kostgeld im studium, darf ich verlangen, dass meine tochter nebenbei arbeiten geht?

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3 Antworten

Erst einmal müsste geprüft werden, ob überhaupt noch Unterhaltsanspruch besteht. Natürlich ist man als Elternteil dazu verpflichtet, dem Kind die erste Ausbildung zu finanzieren, ABER das Kind ist ebenso in der Pflicht, diese Ausbildung so schnell wie möglich abzuschließen. Dem Kind wird nach dem Abitur eine Orientierungsphase zugesprochen, die Richtlinie liegt hier bei einem Jahr. Bei zwei Jahren dürfte der Anspruch deiner Tochter vermutlich ohnehin nicht mehr bestehen, das müsste aber im Zweifelsfall ein Gericht prüfen.

Solltest du noch Unterhalt zahlen müssen, kannst du dies entweder in Form von Kost und Logis tun, d.h. Wohnung + Verpflegung ist umsonst, oder eben in Form von Bargeld. Hier gilt: Entweder, oder. Wenn ihr eurer Tochter sonst nix zahlt, muss sie wenigstens umsonst wohnen dürfen.

Als Studentin geb ich mal noch meinen persönlichen Senf dazu: Es wäre besser gewesen, ihr schon viel früher in den Hintern zu treten. Sie hat 2 Jahre lang nur rumgehangen und jetzt, wo sie sich endlich entschlossen hat, was zu tun, soll sie nebenher auch noch arbeiten gehen. Ein Nebenjob ist auf keinen Fall verkehrt, ich selbst habe mich auch immer mit Nebenjobs durchgeschlagen - euch sollte aber klar sein, dass die Zeit, die für den Nebenjob draufgeht, im Studium fehlt. Gerade am Anfang, wo man sich erst mal an den Studienalltag gewöhnen muss. Ich kenne eure Tochter zwar nicht, könnte aber darum wetten, dass ihr das Lernen nach zwei Jahren Pause am Anfang sehr schwer fallen wird. Im Studium muss man jeden Tag kontinuierlich nachlernen. Viele unterschätzen das Lernpensum und merken dann eine Woche vor den Klausuren, dass sie die Stoffmenge unmöglich bewältigen können. Viele setzen sich dann auch unter Druck, lernen 24 Stunden nonstop vor den Klausuren, nur um sie mit Ach und Krach zu bestehen - oder eben nicht. Ich rede hier nicht von Einzelfällen. Überforderung ist (neben finanziellen Engpässen und mangelnder Studienmotivation) einer der Hauptgründe für Studienabbruch - und die Studienabbruchsquote liegt an Unis im Durchschnitt bei 25%. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass ihr eurer Tochter in den letzten Monaten Druck gemacht habt, mal irgendwann in die Pötte zu kommen. Es kann also durchaus sein, dass sie sich gedängelt gefühlt und sich vorher nicht vernünftig über Studieninhalte&Co. informiert hat. Manchmal kommt auch von den Eltern der Wunsch hinzu, einen bestimmten Studiengang belegen, mit dem man sich selbst nicht wirklich identifizieren kann. Das muss bei euch nicht so gewesen sein, ich spreche dies nur an um auf mögliche Probleme aufmerksam zu machen, die auf eure Tochter zukommen könnten.

Alles in allem halte ich es für falsch, sie jetzt zu einem Nebenjob zu drängen. Sie soll sich erst einmal einleben und an den Studienalltag gewöhnen. Ggf fällt sie auch einmal durch die Klausuren durch, was nur positiv ist, da sie dann erst die Ausmaße des Lernpensums begreifen wird. Beim nächsten Mal wird sie es dann besser machen. Allerdings finde ich es auch falsch, ihr alles in den Hintern zu schieben, weil sie den Wert des Geldes dann nie schätzen lernen wird. Es ist schade, dass ihr ihr bereits ein Auto gekauft habt. Ein Auto trotz bestehender Busverbindung wäre für mich reiner Luxus. Ich würde an eurer Stelle auf das Kostgeld verzichten, sie aber das Auto komplett selbst finanzieren lassen, d.h. auch die Versicherung und das Benzin. Wenn sie damit rumkurven will, wird sie sich überlegen müssen, ob sie einen Nebenjob zeitlich noch schafft. Das wäre dann aber allein ihre Entscheidung und nicht eine von euch aufgezwungene.

Das solltest du! Eure Tochter hat lange genug gefaulenzt!

Nun bezahlt ihr auch noch ein Auto, damit sie es bequemer hat! Ich fürchte nur, daß sie sich an das nette Leben gewöhnt hat und nichts mehr tun wird, bis ihr ihr die Koffer vor die Tür stellt!!!

Kommt natürlich auch auf den Studiengang an manche sind anspruchsvoller als andere.

Wenn sie z.b Elektrotechnik studieren würde wäre nebenbei arbeiten echt eine Zumutung ( ich gehe jetzt nicht von besonders begabten Menschen aus )

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