Komische Phobien, was soll ich dagegen tun?

5 Antworten

Hi

Ohh ich kenne das nur zu gut, ich habe auch ganz seltsame Phobien, die kaum wer versteht. Ich habe sogar immer wieder Träume, dass ich das anfasse. Seit Jahren immer wieder.

Also vielleicht würde es dir helfen, wenn du das bei einem Psychologen thematisierst? Das ist ja überhaupt nicht schlimmes, zum Psychologen zu gehen. Ich hab mir eigentlich nie überlegt, die Phobien loszuwerden. Aber ich denke, wenn jemand dir helfen kann, wäre es ein Psychologe.

Lg und viel Erfolg <3

Hallo hall1230,

Jede Phobie, egal in welcher Form stellt zunächst einmal eine Schutzfunktion dar, um eine noch viel tieferliegende darunter vorhandene Angst anzudeuten. Unser Unterbewusstsein denkt oftmals völlig anders, als unser menschlicher rationaler Verstand. Darum fällt es vielen Menschen auch schwer die Schutzfunktion des Unterbewusstseins zu verstehen. Das Unterbewusstsein denkt in gewisser Weise häufig um die Ecke. Wenn man häufig Angst verspürt, denkt das Unterbewusstsein, dass dadurch bestimmte Dinge nicht passieren. Das würde bedeuten es geht wirklich darum eine ganz tiefliegende Angst, die in frühen Jahren bei Dir sich eingeschlichen hat zu behandeln und da solltest Du mal deine Aufmerksamkeit hinrichten, wenn Du deine Angst vor Metalllöffeln und Reissverschlüssen verlieren möchtest.

Angst/Phobie ist ja zunächst immer erstmal eine Schutzfunktion. Und da unser aller Unbewusstes auf Lebenserhaltung getrimmt ist, muß es sich in gefährlichen Situationen ja bemerkbar machen können. Das geht dann oft über die Angstgefühle.

Das Gefühl der Angst als Schutz vor noch Schlimmerem. Dazu reicht eine einzige Erfahrung aus, die in einer bedrohlichen Situation gemacht wurde. Was das ist, wird in aller Regel von den Betroffenen nur dann gefunden, wenn Sie Unterstützung von jmd. anderem erhalten. Egal ob Psychologe oder Coach.

Bei Dir sind diese Ängste ja nun nicht so einschneidend, dass sie dein Leben wirklich stark beeinträchtigen. Viele Menschen leben mit solche Phobien trotzdem sehr zufrieden und glücklich.

Ich würde mir an deiner Stelle erst wirklich gedanken darum machen, wenn es deine Lebensqualität deutlich einschränkt. Das kannst aber natürlich nur Du selbst entscheiden.

Was Du aber machen kannst, um deinen Phobien selbst auf die spur zu kommen ist eine schrittweise Annäherung an das Thema.

In der Verhaltenstherapie gibt es den Fachbegriff der Approximation (also der schrittweisen Annäherung an das Phobieobjekt). Dadurch ist es Dir möglich mehr über den Schutzcharakter deiner Phobien zu erfahren.

Du gibst deiner Phobe zuerst einen Namen. Also so: Meine angst vor Metalllöffeln

Dann geht alles in Kurzform folgendermassen:

  1. Die Angst benennen. Du gibst Ihr einen Namen, so das du sagen kannst: "Aha, da ist sie wieder die Metalllöffelangst." (Anm. Ich würde die Angst auch wirklich so nennen. Nimm den Namen der dir spontan einfällt. Das Unbewusste versteht am besten Klartext. )
  2. Dann deine Ängste sortieren: Dazu machst du dir eine Liste z.B. von 1-10 und priorisierst alle deine Ängste, die dir einfallen. Du kennst da mit Sicherheit einige. Wir haben ja als Menschen oft sehr viel Ängste, die uns aber nicht immer bewusst sind. z.B. Angst vor Armut, Angst vor Prüfungen, Angst vorm Fliegen, Angst vor anderen Menschen, Angst sich zu blamieren usw. Also allen Ängsten Namen geben und nach Stärke und Einfluß priorisieren von 1-10. Du kannst wenn Du willst auch zunächst mit kleineren (Schwächeren) Ängsten experimentieren. Also Angst vor Ungeziefer, Kakerlaken, Spinnen oder so.
  3. Der Angst dann sicher und gestützt begegnen: Dazu suchst du dir ein Symbol für deine Metalllöffelangst. Das nennt man in der Verhaltenstherapie "systematische Approximation ans Phobieobjekt s.o.). Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück. Mit dem Symbol kannst Du dann immer in Kontakt treten, wenn Du bewusst damit arbeitest. Du kannst das Symbol malen oder ganz spontan eins aus deiner Umgebung aussuchen. Es sollte aber ein Gegenstand sein oder eben ein Bild, welches Du auch in die Hand nehmen kannst.
  4. Dann die Angst aus dir herausholen (externalisieren nennt man das). Somit gibst Du deiner Angst eine Gestalt außerhalb von Dir. Das ermöglicht Dir Dialoge, Beschreibungen und Handhabungen. Spüre dazu mal nach, wo die Angst in deinem Körper sitzt. Wenn Du nicht genau sagen kannst wo sie sich befindet rate einfach. z.B. im Nacken oder der oberen Brust oder im Bauch. Dann würdest du sie aus dem Nacken oder deiner Brust oder deinem Bauch herausholen und vor dich stellen.Wenn Du sie aus dir heraus holst und eine Gestalt verleihst: Wie würde sie aussehen? Farbe, Form, Größe, wo ist sie bei dir im Raum? Ganz Genau beschreiben. Achte unbedingt darauf, dass Sie sich ausserhalb von Dir befindet. Das machst Du laut und verbal mit Dir selbst. Wenn du das laut machst ist das erfahrungsgemäß besser) Beschreibe die Gesalt so gut wie möglich, als wenn deine Mutter dich fragen würde danach. Du kannst die Angst auch mit Tüchern oder Decken im Raum positionieren oder eine Tonfigur oder Zeichnung zum Angstwesen außerhalb von dir gestalten. Dann legst du das an eine Stelle, die du gut sehen kannst.
  5. Jetzt beginnst Du mit der Angst zu spielen, sie steuern lernen: Dazu beginnst Du die Angst zu übertreiben. Spielerisch. Mach sie mal größer und dann lass sie wieder kleiner werden. Mit welcher inneren Vorstellung, welcher Überzeugung, welchem Satz, welchem Wort, welcher stützenden Person (Freund, Eltern, dein Idol) gelingt das, kannst Du sie größer und kleiner machen. Sie ist ja mittlerweile eine gestalt und die kannst eben auch größer oder kleiner machen. Dieser Schritt ist sehr wichtig. Hier lernst Du dich von der Angst nicht beherrschen zu lassen, sondern sie selbst zu beherrschen.
  6. Jetzt ganz wichtig! Die Angst als sorgende, nützliche, schützende, Gefährtin sehen, umwandeln: Betrachte die Angst nun als deinen Ratgeber oder Coach. Das ist sie ja auch in Wahrheit. Frage dich dazu: Wovor schützt sie dich deine Angst vor Metalllöffeln? Das sollte jetzt sehr viel besser funktionieren, nachdem du schon die anderen schritte durchlaufen hast. Worauf macht sie dich wirklich aufmerksam diese Angst? Was ist ihr Anliegen dir zuliebe? Was will sie wirklich Gutes für Dich erreichen? Das kann auch was ganz verrücktes sein, weil das Unbewusste oft nicht linear denkt. Du kannst sie das auch alles direkt fragen, weil sie ja jetzt ausserhalb von Dir ist. Wenn Du das hast und sie deine aufmerksame, schützende Begleiterin ist, fragst Du dich wo stelle ich sie in Beziehung zu mir hin? Finde dafür einen guten Platz. Also so hinstellen, dass du immer wieder zu der schützenden Begleiterin an dieser Stelle schauen kannst und sie dich an den Schutz erinnert, den sie ja eigentlich dir schenken will.
  7. Mach dir nun ein Lösungs-/Wunsch-/Wunderbild: Frage Dich dazu: "Wie lebe ich, wenn ich (wenn ein Wunder passiert wäre) gut leben kann, wie schaut der morgige Tag aus und der übernächste Tag "gelöst" aus? Beschreibe das ganz genau. Male Dir dieses Wunsch-/Wunderbild auch auf. Das kann auch ein symbolhaftes Bild sein. Hänge Dir dieses Bild zusätzlich auf. Nimm immer wieder Kontakt damit auf. Lege Dir dieses Bild diese Nacht unter dein Kopfkissen!!! Das ist wichtig. So lernst du deine Angst zu berrschen und bist damit viel zufriedener. So hast Du 2 Bilder oder Symbole. Einerseits das Wunder, wie dein Leben aussieht, wenn es dir gut geht und andererseits das Schutzbild, welches dich daran erinnert wovor die Angst dich schützen will. Mache dir von beiden Bildern/Symbolen ein Foto. z.B. mit dem Handy und trage diese Bilder bei Dir oder lass sie auf dem Handy und schaue sie dir am Tag immer mal wieder an. Mach das ruhig öfters.
  8. Dein Unbewusstes wird es Dir danken. Diese Technik wird dir helfen wieder komplett angstfrei zu leben in bezug auf Metalllöffel und Reissverschlüsse.
  9. Das Ziel ist es der Angst beschützt zu begegnen, mit ihr in Kontakt zu kommen und ihre wahren Gründe zu erfahren.
  10. Und es ist sehr gut möglich, dass dein Unbewusstes Dich vor 2 Sachen schützen will. Also, die beiden Phobien müssen nichts miteinander zu tun haben.

Das Ganze solltest du aber nur machen, wenn es Dir wirklich wichtig ist mehr darüber zu erfahren.

Viel Erfolg, Christoph

Muss man Phobien verstehen? Nein. Lebe halt damit oder versuch ne Therapie, wenns dich im Leben behindert.

Phobien sind psychische Störungen - exzessive, übertriebene Angstreaktionen beim Fehlen einer wirklichen äußeren Bedrohung.

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