Kommt es eigentlich gelegentlich vor, dass sich Lachse (Salmo salar) in den Rhein verirren?

8 Antworten

Hallo,

eine interessante und top-aktuelle Frage, ist doch der (Atlantische) Lachs Fisch des Jahres 2019.

Lachse "verirren" sich nicht in den Rhein, sondern sie wandern dort seit Jahren wieder auf, um in ihre Laichgewässer zu gelangen.

Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheines (IKSR) hatte vor gut 20 Jahren das Programm Lachs 2000 aufgelegt, mit dem Ziel, den Lachs wieder im Rhein anzusiedeln.

In den Folgejahren wurden etliche Nebenflüsse des Rheines renaturiert und teilweise durchgängig gemacht, sowie auch in geeigneten Flüssen Junglachse aus Nachzuchten des Rheinlachses (u.a. von französischen Wildlachsen) ausgesetzt.

Lachse sind anadrome Wanderfische, die nach einer Zeit im Meer wieder in ihren Fluss zurückkehren, um dort abzulaichen. Um dorthin zu gelangen, müssen viele Aufstiegshindernisse überwunden werden.

Am Rhein und insbesondere an seinen Nebenflüssen sind dies die Staustufen mit Kraftwerken, die ohne geeignete Fischpässe vom Lachs nicht überwunden werden können. Man spricht hier von einer sog. "Durchgängigkeit".

So wurde in den letzten 20 Jahren teilweise erfolgreich an der Durchgängigkeit gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass bisher einige tausend Lachs-Rückkehrer nachgewiesen werden konnten. Gleichzeitig wurden in den Geburtsflüssen die Lebensraumbedingungen positiv verändert, dass dort die Junglachse aufwachsen können.

Sie sollen schließlich von dort aus wieder ihren Weg ins Meer antreten können um als geschlechtsreifer Fisch zurückzukehren und mittel- und langfristig wieder eigene Populationen in den jeweiligen Flüssen zu gründen.

Im Jahr 2000 wurde an der Rheinstaustufe Iffezheim ein Fischpass mit Kontrollstation fertig gestellt, an dem seit dieser Zeit Fisch- und Lachszählungen durchgeführt werden.

Hier einige der Ergebnisse: (2000 - 2017)

Lachse = 1.422

Meerforellen = 2.131

Maifische = 308

Meerneunaugen = 1.829

Seit 2015 sind die Zahlen deutlich gestiegen (ca. 180 Lachse/Jahr) was den Erfolg vieler Bemühungen deutlich macht.

Hierbei muss man sehen, dass dies nur ein sehr kleiner Teil der Lachsrückkehrer sind, da Iffezheim ja zwischen Karlsruhe und Offenburg liegt und die meisten Lachs-Nebenflüsse bereits vorher flussabwärts in den Rhein münden.

Auch sind diese Zahlen nur die dokumentierten Lachse und die Zahl der tatsächlichen Rückkehrer sollte deshalb weitaus höher sein.

Das Programm Lachs 2000 wird nun durch das Programm Lachs 2020 abgelöst.

https://www.iksr.org/de/internationale-zusammenarbeit/rhein-2020/lachs-2020/?no_cache=1&sword_list%5B0%5D=lachs&cHash=f2d290db60b399adbd0b5473503a4b75

Hier ein Link zu einem Beitrag über die Besonderheiten dieses erstaunlichen Fisches:

https://www.lachs-shop.com/das-lachsgeheimnis-biologie-der-atlantischen-lachse/

LG Jürgen

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Davon gabs noch bis vor hundert Jahren bis zum Bodensee so viel, dass es Vorschriften gab, das Dienstboten max. 3 Mal pro Woche Lachs serviert werden durfte (oder waren es 5 Mal?).

Egal, seit einiger Zeit schaffen es vereinzelte wieder bis zum Rheinfall in der Schweiz, mehr davon findet man in Deutschland flussabwaerts.

Um die Situation zu verbessern, muss die Wasserqualität weiter verbessert werden, Hindernisse (Dämme, Wehre) beseitigt und Gewaesser für eine erfolgreiche Fortpflanzung renaturiert werden.

Ich habe noch ein altes Kochbuch, da steht drin, der Rheinlachs sei der beste und tatsächlich war der Rhein mal der lachsreichste Fluss mindestens Deutschlands.

Nun, lang lang ist's her. In der Zwischenzeit war der Rhein so gut wie lachsfrei, weil er so eine dreckige und giftige Brühe führte, dass kein Lachs überleben konnte. Außerdem was der Flusslauf begradigt und durch Schleusen unpassierbar für den Lachs geworden.

In den letzten 25 Jahren hat sich aber einiges getan. Der Fluss ist wieder sauber genug und für den Lachs sind sogar extra Treppen gebaut worden, damit sie den Fluss aufwärts wandern können.

Der Angang ist gemacht und es wird hoffentlich noch besser.

https://www.krankenhausberater.de/impuls/news/beitrag-im-leben-die-lachse-im-rhein/

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... glaub ich nicht. Ich glaube eher der Kllimawandel schlägt voll zu und macht ganz Mitteleuropa für Kaltwasserfische für immer unbewohnbar, bis auf das Hochgebirge 😀

Hurra!

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