Kommt zuerst die Idee oder zuerst der Reim, wenn man ein Gedicht schreibt?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Ich denke, es ist beides. Ein toller (witziger, unerwarteter) Reim ist manchmal die Keimzelle für ein paar Zeilen. Zu Beginn steht natürlich eine ungefähre Idee, was man sagen möchte. Und dann ist es ein iterativer, kreativer Prozess, der nicht vorhersagbar läuft. Die verschiedenen Module des Gehirns werfen sich sozusagen Bälle zu und je geübter und gewandter man ist, desto schneller und zielgerichteter läuft es. Wenn du ein sehr gutes Gedicht vor dir hast, dann sieht alles so aus, als ob es nicht anders gesagt und gemeint sein könnte. Das ist natürlich ein Trugschluß. Du überprüfst deine Gedicht ständig unter dem Gesichtspunkt, ob jeder andere Depp das so auch hätte sagen können und wenn ja, dann verwirfst du die Idee. Jedes Fragment, das dir im Laufe des Tages oder mitten in der Nacht einfällt, schreibst du sofort auf, weil Geistesblitze manchmal sehr schnell wieder verfliegen.

Gedichte müssen sich NICHT reimen: Die meisten kommen so; wie das letzte von Heinrich Böll, VÖLLIG OHNE Reim aus.

thelizardking87 21.01.2017, 20:39

Das ist natürlich klar.

Daher nahm ich aber Bezug auf "sich reimende Gedichte".

Davon gibt es ja auch ein paar...

Dass ein Reim kein Qualitätsmerkmal eines Gedichtes ist oder sein muss hatte ich vorrausgesetzt.

0

Was möchtest Du wissen?