Kommt es in Deutschland oft vor, dass Personen fälschlicherweise einer psychischen Krankheit bezichtigt werden und dann für ein paar Wochen eingesperrt werden?

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10 Antworten

Leute einer Krankheit "bezichtigen", das ist wohl möglich über üble Nachrede, hat aber keine rechtlichen Konsequenzen.

Eine Handhabe gibt es nur bei Gefährdung, also wenn jemand seinem Alltag oder seiner Gesundheitspflege nicht mehr durch die Erkrankung nachkommen kann, dann kann man den Amtsarzt verständigen, der sich das ansieht. Sollte dann Handlungsbedarf sein, wird dieser aber per gerichtlichen Beschluß erwirkt.

Ich denke hierbei z.B. an Messi-Syndrom oder Animal-Hording, wo über Beeinträchtiung einer Wohnung auch andere Mieter betroffen sind oder z.B. bei Demenz bei allein lebenden Personen ohne Angehörige, wenn da Nachbarn drauf aufmerksam werden.

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Kommentar von DonkeyDerby
10.04.2016, 11:19

Richtig, aber selbst da erfolgt in der Regel keine Zwangseinweisung, es wird nur dem Messi oder dem Animal Hoarder Hilfe zur Verfügung gestellt, die Situation in den Griff zu bekommen. Es werden auch normalerweise nie alle Tiere beschlagnahmt, da man ja den Menschen nicht in ein seelisches Unglück stürzen will, sondern ihm nur helfen will, den Tierbestand wieder auf eine Menge zu beschränken, die er auch bewältigen kann.

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Eher stempeln sich viele selber als psychisch krank ab und lassen sich zur Bestätigung einweisen oder bekommen eine unseriöse Diagnose.

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Naja, es gibt psychische Krankheiten die der Patient selber nicht wahrnimmt. Nur weil sich einer Okay fühlt, heißt es nicht, dass er komplett gesund ist. Es kommt glaube ich auch selten vor, dass wenn einer mit seinem Leben wirklich zurecht kommt, er dann auch weggesperrt wird. Das würde in meinen Augen keinen Sinn ergeben.

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Kommentar von DonkeyDerby
10.04.2016, 11:11

Es kommt, genau genommen, überhaupt nicht vor. Nur bei akuter Suizidgefahr oder bei Bedrohung anderer Menschen kann eine Zwangseinweisung erfolgen. Ansonsten darf hier in Deutschland jeder seine Macken hegen und pflegen - und das ist auch gut so!

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In die Psychiatrie wird man nur " gesperrt ", also besser eingewiesen....wenn man für sich / für andere eine Gefahr darstellt. 

Das aber bezieht sich nicht nur auf bereits vorhandene Erkrankungen, das ist allg. gültig. 

Einfach so also funktioniert das Zwangseinweisen nicht. 

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Wenn jemand mit seinem Leben zurechtkommt, wird er nicht als psych. krank angesehen. Kennzeichen einer psych. Erkrankung ist ja, dass man mit dem täglichen Leben nicht mehr klarkommt. Und dann kann die Unterbringung in einer Psychiatrie hilfreich sein.

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hm naja, nehmen wir mal eine von sich selbst überzeugte magersüchtige Person. Diese würde niemals zugeben, krank zu sein, geschweige denn Bock haben, das Leben wieder umzukrempeln und etwas ändern wollen...

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Schwere Frage.Ich denke das Psychisch Kranke glauben das sie gesund und mit allem klar kommen.

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Eine Zwangseinweisung ist in Deutschland nur bei Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung möglich. Es werden sehr strenge Richtlinien angesetzt.

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Kommentar von BaluDerTanzbaer
10.04.2016, 11:12

Danke für die Richtigstellung! Wollte ich auch gerade anmerken.

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Tja. Da gibt es sicherlich eine hohe Dunkelziffer.

Fälle wie Gustl Mollath kommen ja nur selten ans Licht.

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Psychologen sind meistens diejenigen die am Ende ihrer Sitzungen selbst zu Psychologen gehen

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Kommentar von DonkeyDerby
10.04.2016, 11:09

Das ist auch vollkommen richtig, wenn sie das tun. Abgesehen vom notwendigen Supervising ist der Beruf des Psychologen auch seelisch sehr belastend, so dass es durchaus sinnvoll ist, sich entsprechend von einem Kollegen helfen zu lassen. Ein Chirurg verzichtet in der Regel auch darauf, Operationen an sich selbst vorzunehmen.

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Kommentar von mrssalihi
10.04.2016, 11:11

Wenn man sich für den Beruf entscheidet, sollte man von vorne rein bescheid wissen, dass man dadurch seelisch belastet werden könnte. und wenn man nicht damit umgehen kann, sollte man es lassen. Das ist ja nicht Zweck des berufs.

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