Krankenkasse fordert wiederholt (!) eine Nachzahlung - ohne vorherigen Bescheid, obendrein. Ist das rechtens?

7 Antworten

die Beiträge von Selbständigen richten sich immer nach dem Einkommenssteuerbescheid für das entsprechende Jahr. je später man die Erklärung beim Finanzamt einreicht und eben auch später den Bescheid erhält, desto später können auch die tatsächlich fälligen Beiträge festgelegt werden. dies wird dann in einem entsprechende Bescheid mitgeteilt und die entsprechende Nachforderung eingezogen (ggf. in Raten).

kinderlose Versicherte müssen den erhöhten Beitragssatz in der Pflegeversicherung zahlen. idR gehen die Kassen eigentlich davon aus (wenn kein entsprechender Nachweis vorliegt), dass der Versicherte kinderlos ist und erhebt automatisch den höheren Beitrag. weshalb man bei dir bisher den vergünstigten (nicht Kinderlose) erhoben hat, kann ich nicht nachvollziehen. hast du Kinder?

grundsätzliich kann der Beitrag, wenn er tatsächlich falsch berechnet wurde, für 4 Jahre rückwirkend, nachgefordert werden. in deinem Fall würde ich allerdings versuchen mit der DAK zu verhandeln, dass man darauf verzichtet. als Argument würde ich auf jeden Fall die Probleme der Vergangenheit ansprechen und das es nicht dein Verschulden ist, wenn die Kasse einen Fehler macht. außerdem hättest du anstandslos deinen Rückstand in Raten ordentlich abgezahlt.

Bei mir war es wohl genau andersrum - man ging davon aus, dass ich Kinder habe. Hab ich aber nicht. Und genau das wurde vom System wohl ursprünglich falsch berechnet (nämlich "mit Kind"), und erst jetzt im Nachhinein (zu meinen Lasten) korrigiert....

Was du schreibst, hatte ich mir soweit in etwa auch schon als Argumentation zurecht gelegt; aber ob das "zugkräftig" genug ist!? Und ohne irgendeinen Rechtsbeistand funktioniert?!

0
@mia68

ich würde es auf jeden Fall nicht unversucht lassen. wenn du trotz Erhöhung des Zusatzbeitrages noch bei der DAK bleibst, anstatt vom Kündigungsrecht Gebrauch zu machen, dann kannst du auch damit noch verhandeln. es geht "nur" um 300 Euro. da würde ich die Verhandlungen auf jeden Fall aufnehmen.

0
@eulig

Ich werd mein Glück mal versuchen - danke dir nochmals! :-)  

0

Hallo erstmal, das wird anscheinend so gemacht - in deinem Fall, wird es vermutlich nicht die letzte Aktion deiner Versicherung bleiben - ich vermute, dass du bei der nächsten Berechnung ev. sogar eine Gutschrift seitens des Versicherers erhalten wirst (je nachdem bis wann die Versicherung die Berechnungszeitten einfließen hat lassen!)

...wenn das einst der Fall sein sollte, und ich bekomme von denen was gutgeschrieben, dann besorg ich mir jetzt schon mal ´nen Besen, den ich dann **esse.

Aber: Sehr schöner Gedanke von dir. ;-)

0
@mia68

also bei mir war es so in der Sebständigkeit: Jahr 1-3 gleichbleibende Ratenzahlngen - Jahr 4-5 extreme Steigerungen (inkl. Nachzahlungen) - Ende 5. Jahr Rückzahlungen bzw Gegenverrechnung auf Grund zuviel bezahlter Beiträge.

Besorg dir schon mal einen Besen ;-)

1

Ich verstehe hier einige Sachverhalte nicht.

  1. Wenn du doch ab 2013 wieder versicherungspflichtig warst, wären doch die Beiträge durch den Arbeitgeber stets korrekt und vollständig überwiesen worden. Von dem ArbG hast du entsprechend auch eine Mitteilung zur SV bekommen. Sofern du dem Arbeitgeber alle notwendigen Informationen hast zukommen lassen, bist du raus aus der Haftung.
  2. Hast du aber als Versicherter grundsätzlich Mitwirkungspflichten (§§ 60 ff SGB I), d.h. Änderungen an deinem Status hast du unaufgefordert mitzuteilen und nicht darauf zu warten, dass die Kasse sich bewegt.
  3. In der PKV ist das Einkommen nicht Beitragsgrundlage, sondern Art und Umfang des gewählten Tarifs, Gesundheitsrisiko etc.

Ist diese erneute (!) Nach- und Neurechnung rechtens?

Ist nicht abschließend zu beantworten.

Einen Beitragszuschlag von 0,25% gibt es in der Pflegeversicherung für Menschen die über 23 und unter 65 und kinerlos sind (§ 55 Abs. 3 SGB XI). Wenn dieser zu unrecht nicht erhoben wurde, kann er bis zu 4 Kalenderjahre lang nachgefordert werden.

Es kann zudem doch eigentlich auch nicht zulasten des Versicherten
gehen, wenn das Berechnungssystem der Krankenkasse an irgendeiner Stelle
einen Fehler macht!?

Grundsätzlich schuldest du die Beiträge zur gesetzlichen Versicherung kraft Gesetzes und zwar in der im SGB V und XI festgeschrieben Höhe. Wenn die Software des Versicherers aus irgendeinem Grund Bockmist baut, ändert das bestehendes Recht nicht, du schuldest weiterhin den korrekten Beitrag.

Fordere von der Kasse bitte einen rechtsmittelfähigen Bescheid an, den du dann ggf. beim Sozialrechtler prüfen lassen kannst.

Fraglich sind hier allein die Beiträge aus der Zeit der Selbständigkeit! Und tatsächlich ging/geht es bei der Nachberechnung jetzt darum, dass ich kinderlos bin - stimmt genau! Das wurde vom System wohl ursprünglich falsch berechnet (nämlich "mit Kind"), und erst jetzt im Nachhinein (zu meinen Lasten) korrigiert....

Du sagst demnach also, das hat so seine Richtigkeit!? Bin ja froh über jede verbindliche Auskunft! 

0
@mia68

Fraglich sind hier allein die Beiträge aus der Zeit der Selbständigkeit!

Ich krieg hier irgendwie den Zusammenhang nicht hin. Warst du auch
während der Selbständigkeit gesetzlich versichert?

Denn in der privaten Pflegepflichtversicherung gibt es keine Beitragszuschläge für Kinderlose.

Die PKV fordert nichts von dir?

0
@kevin1905

Ich war als Selbständige -ebenfalls bei der DAK- freiwillig versichert! 

1
@mia68

Dann bleibt meine ursprüngliche Antwort so stehen.

0
@mia68

@Mia68,

Du solltest schon bei deinen Texten bei der gleichen Aussage bleiben.

beachte bitte deinen 1 Text:

Bis 2012 etwas war ich (aufgrund selbständiger Tätigkeit) privat krankenversichert;

Und nun schreibst du

Ich war als Selbständige -ebenfalls bei der DAK- freiwillig versichert!

Die DAK ist keine private Krankenversicherung!

Bedeutet, Du hast während deiner Selbständigkeit an die GKV zu wenig Beiträge gezahlt, denn bei der GKV richtet sich der Beitrag nach den mtl. Einkünften.

Bei der PKV dagegen, nach dem Eintrittsalter und den gewählten Tarifen.

1
@Apolon

...wenn da die Begrifflichkeiten an irgendeiner Stelle "falsch" sein sollten, tut mir das leid! Bin da möglicherweise nu´nicht so versiert wie manch anderer (sonst würd auch diese Frage hier ja kaum in dieser Art stehen...)

Fakt ist, dass ich durchgehend bei der DAK versichert war und auch immer noch bin! Und dass allein mein "Status" (aus der Selbständigkeit hin zum Angestellten-Verhältnis) sich geändert hat - und das dürfte doch wohl hinreichend klar geworden sein, denk ich.

0
@mia68

Nach deiner jetzigen Info ja.

Beachte bitte, dass wir keine Hellseher sind und daher die Informationen den Tatsachen entsprechen sollten.

1
@Apolon

...man gut, du weist mich nochmal darauf hin - selbstverständlich wär ich ansonsten von dem Hellsehertum ausgegangen! Und ebenso selbstverständlich wollte ich hier absichtlich jemanden in die Irre führen!

Unfassbar... ^^

Aber danke dennoch, für diese überaus wichtigen Hinweise.    

0

Was möchtest Du wissen?