Krankenschwester Ausbildung, Erfahrungen oder Meinungen?

5 Antworten

Das hängt alles sehr vom jeweiligen Krankenhaus und dem dortigen Umfeld ab. Die meisten Krankenhäuser sind Wirtschaftsunternehmen und es geht dort vor allem um Geld und Bettenbelegung und weniger um Patienten und gute Versorgung. Angenehm ist es in Bereichen wie Notfallmedizin, Orthopädie, eventuell noch Geburtshilfe, weil man dort die Patienten auch wieder gesund werden sieht. Bereiche wie innere Medizin sind eher unschön, denn dort hat man es mit nicht heilbaren Krankheiten zu tun und da fährt man häufiger schon mal jemanden in den Keller.

Schichtdienst ist natürlich die Regel, Überstunden oft auch, denn als Wirtschaftsunternehmen versucht das Krankenhaus mit möglichst wenig Personal möglichst viele Patienten zu betreuen. Das führt dann leider häufig dazu, dass du Patienen nicht so betreuen kannst, wie du das gerne machen würdest. Zeit für Patientengespräche ist meist eher nicht vorhanden. All das macht den Job eher unbefriedigend, vor allem, weil die Bezahlung auch nicht gerade toll ist.

Klar, ich mag die Arbeit mit Menschen total und finde die Medizin sehr spannend.. 

Schau dir bitte vorher genau an, wo du arbeiten willst. Denn in der Pflege bist du häufig das, was zwischen unfähigen Ärzten und anspruchsvollen Patienten aufgerieben wird.

Wie sieht es mit dem privat Leben aus?

Es ist in der Regel Schichtdienst. Das kann gut oder schlecht für eine Beziehung sein. Gut ist, dass jeder seine Freiräume hat, weil nicht immer beide Partner zur gleichen Zeit zu Hause sind oder arbeiten. Schlecht ist, dass man dafür auch Wochenenenden und Feiertage opfern muss (mit lächerlichen Zulagen), an denen der Partner dann alleine ist, so dass man gemeinsame Unternehmungen gut planen muss. Wobei die Planung dann mitunter auch mal durch Einspringen für kranke Kollegen durcheinandergebracht werden kann. Der Partner muss also einiges an Rücksicht und Toleranz mitbringen.

Das soll dich alles nicht davon abhalten - der Beruf ist in der richtigen Umgebung und mit den richtigen Ressourcen sehr erfüllend, aber die Realität sieht oft leider anders aus und die sollte man bei der Berufswahl - oder bei der Wahl der Arbeitsstätte - berücksichtigen.

Ich habe Altenpflege gelernt. Ich habe mich dazu entschieden, weil ich in der Pflege die menschlichere Seite ausgeprägter finde. Die Patienten bleiben längerfristig und es ist kein Kommen und Gehen.

Da die berufe nah verwandt sind, versuche ich mein bestes.

du hast natürlich eine Probezeit. Wenn du merkst, es ist so gar nicht deins, dann nutze diese Zeit, um dich neu zu orientieren. Aber warum sollte es dir nciht mehr gefallen, wenn dir doch schon deine Praktika gefielen?

Und in jedem Krankenhaus oder auf jeder Station ist es anders. Wenn es dir nicht gefallen sollte, dann musst du prüfen, ob es am Beruf an sich, oder an der Station liegt. 

Du hast genauso viel frei, wie andere Leute auch. Nur, dass du öfter unter der Woche frei haben wirst, und am Wochenende arbeitest. Genauso im schichtdienst auch nachmittags und abends. Das kann natürlich für Freunde treffen problematisch sien. Aber es macht es nicht unmöglich. Jeder Beruf schränkt das Privatleben ein und du wirst auch Absagen von Freunden hören aus beruflichen GRünden. Es ist aber natürlich sehr schwierig, terminierte Hobbies (Vereine) zu haben.

Was mir sehr gefällt: Es ist ein Berufsfeld, das mit am meisten Fort- und Weiterbildungen ermöglicht. Willst du irgendwann mal was anders machen, ist das mit einer Zusatzqualifikation sofort möglich. Und es gibt auch so sehr viele Sparten, je nach Schwerpunkt der Stationen.

Gedanken über Fortbildungen und Studienmoglichkeiten habe ich mir auch gedacht und fände,, Pflegepädagogik,, interessant.. Hast du dich auch weiter gebildet, wenn ja als was, wenn ich fragen darf :-) 

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@Lina1506

Ich mache aktuell ein Fernststudium der Sozialen Arbeit neben meine normalen Job in der Pflege.

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@Rendric

Arbeitest du dann weiter in der Pflege wenn du es beendet hast oder kann man sich dann wieder an weiteren berufen bewerben? 

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@Lina1506

ICh habe erst angefangen. Das dauert noch 3,5 Jahre bis zum Bachelor. Ich kann dir nicht sagen, was ich danach machen werde. Finde es schon sehr schwierig 4 Jahre zu planen und festzulegen.

Aber na klar stehen mir damit auch neue Berufe offen. Ob ich das dann aber auch nutze, ist etwas anderes.

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Als Krankenschwester und auch während der Lehre fährst du Schichtdienste (Nachtarbeit auch, aber nur bis zu einer gewissen Stundenzahl, die du für die Prüfung haben mußt) sowie Wochenend und Feiertagsarbeit. Dafür sollte man schon bereit sein.

Es kann körperlich sehr anstrengend sein, aber auch die Psyche wird unter Umständen stark belastet. Je nachdem, wie man mit Sterben, Tod und dem Leiden anderer Menschen umgehen kann. Auch Kinder können dazu gehören, junge Menschen, Mütter und Väter mit kleinen Kindern. Es sterben eben nicht nur "Alte".

Mir hat der Beruf anfangs wirklich Spaß gemacht, es war genau das was ich machen wollte.

Aber das war nur anfangs.

Nach 20 Jahren im Stationsdienst habe ich es nicht mehr geschafft. Die ständigen Schichtwechsel hatten massivste Schlafstörungen zur Folge. Die körperliche Belastung und auch die psychische Belastung haben meiner Meinung nach enorm zugenommen (Pflegenotstand). Die Verantwortung zu tragen, keine Fehler zu machen, und mit einem guten Gewissen nach Hause zu gehen und zu sich selbst sagen zu können: "Ich habe alle versorgt, keiner kam zu kurz, ich hab an alles gedacht" ist nicht mehr gegeben.

Als ich gekündigt habe konnte ich dank der Überstunden 14 Monate (!) zu Hause bleiben und bekam dann noch 2 Monate ausbezahlt.

Ich habe mir was anderes gesucht. Wenn ich heute Kolleginnen und Kollegen mal besuche sagen die nur: Sei froh, dass du weg bist, es ist abartig.

Familiär bist du eben an Wochenenden oft nicht da. Weihnachten, Silvester, Ostern, Pfingsten arbeiten. Sehr sehr oft wird man angerufen, weil ein Kollege erkrankt ist und übernimmt freiwillig die Schichten. Es kam nicht selten vor, dass ich 3 Wochen inklusive 3 Wochenenden durchgearbeitet habe, mit 3 Schichten.

Ich kann dir nur sagen was ich denke.

Für einen sozialen Beruf herrschen assoziale Bedingungen.

Man nutzt das soziale Gewissen der Menschen aus.

Was machst du jetzt beruflich, wenn ich fragen darf? 

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@Lina1506

Ich habe erst zu einer Abrechungsfirma für Privatabrechungen gewechselt und den ganzen Tag vorm PC verbracht und Rechnungen für Kliniken und Chefärzte geschrieben.

Dann bin ich in den Außendienst (Klinikbedarf Wundmanagement). Freie Wochenenden, freie Feiertage, freie Zeiteinteilung, sehr gutes Gehalt sprich Fixum (!), sehr gute Provisionen. Man muß halt auch arbeiten, sonst wirds nix:-).


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@Sandra9901

Musstet du dafür eine weite Ausbildung machen oder nur eine Fortbildung? Oder einfach so,, einsteigen,,? 

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@Lina1506

Bei der Abrechnungsfirma wurde man angelernt. Eine Aus- oder Fortbildung für die Privatabrechnung hatte ich nicht und war auch nicht notwendig (habe Urologie, Gynäkologie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie abgerechnet). Ist alles erlernbar, war kein Hexenwerk.

Für den Außendienst: die wollten eine Krankenschwester. Ich hatte keine speziellen Vorkenntnisse. Aber ich bekam firmeninterne Fortbildungen.

Ich bin in beide Jobs einfach eingestiegen.

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