Krankenhaus - Schweigepflicht

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Hi

Grundsätzlich hast Du ein Recht auf Schweigepflicht, aber lies mal hier

Bei minderjährigen Patienten steht der Arzt vor dem ersten Problem.Hier kann es durchaus gerechtfertigt und auch notwendig sein, dass der Arzt den Eltern oder anderen staatlichen Stellen, wie zum Beispiel dem Jugendamt oder dem Familiengericht.Bei informationen gegenüber den Eltern geht man hier von einer mutmaßlichen Einwilligung des Kindes aus, dass auf den Schutz und die Hilfe der Eltern angewiesen ist. Das wird insbesondere bei sehr kleinen Kindern der Fall sein und ist regelmäßig bei "normalen" familiären Strukturen rechtlich unproblematisch.Da aber auch Minderjährige einen Anspruch auf "Geheimnisse" haben, muss/kann der Arzt bei älteren Kindern hier sehr sensibel abwägen, sodass er, wenn der Minderjährige die erforderliche Einsichts- und Entscheidungsreife hat, den Wunsch auf Geheimhaltung auch gegenüber den Eltern respektieren kann, denn grundsätzlich gilt die Schweigepflicht auch gegenüber den Familienangehörigen des Patienten, sowie den Ehepartnern. Hat dr Arzt den Eindruck, das es zum Schutz des Kindes notwendig ist, den Eltern oder Erziehungsberechtigten keine Mitteilungen zu machen (die z.B. wenn sich der Missbrauch tatsächlich oder vermutlich im Kreise der Familie stattfindet) kann er auch bei Kleinkindern von seinem recht auf Schweigen gebrauch machen, denn die Schweigepflicht ist ja nicht nur eine Pflicht des Arztes, sonder auch ein Recht. Dazu kommt, dass es grundsätzlich keine Meldepflicht bei dem Verdacht auf Kindesmissbrauch für den Arzt gibt.

Ich denke, dass ihr grundsätzlich keine Angst zu haben braucht, dass der Arzt weitere Schritte einleitet, wenn ihr euch ihm mitteilt. Der Arzt ist nicht verpflichtet dazu und wenn ihr ihn um Geheimhaltung bittet wird er das sicher respektieren, sofern er es verantworten kann.

wenn Du mehr wissen willst siehe Link

http://www.kinderschreie-rechtliches.de/schweigepflicht/aerztliche.htm

Vielen Dank für das Sternchen.

LG Sophia

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Zur Frage wie weit Ärzte verpflichtet sind Auskunft an Eltern zu geben, gibt es immer wieder Fragen und Diskusionen. Um dazu bei zu tragen dieses Thema Eindeutig zu erklären, hier mein Hinweis.

Entscheidend dabei ist die Einsichtsfähigkeit des Jugendlichen. Nicht das Wunschdenken der Eltern.

Und wie man an einigen Antworten (hier auf gutefrage.net) sehen kann haben viele Eltern / Erziehungsberechtigte immer noch die Ansicht: "Wenn du Volljärig bist ...". Oder "Bis 18 bestimmen wir ...".

Das sie damit verstaubte Ansichten haben, die mehr als 10 bis 25 Jahre hinter der Gesetzgebung des Kinder- und Jugendrechts und vieler anderer Bestimmungen, hinterher hinken, ist Schade und traurig.

Aber das ist Deutschland 2011 aktuell.

Die Gesetzgebung und das Bundesverfassungsgericht sagen folgendes dazu: "Die noch vereinzelt vertretene Ansicht, bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen bestehe keine Schweigepflicht gegenüber Eltern bzw. gesetzlichen VertreterInnen oder Schweigepflichtsentbindungen gegenüber Dritten könnten nur von den Eltern erteilt werden (z.B. Berns 1998, S. 412) ist insoweit unzutreffend, als sie pauschal für Minderjährige formuliert wird.

Zwar besteht eine aus dem Erziehungsrecht der Eltern (vgl. Art 6 Grundgesetz, §§ 1626, 1631 Bürgerliches Gesetzbuch) abgeleitete Offenbarungspflicht der schweigepflichtigen Personen im Hinblick auf die ihnen von Minderjährigen anvertrauten Informationen, diese ist jedoch durch das Selbstbestimmungsrecht des Kindes – welches ab dem 14. Lebensjahr einsetzt – begrenzt (vgl. Pulverich 1996, S. 273; BverfG 1982, S. 387 ff).

Da die hierfür notwendige Einsichts- und Urteilsfähigkeit in diesem Alter in der Regel vorliegt, ist die Weitergabe von Informationen und Geheimnissen an Eltern oder dritte Personen nur mit ihrer ausdrücklichen oder konkludenten Einwilligung zulässig. Der verfassungsrechtlich geschützte Informationsanspruch der Eltern (abgeleitet aus Art. 6 Abs. 2 Satz 12 Grundgesetz) tritt hier mit der zunehmenden Fähigkeit des Kindes über die es betreffenden Angelegenheiten selbständig zu bestimmen zurück.

In Ausnahmefällen wird man dies auch für jüngere Kinder annehmen können, wenn durch die Information der Eltern oder eines Elternteils das Kindeswohl gefährdet ist. Dann "(...) kann es im Interesse des Kindes geboten sein, daß der Berater auch den Eltern gegenüber schweigt, um den Heilerfolg nicht zu gefährden und das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Kinde nicht in Frage zu stellen" (BverfG 1982, S. 384)"

Auch ob der Patient überhaupt da war, darf der Arzt nicht sagen..... ;"

Ein schutzwürdiges Geheimhaltungsinteresse wird in Rechtsprechung(OLG Karlsruhe v. 11.08.2006, 14 U 45/04) und Literatur überwiegend auch schon für den Namen des Patienten sowie für die Tatsache angenommen, dass jemand überhaupt einen Arzt konsultiert hat."

Jeder Arzt, der gegen § 9 BO verstößt, kann vom Berufsgericht zu einer Warnung, einem Verweis, einer Geldbuße bis zu 50.000,-- € sowie der Aberkennung der Mitgliedschaft und des aktiven und passiven Wahlrechts in die Organe der Ärztekammer verurteilt werden.

Ich denke da kann nichts weiter interpretiert werden. Es belegt aber das diese vor mehr als 25 Jahren getroffene Rechtsprechung vielen Eltern bzw. gesetzlichen VertreterInnen nicht bekannt ist. Und das heist sie sind diesbezüglich auf einem Stand von vor ¼ Jahrhundert.

Warum sollen deine Eltern nict wissen das du im Kh warst? ritztz du dich und schämst dich dafür?

Aber Nein dein Arzt hat eine Schweigepflicht dir gegenüber, wenn du nicht möchtest das deine Eltern davon erfahren kannst du es dem Arzt sagen.

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