Kostenlose Rechtsberatung

6 Antworten

Wie immer hat jeder ein Bißchen Ahnung, aber keiner so ganz richtig: Nach dem Rechtsberatungsgesetz ist die Rechtsberatung den Rechtsanwälten vorbehalten. Ausnahme: Einige öffentliche Stellen. Das ist auch gut so, weil damit u.a. Interessenkonflikte vermieden werden. Ein Rechtsanwalt darf nicht umsonst arbeiten. Manchmal würde er es sogar gerne tun, wenn das aber die lieben Kollegen mitbekommen, gibt es teure wettbewerbsrechtliche Abmahnungen und erheblichen Ärger mit der Kammer. Damit kostet auch das erste Gespräch mit dem Rechtsanwalt Geld. Dafür gab es im Gebührenrecht (Rechtsanwaltvergütungsgesetz) die sog. Erstberatungsgebühr, die mit € 190,- netto gedeckelt ist. Wenn man sich das nicht leisten kann, muß man zu seinem Amtsgericht gehen und sich einen Beratungshilfeschein besorgen. Damit zahlt man dem Rechtsanwalt € 10,-. alles Andere zahlt die Landeskasse. Ist man für die Beratungshilfe zu reich, muß man zahlen. Die Bundesjustizministerin hat vor gut einem Jahr die Tatbestände der Beratungsgebühren aus dem RVG rausgenommen. Jetzt sind die Beratungsgebühren zwischen Ratsuchendem und Rechtsanwalt, unabhängig vom Gegenstandswert, frei verhandelbar. Als Erstes muß man also mit dem Rechtsanwalt also über Geld reden, erst dann kann man sich beraten lassen. "Beraten" aber heißt nicht lesen, schreiben oder telefonieren, sondern nur Fragen beantworten. Für alles andere entsteht für den Rechtsanwalt die sog. Geschäftsgebühr, deren Höhe vom Wert abhängt und die auch beim ersten Mal nicht nach oben gedeckelt ist. Wenn es nicht um umfangreiche Sachverhalte geht, sondern klare Fragestellungen, kann eine Alternative auch eine Rechtsberatungshotline wie z.B. http://www.nordanwalt.de sein. Zwar kostet es auch hier Geld, aber häufig weniger als in einer Kanzlei.

Nachsatz: Die Zeit hat die Antwort überholt, seit dem 01.07.2008 gilt das Rechtsdienstleistungsgesetz, das auch anderen Berufsgruppen die Möglichkeit oder auch die Pflicht der Rechtsberatung gibt.

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Normalerweise ist das erste Gespräch / Beratungsgespräch bei einem Rechtsanwalt immer kostenlos. Sollte der Rechtsanwalt das nicht wollen, geh einfach, ist besser, der bringt Dir nichts. So nebenbei haben auch die Gewerkschaften Beratungseinrichtungen.

''Normalerweise ist das erste Gespräch / Beratungsgespräch bei einem Rechtsanwalt immer kostenlos.''

Das darf der Rechtsanwalt aber eigentlich nicht. Siehe http://kuerzer.de/FgT9YEETP und Berufsordnung der Rechtsanwälte/innen § 21.

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@bitmap

Sicher hast Du Recht. Aber das erste Gespräch mit einem Rechtsanwalt ist kostenlos. Was dabei herauskommt ist Sache des Rechtsanwaltes und gute Rechtsanwälte sagen Dir ganz klar, was sie von diesem Fall halten.... das ist keine offizielle Rechtsauskunft sonder nur ein Informationsgespräch. Ein Rechtsanwalt der sich dagegen sperrt, ist nicht mein Rechtsanwalt :-)

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An Amtsgerichten gibt es normalerweise eine Rechtsberatungsstelle. (Weiß jetzt nicht, wie das in NRW heißt.) Das ist aber nur eine Art juristische Erste Hilfe.

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