Konkunktiv I+II?

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1 Antwort

Konjunktiv 1

Wird benutzt, um eine inhaltliche Abhängigkeit zu kennzeichnen, was meistens mit einer Zitation gleichzusetzen ist. Er kommt in der Hochsprache (niemals in der Umgangssprache) zur Verwendung, bei den sogenannten verba sentiendi et dicendi (Wörter des Fühlens und Sagens und auch Denkens) wie z. B. sagen, meinen, denken, hören etc. Wegen der Kennzeichnung von inhaltlicher Abhängigkeit kommt er v. a. (fast ausschließlich) in der indirekten Rede vor. 

Dabei steht der Konjunktiv 1 unabhängig vom vorangehenden oder nachfolgenden Tempus, er gibt auch nichts über den Wahrheitsgehalt der Aussage an:

Er sagte, er sei schön.

Er sagt, er sei schön.

Er wird sagen, er sei schön.

Wenn die Formen von Konjunktiv 1 und Indikativ zusammenfallen, wird als Ersatz Konjunktiv 2 verwendet:

Sie sagten, dass sie Hunger haben. wird zu Sie sagten, dass sie Hunger hätten.

Konjunktiv 2

Wird gebraucht, um Irreales zu schildern. Er ist in der Alltagssprache weit verbreitet und wird auch gerne als Höflichkeitsform verwendet (dabei wird dem Gegenüber eine irreale Situation vorgegaukelt, um ihn nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen; im Grunde ist der Konjunktiv hier unangebracht). 

Irreale Konditionalsätze:

Wenn du wolltest, wärst du jetzt schon da!

Wenn du nicht so faul wärst, hättest du bereits angefangen!

Irreale Vergleichssätze:

Es sah so aus, als spräche Gott selbst zu mir. 

Es fühlte sich an, als ob ein Nagel durch seine Haut dränge.

Optativ und Potentialis?

Kann der im Deutschunterricht als Möglichkeitsform gepriesene Konjunktiv tatsächlich Möglichkeit (Potentialis) ausdrücken, oder, wie ihm oft nachgesagt wird, Wünsche (Optativ)?

Nein. Das mit dem Potentialis ist Quatsch. Das gängige Beispiel ist hier: 

Ich könnte dir helfen (ich mache es aber nicht). Hier wird die Möglichkeit aber allein durch das Verb können ausgedrückt. Das lässt sich leicht beweisen:

Ich kann dir helfen (ich mache es aber nicht). Im Indikativ wird hier also dasselbe ausgedrückt wie im Konjunktiv. Schlussfolgerung: Der Konjunktiv kann das nicht.

Den Optativ schließlich gibt es nur mehr in festen Wendungen:

Der König ist tot. Es lebe der König! 

Möge der Herr dich leiten!

usw.




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