Kommunikationsdesign studieren - kaum Erfahrung mit Programmen/Techniken?

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1 Antwort

Wer wirklich kreativ ist, hat bis zum Schulabschluss jede Menge künstlerische Arbeiten angefertigt. Denn echte Kreativität will ja raus. Wenn Du weder gezeichnet, gemalt, geschrieben oder sonst was gemacht hast, dann denkst Du nur Du seist kreativ, bist es aber nicht unbedingt.

In einer Werbeagentur im Kreativdepartement gehst Du dann unter, dort überlebt man nur mit Ideen.

Ich habe 35 Jahre lang als Kreativdirektor zahlreiche Nachwuchskräfte getestet und gegebenenfalls eingestellt. Die hatte alle was in der Mappe, sonst hätte ich sie gleich wieder nach Hause geschickt.

Übrigens: Du willst doch ein Jahr Auszeit nehmen, Du glaubst nicht, was man alles in einem Jahr machen kann, wenn man kreativ ist und nicht desinteressiert und faul.


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Kommentar von JakoShako
24.07.2016, 18:30

KLEINES RESUMÉ  ÜBER "DIE MAPPE" UND DER PROZESS DAHIN ! 

Absolut richtig ! Ohne Mappe geht da nichts. Gerade der Kreativbereich  für Gestaltung und Marketing in Werbung ist hart umkämpft. Da kommt man nur mit echtem Interesse und Leidenschaft ans Ziel. Wer das nicht mitbringt, hat keine Chance  auf dem Markt mitzuhalten bzw. durchzuhalten. Und wer keine Mappe hat zeigt leider auch kein Interesse. 

Man muss da schon in Vorleistung gehen. Eine Ausbildung, Kurse etc. helfen da wenig. Als  Kommunikationsdesigner ist aber Studium Voraussetzung. Aber nicht für alle Bereiche sind Abschlüsse erforderlich. Große Büros holen sich auch immer gerne Berufsstarter ins Boot. Beide Seiten profitieren. Der Arbeitgeber zahlt vergleichsweise ein Niedriglohn, und als Anfänger erhälst du die Möglichkeit an renommierten Projekten zu arbeiten, zu lernen und Erfahrung zu sammeln. Dein Portfolio wächst und deine Vita sieht gleich richtig gut aus.

Wenn es einem um kreative Selbstverwirklichung,geht, es Spaß macht Iden auszuarbeiten, dann kommen nach 1-3 Jahren zwangsläufig bergeweise Arbeitsmaterial zusammen.  Das schwierige  ist dann, sich aus all den Lieblingswerke n entscheiden zu müssen, was in die Mappe kommt und was weiterhin ungesehen bleibt. 

Der Kreativler schätzt jedes seiner Werke. In jenem Steckt ein Teil von ihm. Eine Mappe soll zeigen wer man ist, und wie solle man das zeigen können mit einer so lächerlich begrenzten Anzahl Teile seiner selbst.:) Ich schweife ab ins philosophische. Sorry. Aber die erste Mappe ist was besonderes. War bei mir jedenfalls so. Ich glaube jeder der das jahrelang macht, schaut immer wieder mal gerne in alte Zeiten. Ich muss jedesmal darüber schmunzeln, was ich Anfangs für mich selbst als gut befunden habe. Mittlerweile würde ich sowas als ambitionierte Spielerei betrachten. Aber das war es ja auch. Ein Hobby. Meine ersten Arbeitsproben sind heute gesehen einfach nur grottenschlecht. Schon fast peinlich. Aber man muss dazu stehen. Mit der der Zeit wirds besser. Es ist ein ewiger Lernprozess der nie aufhört. Und nach ein Jahrzehnt im Biz stelle ich mir inzwischen doppelt soviel Fragen wie zu Beginn.

Ich selbst  arbeite als 3d Artist im Bereich Entwurfsarchitekurt & Interior Design. Der Fokus auf Gestaltung & Entwurf über 3D Visualisierungen kam erst später. Da war ich schon 30. Wenn du Lust auf mehr Kreativität hast, dann  DO IT. Ist es das was du willst, dann musste echt reinhauen um die Mappe zu füllen Überleg vorher, was genau du zeigen willst. Bei einem Jahr Vorlaufzeit muss jedes Ding ready für die Mappe sein. Überzeuge mit Darstellungskraft. Der beste Entwurf ist nichts wert wenn deine Darstellung diese nicht transportieren kann. Eine Präsentation soll jeden die Möglichkeit geben, es so zu sehen wie Du es vorgesehen hast. Und immer wieder gern gesehen sind Hintergründe dazu. Warum und wofür? Welche Erwartungen sollen erfüllt werden? Gibt es einen besonderen Aspekt zum Gestaltungsprozess? Warum hast du das so gelöst und nicht anders? Gibt es evtl. vergleichbares und deine Arbeit beruht darauf.? Warum die Weiterentwicklung, besser; billiger, übersichtlicher, effektiver? Beschreibe die Entwicklung, stelle sie zeichnerisch dar, so das jedem klar wird warum die Welt längst darauf gewartet hat. Bist du ein Kamerakünstler, der die Welt duch die Linse so einfangen kann, wie kein anderer sie je gesehen hat? Dan vermittle deine Sicht der Dinge. Hast du cool Grafiken im Kopf? Dann bring es zu papier und beschreibe wo das Motiv deiner Meinung nach gut hinpassen würde. Wo könnte das Motiv/in Zukunft zu sehen sein? Ist ein besonderes Wiedererkennungsmerkmal vorhanden? Dann mach es zum Thema! Sind Materialgestaltungen besonders erwähnenswert? Stehen diese vielleicht sogar in einem ganzheitlichen Konzept? Dann überzeuge mit einem Materialboard! Eine Zusammenstellung aller Materialien abefestigt auf A4 Kasten . So kann jeder Farbharmonien in Relation erkennen und bewerten. Ist eine gängige Praxis in der Innenarchitektur. Vielleicht gibts in der Kommu-Design auch sowas ähnliches. Mach dich schlau, frage nach. Sowas kommt gut an. EIin unverzichtbares Tool als Kommu-Designer ist Adobe Illustrator. (ich pers. hasse es). Hast du schon mal damit gearbeitet? Dann zeig Dein Können als Vector-Majestro Je abgefahrener, desto besser. Komplexe Vectorgrafiken, die richtig schwer zu gestalten sind, sind gang und gäbe für den Grafikdruck. Im Gastro Bereich werden immer wieder unique Grafiken konzipiert, um Kernbotschaften und Gestalungs-Stile zu transportieren.

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Ich glaub, die Textlänge sprengt das Maß des Forum. Noch ein Absatz mehr und das ganze geht als  Kurzroman durch.

Hoffe ich konnte einen kleinen Einblick in dies und das gewähren. Alle Behauptungen und Anmerkungen basieren nicht auf belegbare Daten, sindern auf persönliche Erfahrung und eigene Meinung

Falls der nächste Star Designer in dir stecken möge, dann nicht vergessen, wer dir damals die guten Tipps gegeben hat :)

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