Konzentrations- und Arbeitslager - Wann und wozu wurden sie erstmals erbaut (zu Hitlers Zeit)?

10 Antworten

In der Tat lagen dem Lagersystem nicht unerhebliche wirtschaftliche Aspekte zugrunde.

Zunächst schuf man "wilde" KZ (Oranienburg, Dachau usw.), um die Opposition im Allgemeinen und die Organisatoren der Arbeitnehmer-Interessenvertretungen (Gewerkschaften, SPD, KPD) im Besonderen auszuschalten. Das bedeutete das Ende jeden Arbeitskampfes. Unternehmen mußten nicht mehr auf Forderungen der Belegschaft eingehen. Löhne und Arbeitszeiten wurden von den Nationalsozialisten festgelegt. Das wirkte sich signifikant profitsteigernd aus und war auch ein wesentlicher Grund, warum die Diktatur überhaupt installiert wurde (siehe auch "Gesellschaft zum Studium des Faschismus").

Im weiteren Verlauf fing man in halb Europa insgesamt 12 Millionen Menschen ein, machte sie zu Zwangsarbeitern - also de facto Arbeitssklaven und ließ sie unter den furchtbarsten (und billigsten) Bedingungen leben. Unzählige Betriebe mieteten diese Menschen für wenig Geld bei der SS und erwirtschafteten damit traumhafte Gewinne. So ließ Krupp sein Berthawerk von Auschwitzhäftlingen errichten. Salamander ließ in Sachsenhausen Schuhe durch Häftlinge auf einer speziellen Laufstrecke testen - solange bis diese tot zusammenbrachen. usw, usw...

Selbst der Holocaust hatte einen wirtschaftlichen Aspekt. Man erwarb Unternehmen jüdischer Eigentümer, die fliehen mußten, weit unter Wert. Leute wie Krupp, Quandt und Schickedanz (Quelle) usw. machten mit solchen "Arisierungen" ein Vermögen. Die Deutsche Bank spielte eine ganz wesentliche Rolle bei diesen Arisierungen. Der Raub war vollumfassend und durchorganisiert und reichte bis schließlich hin zum Zahngold, das man den Opfern in den Vernichtungslagern herausbrach.

Ahrensbök

Deutschland

frühes KZ der SA – ging aus dem KZ Eutin hervor

Oktober 1933 bis Mai 1934

300

0

Alt-Daber

Deutschland

frühes KZ der SA

April 1933 bis Juli 1933

Bad Sulza

Deutschland

frühes KZ der SA / Innenministerium

November 1933 bis Juli 1937

800

Benninghausen

Deutschland

frühes KZ der SA

März bis September 1933

344

unbekannt

Börnicke

Deutschland

frühes KZ der SA

Mai bis Juli 1933

mindestens 10

Brandenburg an der Havel

Deutschland

frühes KZ, später Tötungsanstalt der Aktion T4

August 1933 bis Februar 1934

1.000–1.200

3 (mind.)

Breitenau

Deutschland

frühes KZ, später „Arbeitserziehungslager“

Juni 1933 bis März 1934

bzw. 1940–1945

470 bzw. 8.500

Buchenau

Deutschland

frühes KZ, später „Arbeitserziehungslager“

Juni 1933 bis März 1934

bzw. 1941–1945

470 bzw. 8.500

Breslau-Dürrgoy

Polen

frühes KZ, „Privatlager“ Edmund Heines

April bis August 1933

200–400

Columbia-Haus

Deutschland

frühes KZ der Gestapo

Dezember 1934 bis Dezember 1936

10.000

Dachau

Deutschland

Erstes KZ der SS,

Prototyp

März 1933

bis April 1945

200.000

etwa 41.500

[1]

Emslandlager

Deutschland

frühes KZ (mehrere Teillager: KZ Börgermoor, KZ Neusustrum, KZ Esterwegen), ab 1936 Strafgefangenenlager

Juni 1933 bis 1945

80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene,

100.000–180.000 Kriegsgefangene

30.000 überwiegend sowjetische Kriegsgefangene

Eutin

Deutschland

frühes KZ der SA

ca. Juli 1933 bis Mai 1934

259

0

Heuberg

(1933 verlegt nach Ulm, Oberer Kuhberg)

Deutschland

Schutzhaftlager

März bis November 1933 (und November 1933 bis Juli 1935)

3.000 (und 800)

Hohnstein

Deutschland

frühes KZ der SA

März 1933 bis August 1934

5.600

genaue Anzahl unbekannt

Kemna

Deutschland

frühes KZ

Juni 1933 bis Januar 1934

4.500

Kislau

Deutschland

frühes KZ des badischen Innenministeriums

April 1933 bis April 1939

1

Königstein-Halbestadt

Deutschland

frühes KZ der SA – ging später in KZ Hohnstein auf

10. März bis Mai 1933

215

unbekannt

Kuhlen

Deutschland

frühes KZ

Juli bis Oktober 1933

200

0

Leschwitz

Deutschland

frühes KZ

März bis August 1933

1.000–1.500

unbekannt

Lichtenburg

Deutschland

Männer-, dann Frauen-Konzentrationslager

Juni 1933 bis Mai 1939

Meisnerhof

Deutschland

frühes KZ

Februar 1933 bis Juni 1933

Mißler

Deutschland

frühes KZ der SA und SS

März bis September 1933

148

später 300

KZ Neustadt an der Haardt

[2]

Deutschland

frühes KZ/ "Schutzhaft-, Arbeits- und Internierungslager"

März bis Ende 1933(?)

350

Oranienburg

Deutschland

Sammellager

März 1933 bis Juli 1934

3.000

16 (mind.)

Osthofen

Deutschland

Sammellager „Umerziehungslager“

März 1933 bis Juli 1934

3.000

keine

Perleberg

Deutschland

frühes KZ der SA und SS

Mai bis Juni 1933

34

keine

Sachsenburg

Deutschland

frühes KZ der SA

Juni 1933 bis Juli 1937

2.000

11 (mind.)

Sonnenburg

Polen

frühes KZ

April 1933 bis April 1934

1.000

Senftenberg

Deutschland

frühes KZ

Juni 1933 bis August 1933

265

Wasserturm Berlin-Prenzlauer Berg

Deutschland

frühes KZ der SA

bis Juni 1933

Vechta

Deutschland

Schutzhaftlager

10. Juli 1933 bis Juli 1934

100

0

Wittmoor

Deutschland

frühes KZ der SA

März bis Oktober 1933

Falls es hilfreich war, gerne den Stern geben :)

Lg Jelion

Achso die Zahlen ganz unten jeweils sind die Toten, die daneben die inhaftierten

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Gut aufgelistet, doch es fehlen 3 KZs, nämlich Neuengamme, Ravensbrück sowie Sachsenhausen !

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@voayager

danke, ok hatte dann wohl doch nicht alle auf dem Zettel :/

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Vielleicht hilft dir der Begriff "Internierungslager" weiter.

Geht man von kriegerischer Auseinandersetzung aus, dann erfüllten sie unterschiedliche Funktionen, Organisierung der besiegten Truppen, um ihre weitere Teilnahme am Konflikt zu verhindern. Hierzu gibt es unterschiedliche Konzepte, Assimilation, Integration oder Vernichtung des Gegners.

Nahezu alle Völker auf der Welt haben diese unmenschlichen Praktiken bisher angewendet, insbesondere jedoch unter Hitler und Stalin.

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