Konfessionslos ein zweites Mal Katholik heiraten?

11 Antworten

Ich nehme an, dass der erste katholische Partner noch lebt. Wenn nicht, wäre eine weitere Eheschließung des nicht katholischen Partners kein Problem.

Wenn er noch lebt, dann besteht die kirchlich geschlossene erste Ehe aus Sicht der katholischen Kirche auch nach der zivilrechtlichen Scheidung fort. Deshalb kann keine weitere Ehe geschlossen werden.

Möglich wäre eine Auflösung der ersten Ehe nur, wenn sie nicht "vollzogen" worden wäre, das heißt wenn die Eheleute nach der Eheschließung kein einziges Mal Geschlechtsverkehr miteinander gehabt hätten. Das ist vermutlich nicht der Fall.

Ansonsten bliebe noch die Möglichkeit eines Ehenichtigkeitsverfahrens vor dem zuständigen katholischen Kirchengericht. Darin müsste nachgewiesen werden, dass die erste Ehe von vornherein nicht gültig zustande gekommen ist. Das wäre etwa dann der Fall, wenn einer der beiden Partner diese erste Ehe geschlossen hat, obwohl er zu diesem Zeitpunkt mit einem nach katholischer Lehre grundlegenden Element jeder Ehe (Unauflöslichkeit, Treue, Offenheit für Kinder) nicht einverstanden war.

Du bist konfessionslos, dein 1.Ehepartner war Katholisch.

D.h. dein Partner unterlag der Formpflicht, du als Konfessionsloser nicht.

Dein Partner ist trotz weltlicher Scheidung weiterhin verheiratet und darf nicht wieder heiraten.

Deine Ehe war aus kirchlicher Sicht nie gültig, du darfst daher nochmal kath. heiraten.

So habe ich das mit der Formpflicht verstanden.

Aber wenn es ein akuter Fall ist, dann sprecht mit einen Pfarrer, der lässt es dann vom Kirchenrecht des Bistums prüfen und dann weißt du mehr.

Wieso sollte ihre Ehe nicht gültig sein, sie hat doch in einer kath. Kirche geheiratet???

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@Wolle281

Eherecht ist sehr konzipliert.

Ehen zwischen Nicht -Katholiken sind immer gültig. egal ob kirchl. oder standesamtlich.

Ehen zwischen 2 ev. Partner ist immer gültig, egal ob kirchl. oder standesamtlich.

Aber Ehen zwischen einen Katholiken und einem Nichtkatholiken sind nur für den Kath. Part unauflöslich, für den Nichtkatholiken nicht.

Sorry, war dumm ausgedrückt. Gültig schon, aber unterschiedlich auflösbar.

Katholiken und Nichtkatholiken werden da unterschiedlich behandelt.

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@PaulPeter44

Das petrinische Privileg eröffnet doch gerade dem Katholiken die Möglichkeit, die Auflösung seiner nichtsakramentalen Ehe zu erreichen. Hingegen habe ich den Eindruck, dass der Ungetaufte da kaum eine Chance haben wird (nicht sicher). Wenn überhaupt, wäre es also andersrum: unauflöslich für den Ungetauften, auflöslich für den Katholiken.

Nebenbei: Eine (insbesondere form-)gültige, "vollzogene" (welch schreckliches Wort) Ehe zwischen einem Katholiken und einem getauften Nichtkatholiken ist auch unauflöslich.

Natürlich ist das alles nur die Sichtweise der RKK und der Nichtkatholik wird sich einen müden Kehricht darum scheren, wenn er jetzt jemand anderes als einen Katholiken ehelichen will.

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@Wolle281

Das diese Katholische Eheschließung für den Katholiken unauflöslich ist, sind wir uns wohl einig.

Die Frage hier ist ja, sieht die kath. Kirche die 1. Ehe des Konfessionslosen für den Konfessionslosen als unauflöslich an, nicht für den Katholiken.

Ich sage, die kath. Kirche sieht die 1.Ehe des Konfessionslosen als auflöslich an, da der Konfessionslose der Unauflöslichkeit der Ehe überhaupt nicht unterliegt.

Es wäre etwas anderes, wenn der Konfessionslose eine Konfessionslose geheiratet hätte. Eheversprechen innerhalb einer anderen Religion sind auch für die kath. Kirche unauflöslich.

Aber Ehe zwischen Katholik und Nichtkatholik werden anders behandelt.

Leider findet man darüber keine genauen Aussagen, daher empfehle ich dem FS, falls es wirklich eine Plan ist, den er hat, beim Pfarrer nachzurfragen, denn das ist eine Sache der Kirchenrechtler und sollte auch dort entschieden werden.

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@PaulPeter44

Klar sollte man bei Fachkundigeren nachfragen.

Aber so, wie du das darstellst, funktioniert es nicht, denn wenn eine Ehe aufgelöst ist, dann sind BEIDE nicht mehr verheiratet (und können deswegen erneut heiraten).

Es kommt auf die Ehe an: Ist einer der Ehegatten ungetauft, dann ist sie nichtsakramental und kann vom Papst aufgelöst werden - auch wenn der andere Katholik ist. Allerdings habe ich den Eindruck, dass nur der Katholik den Antrag stellen kann (das weiß ich aber nicht sicher).

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Ich glaube nicht.

Nach katholischem Verständnis ist die erste Ehe gültig geschlossen worden und besteht damit, solange der Partner lebt.

Wenn die Ehe weltlich geschieden wurde, kann auch der konfessionslose Partner meines Wissens nicht noch einmal katholisch heiraten, da die erste Ehe gültig geschlossen wurde und somit weiter besteht.

Dass der Partner, um den es geht, selbst keiner Konfession angehört, ist bedeutungslos, da die Ehe selbst gültig geschlossen wurde.

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