Kosten beim Hauskauf?

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4 Antworten

1. Genau den Vertrag und die Leistungsbeschreibung des Bauunternehmers lesen. Punkt für Punkt aufschreiben, was geleistet wird. Nicht was ihr erwartet oder euch gesagt wird, sondern was auf dem Papier steht. Nur darauf habt ihr Anspruch.

Hier sind Kleinigkeiten wichtig. Art und Material der Mauern und der Aussendämmung. Welche Fußbodenbeläge, mit welchem kalkulierten Preis. Für die häufig genannten 20€ pro Quadratmeter bekommt ihr keine modernen, guten Fliesen. Wie sehen die Innentüren und Beschläge aus, wenn ihr dort Änderungen wünscht kommen schnell 200,-€ pro Tür zusätzlich hinzu, ohne Glasanteil. Welche Bodenflächen sind in der Leistung enthalten, oft nur Flur, Küche und Bäder. Sind Sockelleisten geplant und enthalten?

Welche Leistungen haben die Fenster? Lichtschutz, Lärmschutz, Einbruchsschutz und Wärmedämmung, jeweils Rahmen und Glas. Keine allgemeinen Formulierungen sondern harte Werte. 

Es wird zu 99% eine dreifach Verglasung angeboten, die "allen gesetzlichen Anforderungen entspricht und bestimmt auch für sie passen ist bla bla bla." Aber wenn man die Seiten der Hersteller aufruft, dann erkennt man Leistungsunterschiede und da sind EURE Anforderungen wichtig, nicht was allgemein und überhaupt als gut bezeichnet / verkauft wird. Unsere Zusatzleistungen an Fenstern und Türen haben knapp 15.000,-€ MEHR gekostet und wir haben keine Elektrik an den Fenstern.

Ähnliches gilt für die Elektrik: Pro Wand gibt es eine Steckdose und pro Zimmer eine Brennstelle mit einem Schalter. Wir haben an jeder Wand mindestens 2, im Wohnzimmer 4 Steckdosen. Fast alle Lampen haben eine Wechselschaltung. In der Küche haben wir zehn (10) Steckdosen oberhalb der Arbeitsfläche, zusätzlich zu Kühlschrank, Mikrowelle, Umlufthaube, Dampfgarer etc.

Welche Kosten sind für Terrasse, Stellplatz, Zufahrt, Garage eingeplant. Pflasterarbeiten inkl. Material und Arbeitslohn liegt bei 125,-€ pro qm. Oft wird nur der reine Preis für das Pflaster und der qm Lohnpreis genannt und es kommen 50-60€ raus. Es fehlen Entwässerungsanschluss, Drainageleitungen, Fundamente, Schotter und Befestigungen, Randsteine und Armierungen. Bei uns fehlten 30cm Schotterung, um das Straßenniveau zu erreichen, ups 8.000€.

Ist eine Garage eingeplant, wenn ja zu welchem Preis? Standard Fertigbetongarage kostet nackt 5.500€. Ohne Elektrik, kein Licht, keine Steckdose, ohne Fundament, ohne Entwässerungsanschluss. Allinklusive liegt man bei 7.000€ bis 8.000€ (500€ Steckdosen, Lampen, Schalter; 1.000€ Fundament, 250€ 1x Fenster; 150€ Anschluss an die Entwässerung; 1000€ elektrisches Segmenttor.

Zusatzkosten für die Innenwände: Angeboten wird meistens Q2 (das ist schon glatt und wenn da eine Tapete drauf kommt passt das.) Aber wenn etwas gestrichen werden soll, dann wird Q1 notwendig und das kostet 15-25€ pro qm mehr. Ohne die spätere Farbe, nur die Herstellung einer richtig glatten Wand. 

Werden die Decken verputzt? Wenn ja in Q1 oder Q2, siehe oben. Wenn nein, dann werden noch mal 25€ pro qm fällig für Q2. 

Gerne werden ebenerdige Duschen gewählt, hier ist ein höherer Estrich einzuplanen +5cm bis 10cm. Der Mehrpreis hält sich in Grenzen, ist aber NICHT nachträglich möglich. 

Ist für die eventuelle Wanne eine Verteifung (erleichterter Ein- und Ausstieg) und eine zusätzliche Isolierung (Wasser bleibt deutlich länger warm) geplant und eingepreist? Uns hat der Spaß 500€ extra gekostet.

Welche Fensterbänke innen und Außen sind geplant?

Ich hoffe ich habe euch einige Stellen aufzeigen können. Unsere Mehrkosten gegenüber dem ersten angebotenen Preis betrugen ziemlich genau 100.000€. Da jeder von uns (meine 2. Frau und ich) schon jeweils ein Haus gebaut hatten wussten wir, wo gerne geschönt und vergessen wird. 

Würde gerne eure späteren Erfahrungen erhalten.

Gruß Habakuk63

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Hallo Janina1907,

gerne möchte ich Dir Deine Frage beantworten:

Wie von newcomer schon richtig erwähnt, fallen beim Kauf die sogenannten Kaufnebenkosten an. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

- Grunderwerbssteuer (zwischen 3,5% und 6,5% je nach Bundesland)

- Grundbuch- und Notarkosten (pauschal 2%)

- Eventuell noch die Maklercourtage (frei verhandelbar)

Unter folgendem Link kannst du Dir die Nebenkosten nach Bundesländern aufgeteilt ansehen: http://www.interhyp.de/medien/bauen-und-kaufen/tipps-zur-finanzierung/nebenkosten-07-15.gif

Je nachdem wie der Zustand des Hauses ist, können gegebenenfalls noch Modernisierungs- oder Renovierungsmaßnahmen anfallen. Wenn wertsteigernde Maßnahmen (wie zum Beispiel Fenster, Isolierung, Dämmung, Heizung) vorgenommen werden müssen, gibt es Banken, die diese Maßnahmen mitfinanzieren.

Du hast schon richtig gesagt, je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto besser für die Kondition.

Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, mindestens die anfallenden Kaufnebenkosten aus dem Eigenkapital zu bezahlen. Somit stehen Dir für die Finanzierung des Hauses mehr Banken zur Auswahl.

Für eine genaue Berechnung der anfallenden Kosten und des optimalen Eigenkapital-Einsatzes rate ich Dir, Dich an einen unabhängigen Finanzierungsvermittler zu wenden.

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

Viele Grüße,

Jenny

Interhyp AG

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Hallo Janina1907,

auf www.immobilien-einblick.de/nebenkosten findest du eine Übersicht.

- Grunderwerbssteuer. Sie ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich hoch (3,5-6,5%).

- Notargebühren und Grundbucheintrag. Etwa 1,5% des Kaufpreises (je nach Kaufpreis).

- Wird ein Makler miteinbezogen, ist noch eine Maklerprovision bzw. Maklercourtage zu entrichten. Je nach Bundesland
3,57-7,14%.

- Wird ein Kredit benötigt, kommen noch die Kreditnebenkosten auf einen zu. Wertermittlungsgebühr / Schätzkosten / Kosten für die
Objektbesichtigungen / Bereitstellungszinsen / Teilzahlungszuschläge / …

Gruß

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