Kondom und Pille = 99,99%?

12 Antworten

  • Rein mathematisch betrachtet kann man die Wahrscheinlichkeit selbstverständlich multiplizieren und erhält dann 99,99 %. Dies gilt immer dann, wenn zwei Wahrscheinlichkeiten voneinander statistisch unabhängig sind, also das eine Versagen nicht mit dem anderen Versagen zusammenhängt.
  • Die zentrale Frage solcher Themen ist aber eben immer, ob die eine Wahrscheinlichkeit nicht doch mit der anderen Wahrscheinlichkeit zusammenhängt. Dies kann man kaum sicher beantworten, zum Beispiel könnte Sex in einem Zeltlager sowohl an der vergessenen Pille als auch an einem hitzegeschädigten Kondom versagen und beide Wahrscheinlichkeiten sind eben nicht 99,99 % unwahrscheinlich, sondern hängen aufgrund der gemeinsamen Ursache "Zeltlager" direkt zusammen, ja bedingen sich geradezu gegenseitig.
  • Die Pille zum Beispiel versagt rein technisch-medikamentös so gut wie gar nicht. Sie ist extrem sicher und bietet gewisse eine technische Sicherheit von 99.9% oder mehr. Nahezu alle Versagensfälle der Pille sind auf Anwendungsfehler zurückzuführen, z.B. auf unbemerktes Vergessen, verlängerte Pillenpause, auf Antibiotika, Erbrechen, Durchfall und ähnliches. Dadurch entsteht der Pearl-Index der Pille etwa zwischen 0.5 und 1, nicht aber weil die Pille selbst versagt.
  • Das Kondom ist auch technisch ziemlich sicher. Nur ganz wenige Kondome sind schadhaft, fast alle perfekt. Allerdings ist die Anwendungssicherheit von Kondomen sehr schlecht, einerseits weil nicht alle den richtigen Umgang beherrschen, andererseits weil gerade bei dauerhaften Liebesbeziehungen (im Gegensatz zu ONS oder Affären) die Praxis der Kondomanwendung einem romantisch-liebevollen Umgang miteinander im Wege steht. Ganz viele Paare lieben es eben, in Löffelchenstellung einzuschlafen, auch nach dem Sex, und natürlich sabbert ein penis auch trotz Waschen noch etwas nach und schon kann es geschehen sein, ebenso kann es beim Kuscheln und Vorspiel schon zu gefährlichem Kontakt kommen. Kondome haben offiziell einen Pearl-Index von etwa 2-8 und sind damit extrem unsicher. Sie sind gut, um bei Risikokontakten sexuell übertragbare Krankheiten zu vermeiden (wobei man realistsich besser den Sexualkontakt vermeiden würde), nicht aber um in Liebesbeziehungen zu verhüten.
  • Es ist pauschal gesagt nicht sinnvoll, Kondome und Pille zu kombinieren, um den Verhütungsschutz zu steigern. Die Pille alleine ist sicher genug. Kondome ergeben nur dann Sinn, wenn sie zur Vermeidung sexuell übertragbarer Krankheiten verwendet werden.

Bei der Sicherheit von Verhütungsmittel kann man nicht mit Prozenten rechnen. Man spricht dabei vom sogenannten Pearl-Index, der die Wahrscheinlichkeit angibt, schwanger zu werden, wenn man ein bestimmtes Verhütungsmittel verwendet. Bei der Pille ist diese sehr gering (0,1 - 0,5) bei Kondomen etwas höher. Aber bei beidem zusammen, ist es recht unwahrscheinlich. Vorausgesetzt, man wendet sie richtig an.

hmm....keine ahnung, stell die frage mal heute mittag, wenn mehr menschen online sind ;) dann gibt es sicherlich mehr und ausführlichere antworten :) Mfg

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