semesterbeginn von dieser Versicherungspflicht auf schriftlichen Antrag befreien lassen. Diese Befreiung ist unwiderruflich!

Wenn man sich als Student von der GKV befreien lässt, ist ein späterer Wechsel in die GKV nur unter bestimmten Bedingungen möglich: Wenn man nach dem Studium eine Arbeitnehmertätigkeit mit mehr als 450 Euro monatlich und weniger als 4350 Euro brutto monatlich bzw. 52.200 Euro jährlich aufnimmt, wird man nach der derzeitigen Rechtslage in der GKV versichert. Wenn man nach Studienende arbeitslos ist, sich selbständig macht oder eine Beamtentätigkeit aufnimmt, kann man nicht in die GKV wechseln. Wenn der Vater Beamter ist, bleibt man bei Wegfall der Beihilfe (z.B. Altersgrenze, Einkommensgrenze) und dadurch wesentlich steigenden PKV-Beiträgen weiterhin in der PKV.

Auch bei Wegfall von Einkommen (z.B. Studentenjob) bleibt man weiter in der PKV.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für eigene Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen. Wenn man sich als Student von der Versicherungspflicht befreien lässt, kann man als Student nie in die kostenlose Familienversicherung des (späteren) Ehegatten wechseln.

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Zahnersatz gestaffelte Höchstleistunggen in den ersten Jahren

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe, z.B. bei Burnout, Prüfungsstress ...)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

Man kann PKV-Experten auch eine Testfrage stellen: "Kann man nach dem Studium als Arbeitsloser wieder in die GKV zurück?" Wenn die Antwort "ja" lautet, hat der "Experte" noch den Stand von 2008. Seit 1.1.2009 gilt folgende Regelung:

.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__5.html-> Absatz 5a

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden in vielen Tarifen nur schulmedizinisch anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Die Kosten einer Versicherung bestehen immer aus den gezahlten Beiträgen und den nicht versicherten Leistungen.

Die Entscheidung hat teilweise längere Auswirkungen, als man selber annimmt, und sollte daher sehr gründlich angegangen werden.

Erfahrung eines Studenten mit der PKV:

gutefrage.net/frage/welche-private-krankenversicherung-fuer-studenten--ist-zu-empfehlen

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

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