Kommt man auf deutschen Autobahnen im Schnitt deutlich schneller voran als in den anderen Ländern mit generellem Tempolimit?

9 Antworten

Das kommt wohl stark auf den Autobahnabschnitt und die Tageszeit an. Letztlich auch ob man Geschwindigkeiten über den Rückspiegel einschätzen kann oder nicht.

Zum letzten Punkt kommt man mit generellem Tempolimit schneller ans Ziel wenn man Geschwindigkeiten nicht einschätzen kann. Dann traut man sich mehr zu überholen, schliesslich ist die Gefahr dann geringer beim Ausscheren abgeschossen zu werden. Daher kommen auch die Befürworter dieses schwachsinnigen Vorschlags eine generelle Tempobegrenzung einzuführen.

Grundsätzlich kommt man auf deutschen Autobahnen schneller voran. Klar, wo es geht fährt man auch mal schneller. Gegenargumentiert wird gern dass zB in Frankreich keine Staus auf den Autobahnen wäre. Dies liegt aber nicht am Tempolimit sondern schlicht daran dass die Autobahn da so teuer bezahlt werden müssen dass sie nur von denen benutzt werden die wirklich weite Strecken zurücklegen. Auch mit diesem Tempolimit hab ich in F nervige Staus, völlig grundlos, erlebt (in D liegt es meistens wenigstens noch an hohem Verkehrsaufkommen).

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Ganz schön pauschale Frage.

Ich mache es an einem Beispiel fest: Ich fahre mehrmals die Strecke Stuttgart-Dresden und beachte Geschwindigkeitsvorgaben.

  1. An einem "normalen" Wochentag mit Truckerverkehr (wobei diese den Verkehr NICHT ausbremsen) ist ein Schnitt von 120 km/h machbar
  2. An einem Freitag (nach DD= oder Montagfrüh (nach S) steht man i.d.R. in einem Gebiet mit Tempo 100 oder max 120 meist ca. 15 km im Stau auf der A72 => vollkommener Unsinn, dass ein Tempolimit Stau vermeidet. Da entscheidet das Verkehrsaufkommen und die Rücksicht ALLER Autofahrer auf den anderen.
  3. Samstagfrüh oder Sonntagvormittag erreiche ich auch gerne mal einen Schnitt von 160 km/h, wobei ich da eher selten über 200 km/h fahre. Es ist einfach weniger Verkehr.

Oft ist es aber so, dass etliche langsame oder nicht so erfahrene Fahrer Überholmanöver nicht gem. STVO - also zügig - durchführen, sondern mit kaum Fahrtüberschuss, blinkerfrei die Spur wechselnd und keinen Rückspiegel nutzend einen chronischen Mittelspurfahrer oder Trucks überholen. Dann kommt es zu Auffahrproblemen, die tatsächlich den Schnitt drastisch reduzieren.

Gleiches gilt für Raser, die nicht vorausschauend Überholer beachten

Mit "Truckerverkehr" meist Du LKW-Verkehr und mit "Trucks" LKW? Trucks nennt man die Teile in Übersee, hier fahren LKW, bezeichnet man hierzulande einen LKW-Fahrer als Trucker kann man wegen dieser Beleidigung ziemlichen Ärger bekommen.

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@machhehniker

Danke. Nebenbei: mein Onkel war es fast sein ganzes Leben und hat mit dem Begriff definitiv kein Problem ;-)

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@oklein

Na hoffentlich ist er dann nicht selbst Trucker oder gar Super-Trucker.

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Man kommt schneller voran, selbst wenn ein Tempolimit käme. Grund: keine Autobahn ist besser und sicherer ausgebaut, als die deutsche.

Deswegen macht ein Tempolimit in Deutschland auch keinen Sinn. Ich würde aber einem fairen Ansinnen eine Chance geben. Tempo 130 ist Schwachsinn, aber wie wäre es denn mit einem Limit von 180 km/h ? Das ist das was die meisten Autos fahren können, und würde einige übermotorisierte Dienstwageninhaber etwas disziplinieren.

130 ist die optimale Geschwindigkeit.

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Neuwagen haben immer stärkere Motoren?

Klimadiskussionen, Luftreinhaltepläne und Debatten um ein Tempolimit haben offenbar wenig Einfluss auf die Vorlieben deutscher Autokäuferinnen und -käufer für starke Motoren. Einer Studie der Uni Duisburg-Essen zufolge kaufen die Deutschen weiterhin immer stärker motorisierte Fahrzeuge. Neuwagen hatten demnach im Jahr 2018 durchschnittlich 153,4 PS.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 1,8 PS oder 1,2 Prozent. Fahrzeuge mit Dieselmotoren waren mit durchschnittlich 168 PS erneut deutlich stärker motorisiert als Benziner mit 146 PS.

Selbst ein Tempolimit hätte keinen Einfluss auf die Wünsche der Autokäufer. Das zeige sich unter anderem im Nachbarland Schweiz. Trotz eines Tempolimits von 120 km/h auf Autobahnen sei der durchschnittliche Neuwagen der Schweizer mit 170 PS ausgestattet.

Hier also die Frage: Was hälst du vom stetigen Leistungszuwachs in Neuwagen?

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Was hälst du von Tempolimit?

Deutschland ist die einzige westliche Industrienation ohne ein generelles Tempolimit, weltweit gibt es rund ein Dutzend Länder, in denen man so schnell Auto fahren darf, wie man will und kann.

Was wäre, wenn auch Deutschland das Tempo drosselte? Wenn man auf allen Autobahnen maximal 120 Stundenkilometer fahren dürfte?

Schnell kommt der Einwand, dass heute schon durch temporäre und dauerhafte Tempolimits fast nirgends mehr „freie Fahrt für freie Bürger“ gilt. Doch das stimmt nicht. Eine Auswertung der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) von 2015 ergab, dass auf 70,4 Prozent der insgesamt 25.767 Autobahnkilometer keinerlei Tempolimit gilt (rechnet man Baustellen mit ein, sind es rund 60 Prozent).

Für eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung sprach sich im Jahr 2017 in einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) eine knappe Mehrheit von 52 Prozent aus, 47 Prozent waren dagegen. Bei den Frauen sind zwei Drittel für ein Tempolimit, in der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen sind 61 Prozent dagegen.

Laut einer Berechnung des Centre for Economics and Business Research (CEBR) entstanden im Jahr 2013 jedem deutschen Autopendlerhaushalt durch Staus im Durchschnitt 1152 Euro an zusätzlichen direkten (Spritverbrauch, Zeitverlust) und 434 Euro an indirekten Kosten (Lkw und Geschäftsreisende im Stau, deren Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden) – insgesamt 1658 Euro pro Haushalt und Jahr. Bis 2030 soll diese Zahl um 34 Prozent auf 2122 Euro zunehmen.

Der Verband Unfallforschung der Versicherer (UDV) geht davon aus, dass geringere Differenzgeschwindigkeiten dazu führten, dass weniger Unfälle passieren und dass diese weniger schwer verlaufen. Die beste Ausnutzung einer Autobahnspur wird laut Verkehrsclub Deutschland mit 2600 Fahrzeugen pro Stunde übrigens bei Tempo 85 erzielt.

Die größten Krachmacher sind gar nicht die Raser, sondern Schwerlaster – die ohnehin nicht schneller als Tempo 80 fahren dürfen. Ein 30-monatiger Großversuch an der A45 bei Dortmund, bei dem die Maximalgeschwindigkeit sogar auf nur 100 km/h festgelegt wurde, änderte die Schallemissionen kaum.

Ein zusätzliches Problem: Liefert die Verkehrslage keinen Anlass für ein Tempolimit, halten sich viele Autofahrer auch nicht daran.

Lange Rede kurzer Sinn:

Es ist ein umstrittenes Thema und darum geht es.

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