Konnte die DDR es zur Propaganda nutzen, dass Berlin der Mittelpunkt Deutschlands unter ihrer Kontrolle stand?

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8 Antworten

Es ist schon eine Weile her, aber ich möchte etwas dazu schreiben:

Bei der Propaganda war die Lage Berlins schon von Bedeutung, aber nicht so, wie du es vermutest. Ost-Berlin grenzte nämlich direkt an der DDR, West-Berlin hingegen war von der Bundesrepublik abgeschnitten.

Viele Staatsrechtler sind sich einig, dass der Westen genauso gehandelt hätte, wenn es nicht Berlin, sondern z.B. Köln oder Hamburg getroffen hätte, die dann auch unmittelbar an die Bundesrepublik angegrenzt hätten.

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Geographisch stimmt das nicht. Der Mittelpunkt Deutschlands liegt in Thüringen, irgendwo bei Arnstadt. Das ist ne ganz schöne Ecke von Berlin weg.

Propaganda dadurch dass die Ex-DDR Ostberlin, ja Ostberlin, nicht Berlin, zur Hauptstadt gemacht hat? Das interessierte damals niemanden. Eher war West-Berlin der DDR ein Stachel im sozialistischen Fleisch, deswegen hat sich da auch öfters fast ein Krieg entzündet.

Verstehe die Frage nicht ganz. Vielleicht kannst sie etwas konkretisieren.

Übrigens wurde Bonn von der BRD deswegen als Haupstadt gewählt, weil es möglichst weit weg vom Osten lag, damit im Falle eines Krieges mehr Zeit verbleibt dort noch regieren zu können. Man ging in einem konventionellen Krieg davon aus, dass der Warschauer Pakt weit in den Westen vordringen würde, bevor Gegenmaßnahmen wirken würden. Jedenfalls war das mit ein Grund, Bonn zu wählen und nicht Hamburg oder München.


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In Deiner Fragestellung sind viele Annahmen falsch. Zum Beispiel gehörte nur ein kleiner Teil Berlins zu DDR. Westberlin war deutlich größer. Berlin lag und liegt zudem weit im Osten und nicht in der Mitte.

Zur Frage: nein, es gab wichtigere politische Themen, als die Frage, ob Ostberlin die Hauptstadt der DDR war. Zudem war Propaganda auch kein Alleinstellungsmerkmal des Ostens. Die hat man im Westen genauso betrieben. Nicht selten auch genauso plump.

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Naja so Propagandatauglich war Ostberlin nicht. Wenn man als Westbürger von Westberlin nach Ostberling ging, war es so als würde man in ein Dorf kommen. In Westberlin tobte der Bär und in Ostberlin bekam man noch nicht mal um die Mittagszeit einen Kaffee in den Restaurants. Den gab es erst abends. Viel weniger Autos usw, fast nur Trabbis usw. Das waren zwei Welten. Vom Westen aus konnte man auch an das Brandenburger Tor.  Wir sind da mit dem Bus hingefahren aber es gab natürlich keine Durchfahrt. Wenige Meter davor machte die Straße eine Schleife und man fur wieder zurück.

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Welche Propaganda, zu welchem Zweck?

Die BRD hätte auch Berlin zur Hauptstadt machen können, der Reichstag war in Westberlin.

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Kommentar von lesterb42
03.12.2015, 17:42

Das ist falsch. Das ging wegen des Vier-Mächte-Status von Berlin nicht.

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Berlin ist der Mittelpunkt Deutschlands

Das ist völlig falsch.

Berlin liegt im Osten Deutschlands, eine Stunde Autofahrt von der polnischen Großstadt Szczecin entfernt.

Und der Mittelpunkt Berlins und Deutschlands ist das Brandenburger Tor

Der Mittelpunktpunkt Berlins liegt in einem toten Winkel in Kreuzberg irgendwo zwischen Sozialbau und Spießbürgerlichkeit.

konnte die DDR es also zur Propaganda nutzen, dass der Mittelpunkt Berlins und Deutschlands unter ihrer Kontrolle stand

Nein. Welchen Sinn hätte es ergeben, das Brandenburger Tor propagandistisch auszuschlachten?

die DDR war das Kernland Deutschlands

Kernland ist ein politischer Begriff und bezeichnet in der Regel den vorherrschenden und politisch bestimmenden Staat in einem oft auch multiethnischen Verbund, z.B. Österreich in der KuK-Monarchie der Habsburger oder die RSFSR in der Sowjetunion. Brandenburg hat längst nicht die wirtschaftliche, politische und kulturelle Bedeutung wie andere Bundesländer zudem ist Brandenburg sehr dünn besiedelt und multiethnisch, denn dort wohnen noch die Sorben. Von Deutschem Kernland kann also nicht die rede sein.

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Kommentar von schlonko
22.11.2015, 00:23

Welchen Sinn hätte es ergeben, das Brandenburger Tor propagandistisch auszuschlachten

Der Sinn war (denn das war eine Tatsache, dass dieses Symbol ge-, miss-, ver- oder auch endzuverbraucht wurde), dass der Durchgang durch das Tor versperrt war. Das Tor steht im Westen. Die Grenze verläuft gerade entlang der Torlinie. Damit ist der Sinn des Tores zerstört. Man kann nicht mehr durchgehen. Die Botschaft ist eindeutig: bis hier hin und nicht weiter. Was glaubst Du, wie viele Menschen weinen mussten, als sie nach über 40 Jahren zum ersten Mal wieder durch dieses Tor schreiten konnten, um ihre Brüder und Schwestern auf der anderen Seite zu umarmen?

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Berlin war genau wie das übrige Reich in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Sowjets haben lediglich ihre Zone nicht zurückgegeben. Somit hatten sie nie die Kontrolle über ganz Berlin. Daher konnte auch nicht der Eindruck entstehen, Berlin sei "verloren". Symbolträchtiges Gebäude: der Reichstag. Der stand immer im Westen!

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Nein, es stimmt so nicht. Die Kontrolle war sehr einseitig.

Als Negativbeispiel stand ja die Mauer auch in der Hauptstadt der DDR in Berlin.

Die Welt wusste schon, warum.

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