Krankengeld: Krankenkasse wegen Fehlüberweisung haftbar?

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1 Antwort

Wenn sich ihre Bankverbindung ändert, müssen sie das der Krankenkasse mitteilen, schriftlich, denn es könnte ja jeder kommen und einfach SEINE Kontonumer angeben, um jemanden zu ärgern. Nur auf dem Auszahlschein die Kontoverbindund draufzuschreiben hilft da nicht, auch die telefonnummer nicht. Die Kassen bekommen täglich Hunderte Zahlscheine und überweisen auf das bei denen hinterlegte Konto. direkt Kontakt aufnehmen und ide Bankverbindung ändern lassen. Die alte Bank darf das Geld dann einbehalten, wenn dort noch Schulden sind, aber auch nicht alles- Selbstbehalt. Weisen Sie diese darauf hin. Gibt es eine Regulierung mit denen?

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Kommentar von Kunterbunt23
30.01.2016, 12:18

Stimmt so nicht. Wenn auf dem Zahlschein, der vom Arzt und vom Versicherten unterschrieben ist, eine Bankverbindung drauf steht, auf die das die KK überweisen soll, muss die KK ihren Datenbestand ändern und die alte Bankverbindung durch die neue ersetzen. 

Eine Änderung der Bankverbindung ohne weiteren Wunsch, also ohne Auszahlschein, muss ja auch schriftlich vom Versicherten an die KK gegeben werden und diese hat die Bankverbindung zu ändern.

Wenn in einem Schreiben des Versicherten zwei Aufträge an die KK erteilt werden, nämlich die Bankverbindung zu ändern UND das KG auszuzahlen, sind beide Aufträge durch die KK zu erfüllen und nicht nur einer- hier die Auszahlung des KG.

Tut die KK dies nicht und überweist auf eine vollkommen andere Bankverbindung, ist die KK dafür haftbar, denn sie hat den Auszahlschein nicht vollständig erledigt- der Versicherte hat sein KG nicht auf die dort angegebene (im Datenbestand der KK abzuändernde) Bankverbindung bekommen.

Die KK muss also den Auszahlschein erledigen und an die dort angegeben Bankverbindung überweisen- auch wenn das für die KK bedeutet, dass sie 2x überweisen muss. Es ist ja nicht der Fehler des Versicherten, dass fehlerhaft überwiesen wurde.

Die KK kann versuchen, das fehlerhaft überwiesene Geld zurückzufordern, aber diesen Vorgang kann sie nicht auf den Versicherten abwälzen, denn dessen Fehler war es nicht.

Bekommt die KK das fehlerhaft überwiesene Geld nicht zurück, muss eben die Mitarbeiterhaftpflicht einspringen, die jeder Sachbearbeiter einer KK haben sollte.

In diesem geschilderten Fall muss der Versicherte sein KG auf die angegebene Bankverbindung erhalten und sollte noch einmal Kontakt mit der KK aufnehmen und darauf hinweisen, dass die Zahlung des KG gemäß des vorliegenden Auszahlscheines mit der dort angegebenen Bankverbindung noch nicht geschehen ist.

In der Praxis habe ich übrigens einen ähnlich gelagerten Fall erlebt, die Kollegin, der dieser Fehler unterlaufen ist, musste noch einmal auf das korrekte Konto überweisen und für die Fehlüberweisung ist die Mitarbeiterhaftpflicht eingesprungen. Auich in der KK arbeiten Menschen und keine Maschinen und die können Fehler machen- alles menschlich. Aber für die Bereinigung dieses Fehlers muss kein Kunde seinen Kopf hinhalten.

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