Kontrolle der Luftfeuchtigkeit in Kellerwohnung. Wie viele Hygro- u. Thermometer sind nötig?

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3 Antworten

Das Lüften von Keller und Souterrain ist und bleibt im Sommer ein Problem. Lüfte daher nur nach Tabelle ( http://www.tis-gdv.de/tis/misc/klima.htm ). Wenn die absolute Luftfeuchte draussen niedriger als drinnen ist, dann kannst Du die Schoten öffnen. Sonst läufst Du Gefahr Deine Räumlichkeiten zu fluten. Von daher reichen zwei Hygrometer und eine Umrechnungstabelle. Eine feiner gestufte Ausführung ist bereits fertig wartet auf Veröffentlichung.

Beispiel:

Temperatur (aussen) = 35°C
relative Luftfeuchte (aussen) = 60% (lt. Hygrometer)
absolute Luftfeuchte (aussen) = 23,8 g/m³ (lt. Tabelle)

Temperatur (innen) = 20°C
relative Luftfeuchte (innen) = 70% (lt. Hygrometer)
absolute Luftfeuchte (innen) = 12,1 g/m³ (lt. Tabelle)

Obwohl auf den ersten Blick die (relative) Luftfeuchtigkeit aussen niedriger erscheint als innen und man meint, durch Lüften dem Klima seiner Räumlichkeiten gutes zu tun, hinkt der Vergleich gehörig. In Wahrheit holt man sich zusätzlich fast 12 Gramm Wasser pro m³ Luftwechsel zusätzlich in den Raum. Das mehr an Wasser schlägt sich dann an allen Bauteilen und Möbeln nieder, die den Taupunkt unterschritten haben.

Wenn Du beim Lüften die absoluten Feuchten miteinander vergleichst, liegst du auf der sicheren Seite. Dies wird meistens in den späten Abendstunden bis zum frühen Morgen sein.

Eine Alternative wäre, den Lüftungsvorgang mit einer kleinen Lüftungssteuerung zu automatisieren. Hierzu werden ständig die absoluten Feuchten innen und aussen automatisch ermittelt und der günstigste Lüftungszeitpunkt signalisiert. Oder es wird ein Lüftungsvorgang in Gang gesetzt.

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Kommentar von idefix2010
16.07.2011, 14:01

Verzeihung bitte aber das ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig denn:

Die absolute Luftfeuchte spielt hier nicht die entscheidende Rolle sondern die Temperatur auf der Innenwand der unter Erdreich liegenden Wand. Wird die Taupunkttemperatur der einströmenden Luft mit entsprechender relativer Luftfeuchte auf der Innenwandoberfläche unterschritten, bzw. erreicht dadurch die relative Luftfeuchte auf der Innenwandoberfläche 70 - 80 %, ist die potentielle Gefahr zur Schimmelpilzbildung vorhanden.

Daher ist der Abgleich mit der Innenwandtemperatur und der Taupunkttemperatur der einströmenden Luft ausschlaggebend.

Ohne bauphysikalische Kenntnisse und dem exakten ablesen und interpretieren von Tabellenwerten ist das nur durch elektronisch gesteuerte Lüftungsanlagen zu schaffen.

mfg Idefix 2010

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Um nun noch einmal auf die anfangs gestellte Frage zurückzukommen:

"Wie viele Hygro- u. Thermometer sind nötig?"

Nochmal: Die Räume werden ja unterschiedlich genutzt und auch geheizt. Ähnlich sind hier Bad + Küche, Schlafzimmer + der kleine Stauraum. Der Arbeitsbereich ist meist mehr beheizt und genutzt. Müsste ich hier dann nicht in allen drei Bereichen separat die Temp. und LF messen und diese dann entsprechend separat voneinander belüften / nicht belüften?

Oder aber: Wäre es sinnvoller, alle Türen in der Wohnung immer offen zu lassen, alles immer gleich warm zu heizen, damit sich die LF eher verteilt?

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Kommentar von Yorgos
17.07.2011, 22:47

Erst mal danke für Dein Sternchen!

Wie ich schon in meinem ersten Beitrag erwähnte, reicht eigentlich je ein Hygro-/Thermometer für draussen und drinnen. Also draussen ist trockner als drinnen und die Zeit zum Lüften ist da. Das hatten wir ja schon.

Jetzt kommt das grosse "Aber". Hierzu beschreibe ich mal folgende Szenarien, in der Hoffnung Deine Grundrissbeschreibung richtig verstanden zu haben:


Szenario 1 (Sommer)

  • draussen ist es trockner als in allen Innenräumen;
  • im Bad ist es sehr feucht;
  • in der Küche ist es mässig feucht;
  • im Arbeitszimmer ist es normal feucht;
  • im Schlafzimmer ist es mässig feucht;

Jetzt im Sommer, alle Fenster auf und eine ordentliche Querlüftung; gerne auch Dauerlüftung durch gekippte Fenster! Solange es draussen trockner ist; alles kein Problem. Egal, ob die Windrichtung nun Nord, Süd, Ost oder West ist.


Szenario 2 (Sommer)

  • draussen ist es trockner als in Bad und Küche;
  • in den restlichen Räumen ist es trockner als draussen;

Jetzt sollten nur die betroffenen Räume intensiv gelüftet werden. In diesem Fall hilft natürlich ein zweites Thermo-/Hygrometer für den Bereich mit der geringeren Feuchtebelastung.


Szenario 3 (Winter)

  • Es ist überwiegend Stosslüftung statt Dauerlüftung angesagt;
  • draussen ist es trockner als in allen Innenräumen;
  • im Bad ist es sehr feucht;
  • in der Küche ist es mässig feucht;
  • im Arbeitszimmer ist es normal feucht;
  • im Schlafzimmer ist es mässig feucht;

Jetzt spielt die Windrichtung eine grosse Rolle! Die entstandene Feuchte sollte direkt nach draussen transportiert werden. Wenn jetzt Nordwind herrscht, wird bei Querlüftung die Feuchtigkeit aus den höher belasteten Räumen wie Bad und Küche durch das Schlafzimmerfenster nach aussen transportiert. Allerdings besteht dann die Gefahr, das die Feuchtigkeit an den im Winter kühleren Bauteilen und Einbauten auskondensiert. (z.B. im Schlafzimmer.)


Mein abschliessender Rat in Deinem Fall:

  • 1 Thermo-/Hygrometer für draussen
  • 1 Thermo-/Hygrometer für den Bereich Küche und/oder Bad
  • 1 Thermo-/Hygrometer für das Schlafzimmer
  • 1 Umrechnungstabelle oder Mollier-Diagramm

Lüfte im Sommer ständig, solange es die Werte der absoluten Feuchte erlauben. Passe Dein Heiz- und Lüftungsverhalten im Winter entsprechend an.

Viel Erfolg!

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Eine einfache Regel die du ohne Hygrometer anwenden kannst ist:

Einfach nur Lüften wenn es draußen Kälter ist als drinnen. Mit der Regel brauchst du relative und absolute Feuchte nicht Beachten.

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Kommentar von Yorgos
17.07.2011, 14:41

Einfach nur Lüften wenn es draußen Kälter ist als drinnen. Mit der Regel brauchst du relative und absolute Feuchte nicht Beachten.

Und läufst Gefahr, regelmässig mehr Feuchtigkeit hinein zu lüften, statt heraus!

Um sich bei Deiner Methode halbwegs auf der sicheren Seite wähnen zu können, sollte die Temperatur draussen mindestens 5°K weniger betragen als drinnen. Und trotzdem bleibt es dann noch immer eine Entscheidung nach "dem dicken Daumen"!

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