Kennt jemand die Kosten einer Generalvollmacht?

1 Antwort

Ein Kostenvergleich bei verschiedenen Notaren ist nicht notwendig, da alle Notare nach der Kostenordnung abrechnen müssen, die in allen Bundesländern gilt.

Die Kosten bemessen sich immer von der Höhe deines Vermögens. Hierbei wird das Aktivvermögen angesetzt - also dein gesamtes Vermögen ohne Schuldenabzug (wenn du z.B. ein Haus hast und ein Kredit darauf noch als Grundschuld lastet, dann wird diese Forderung ignoriert).

Ein paar Beispiele (alle Gebühren zzgl. Mehrwertsteuer):

50.000,00 € - 66,00 €

100.000,00 € - 103,50 €

150.000,00 € - 141,00 €

200.000,00 € - 178,50 €

300.000,00 € - 253,50 €

Diese Gebühren gelten, wenn der Notar den Wortlaut der Vollmacht entworfen hat. Wenn du jedoch selbst einen Vollmachtstext erstellen oder z.B. einen vom Internet runtergeladenen mitbringen möchtest, dann geht das auch. Dann ist eine geringere Gebühr als die oben genannte fällig. Halbiere einfach die oben genannten Beträge, dann hast du die entsprechend günstigere Gebühr.

Kleine Besonderheiten:

  • Bei Vollmachten ist bei einem Geschäftswert von 500.000,00 € Schluss, dass ist eine gesetzliche Wertobergrenze.

  • Wenn du den Vollmachtstext selbst mitbringst, dann ist die Höchstgebühr bei 130,00 € gedeckelt.

  • Oft wird auch eine Betreuungs- und Patientenverfügung mit in die Vollmacht genommen. Dann ist bei einer Generalvollmacht mit dem vom Notar gestellten Text eine zusätzliche Gebühr von 26 € (ohne MwSt) fällig.

  • Wenn die Generalvollmacht im Zentralen Vorsorgeregister hinterlegt sein soll (hier haben diverse Behörden und Einrichtungen Zugriff und können im Notfall zügig nachschauen, ob und welchen Bevollmächtigten es gibt), dann fällt eine Bearbeitungsgebühr vom Vorsorgeregister von 8,50 € an. Das wird vom Notar abgewickelt, dem die Kosten in Rechnung gestellt werden, der sie dann an dich abwälzt.

Die Kostenordnung ist mit Wirkung vom 01.08.2013 aufgehoben!

Unter § 98 Vollmachten und Zustimmungen heißt es u. a.:

*(3) Der Geschäftswert bei der Beurkundung einer allgemeinen Vollmacht ist nach billigem Ermessen zu bestimmen; dabei sind der Umfang der erteilten Vollmacht und das Vermögen des Vollmachtgebers angemessen zu berücksichtigen. Der zu bestimmende Geschäftswert darf die Hälfte des Vermögens des Auftraggebers nicht übersteigen.

(4) In allen Fällen beträgt der anzunehmende Geschäftswert höchstens 1 Million Euro*

So weit, so gut. Das heißt für mich als Client, mit einem Vermögen von 400.000,00 €, dass der Notar nach Gutdünken entscheiden kann, was ich letztlich zu zahlen habe? Oder wie ist das zu verstehen?

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