Kosten für Reitbeteiligung kostenlos machen

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Seit ich selbst Pferde habe, weiß ich, dass Reitbeteiligung auch von der Seite des Besitzers aus ein heikles Thema ist. Es ist nicht alles golden, z.B.:

Man kauft einen Sattel, der einem selbst wie angegossen passt und hat eine sehr schlanke Reitbeteiligung. Die sieht nicht extrem klapprig aus, sondern ist halt eine schlanke, sportliche Frau. Nach einem Quartal kommt der Sattler zur Kontrolle vorbei, ob der Sattel noch passt und intakt ist etc. und sagt "Oh, wer hat denn da so vorstehende Sitzknochen? Da werden wir schnell größere Probleme mit der Sitzpolsterung bekommen." Besitzerin und Lebensgefährte kommen nicht in Frage, man rechnet also wegen der Reitbeteiligung bald mit teuren Polsterungskosten. Auf Sitzseite kostet das oft noch mehr als auf Pferdeseite, weil man beim Pferd wegen seiner Muskulaturveränderung mit häufiger umpolstern rechnet und daher entsprechende Öffnungen schon herstellerseitig vorsieht, während der Sattel auf Sitzseite nähte öffnen und wieder schließen muss. Also ist ein Hunderter vorprogrammiert.

Die Reitbeteiligung reitet mit anderer Hilfengewichtung, wenn man selbst wieder aufsteigt, wundert sich das Pferd, warum heute die Hand der Reiters weniger, dafür das Gewicht mehr einwirkt, reagiert ein bisschen anders. Bis es wieder zusammenpasst, hat man eine Einheit hinter sich.

Beteiligungen sind zu einem hohen Prozentsatz ReiterInnen, die nicht so sehr viel Erfahrung haben, denn ich denke, der Wunsch nach einem eigenen Pferd ist in jedem vorhanden, doch sind es oft finanzielle oder zeitliche Gründe oder auch mangelnde Erfahrung oder eine Mischung aus den drei Sachen, die eher dafür sprechen, es mit einer Reitbeteiligung zu versuchen. So ist nicht jede Beteiligung fit genug, einen Verband wirklich korrekt anzulegen, wenn er notwendig ist, eine Behandlung durchzuführen, die das Pferd nicht so toll findet. Der Pferdebesitzer schafft das meist ohne größeres Risiko, während es schonmal vorkommt, dass das Pferd nach der Person mit der geringeren Erfahrung und zu der es geringeren Bezug hat, tritt. Das heißt, sehr oft fährt der Besitzer in Krankheitsfällen an Reitbeteiligungstagen trotzdem zum Stall und kümmert sich darum, um das Risiko nicht einzugehen.

Bei manchen Haftpflichtversicherungen zahlt man mehr, wenn mehr Leute am Pferd sind, in dem Fall hat man also dadurch, dass man eine Beteiligung hat, zusätzliche Kosten.

Auch aus Erfahrungsmangel hat die Reitbeteiligung, die ich mal hatte, meinen Sattel mal unter Wasser gesetzt. Sie wollte ihn nur reinigen, hat eine halbe große Dose Lederreiniger und auch ein halbe große Dose Lederpflege verbraucht und es ging ihrer Aussage nach ein guter halber Eimer Wasser mit dem Schwamm über den Sattel. Sie wollte mir eine Freude machen. Ergebnis: Nach einer Woche war der Sattel wieder so trocken, dass man ihn nutzen konnte (vorher hätte man eine nasse Hose bekommen). Man kann ihn ja nicht schnell trocknen, das wäre der Tod des Leders. Dann quietschte er noch ein halbes Jahr fürchterlich und das Leder wurde nie mehr so angenehm wie vorher. Das bei einem Dressursattel zum Neupreis von 3.600 Euro, der grad mal ein halbes Jahr alt war, wo man schweren Herzens weit mehr dafür ausgegeben hatte als das Pferd gekostet hatte, einfach weil man in den anderen dem Pferd passenden auf der Steigbügelaufhängung saß und der vom Sitzschnitt her passte und man für feine Dressurarbeit keine Störfaktoren wie Steigbügelaufhängungen brauchen kann.

Das heißt, wer eine Reitbeteiligung vergibt, hat damit unter Umständen neben seinen (schon oft hier abgeschätzten) 400 bis 600 Euro monatlich noch zusätzliche Aufwendungen oder Nachteile und dann sind 50 Euro zu viel? Rechne mal, wenn Du einmal wöchentlich eine Reitstunde nimmst, was das dann kostet. Ich vermute, mehr. Und mit einer Beteiligung hast Du so viele Vorteile gegenüber Schulpferde reiten ... ein bisschen was sollte es einem schon wert sein. Ob Du im Stall helfen und damit Kosten sparen kannst, hängt stark davon ab, ob dem Pferdebesitzer damit Kosten erspart bleiben. Steht das Pferd in Vollpension, ist an dessen Kosten nichts zu rütteln und sollten solche Arbeiten anfallen, weil eben keine Vollpension, ist das für mich das mindeste, was eine Reitbeteiligung mitzumachen hat, denn eine Beteiligung vergibt man, um einen Tag "pferdefrei" zu haben. Wenn die nur das Vergnügen hat und man selbst für die Arbeit kommen muss, kann man getrost drauf verzichten.

Ich persönlich habe nach einigen Erfahrungen beschlossen, auf meinen Wallach kommt mir niemand mehr drauf. Ich trage nicht mehr den Mehraufwand, damit andere was zu reiten haben, das rechnet sich niemals. Mein Freund hat eine Beteiligung an seinem, wenn auch nur Pflegebeteiligung, weil der Wallach im Moment noch nicht geritten wird, weil er definitiv an einem Tag keine Zeit hatte, überhaupt nach dem Tier zu sehen. Das hat sich jetzt geändert und auch er ist am Überlegen, ob er eine Beteiligung weiterhin haben möchte.

Ich persönlich habe nach einigen Erfahrungen beschlossen, auf meinen Wallach kommt mir niemand mehr drauf. Ich trage nicht mehr den Mehraufwand, damit andere was zu reiten haben,

DH - so sehe ich das auch - reiten kostet nun einmal Geld und wer das sparen will, soll's halt ganz lassen.

PS: Die Sattelgeschichte hätte die bei mir nicht überlebt...

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Ich würde nochmal darüber nachdeenken. 50€ sind schonmal sehr billig für eine Reitbeteiligung. Der Besitzer hat den Preis bestimmt nicht gewählt um dich pleite zu machen. Ein Pferd zu halten ist sehr teuer und ich nehme an er braucht das Geld. Außerdem ist er sehr unhöflich schon beim ersten Probereiten denn Preis um 100% runterschrauben zu wollen. Wenn dir das zu teuer ist hättest du diese RB gar nicht annehmen sollen.

Normalerweise gibts auf sowas genug zahlende Bewerber. Musst du auf Sympatie spielen.

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