Wer kennt sich mit der Kombi von AD, SSRI, und Neuroleptika aus ?

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7 Antworten

Nein, gesund ist das alles sicher nicht, aber notwendig ,um sie aus einer Krise herauszuholen. Mir selbst ging es auch schon so und ich wurde vollgepumpt mit einer ähnlichen Kombination. 12 Tabletten waren es teilweise pro Tag. Aber es war das kleinere Übel. Es blieb ja nicht so. Die Ärzte probierten auch aus, welche Kombination anschlagen würde. denn jeder reagiert anders. Dieser "Seelenkrebs " ist halt auf keinem Röntgenbild zusehen. Das einzige, was die Ärzte haben, sind die Aussagen deiner Frau. Du wirst auch bald merken, es ist ein langer Prozess, den deine Frau durchlaufen muss. Die Medis sollen je zunächst nur stabilisieren und therapiefähig machen Meine Therapie dauert nun schon intervallartig 6 Jahre. Mir geht es jetzt wieder so gut, dass ich jetzt wieder ans Arbeiten denken kann. Von 12 nehme ich jetzt noch 2 Tabletten . Aber es hat alles seine Zeit gebraucht. Psychische Erkrankungen entstehen über viel Jahre und heilen nie ganz aus . Aber man kann damit leben lernen. ,Nur braucht das Zeit ,unendlich viel Zeit. Du willst deiner Frau helfen ? Dann sei einfach für sie da und unterstütze die Ärzte und Psychologen .Sorge dafür, dass deine Frau im Anschluss langfristige Psychotherapien annimmt. und seid geduldig. ich wünsche euch für diesen langen Weg ganz ganz viel Kraft !

Hi,

ich kenne mich eher mit natürlichen Serotoninerzeugern wie Griffonia aus, das man auch nicht mit Medikamenten kombinieren sollte.Aber ich weiß , dass man SSRI wie Sertralin nicht mit MAO-Hemmern kombinieren darf, um kein Serotoninsyndrom zu riskieren. Hier steht auch noch , dass Medikamente gegen Migräne, wie die Triptane nicht gleichzeitig genommen werden sollten: http://sertralin.net/ Die Ärzte haben im Studium auch das Serotonin-Syndrom behandelt und werden hoffentlich bei der Kombination darauf achten. Ich wünsche dir und deiner Frau jedenfalls alles Gute, und dass sie bald wieder bei dir zu Hause ist..

die frage, ob das geeignet ist, kann dir hier wohl kaum jemand beantworten, da wir alle die schwere der krankheiten nicht kennen.

ich kann dir allerdings ein bisschen etwas über meine erfahrungen mit diesen medikamenten berichten. beachte aber, dass sie bei jedem anders wirken.

zuerst seroquel (quetiapin): dieses medikament habe ich in der klinik als erstes der aufgezählten medis bekommen. die dosis war bei 200 mg. wirkung: keine probleme mehr mit dem einschlafen, stimmungsschwankungen reduziert. depressive stimmung minimal gebessert. nw: starke müdigkeit am tag, gewichtszunahme. seroquel ist für mich ein typisches krisenmedikament. für mich ist er dämpfende effekt "im alltag" zu stark. bei einer akuten krise finde ich diesen allerdings sehr angenehm um einfach mal herunterzufahren. seroquel wurde in der klinik öfters gegen zwangsgedanken eingesetzt, obwohl ich gerade keine indikation dafür finde. aber wird schon seinen grund haben. zusammen mit einem antidepressivum ist seroquel gegen starke depressionen zugelassen.

zoloft (sertralin): dieses medikament finde ich sehr angenehm und nehme es heute noch (zusammen mit mirtazapin (remeron) für den schlaf). nebenwirkungen habe und hatte ich gar keine, dafür aber einen stark stimmungsaufhellenden effekt und ich wurde aktiver im sozialen umfeld. ich habe das medikament auch zeitweise mit seroquel (150mg) genommen, bevor dieses abgesetzt wurde.

trittico (trazodon): nahm ich nachdem wir seroquel abgesetzt haben, zum einschlafen. nebenwirkungen waren katastrophal: übelkeit, erbrechen, zwar schlaffördernd, allerdings kein erholsamer schlaf. das medikament haben wir nach 1-2 wochen qual wieder abgesetzt (und meine ärztin verschrieb mir dann mirtazapin, welches ich heute noch in kombi mit sertralin nehme).

mit opripamol habe ich leider keine erfahrung, da ich es noch nie genommen habe.

gesund ist so eine menge an medikamente sicher nicht, da hast du recht. allerdings wird sie diese medikamente wohl kaum alle über jahre weg nehmen. von daher sind wohl kaum irgendwelche irreversible schäden zu erwarten. bei psychopharmaka sollte allerdings unbedingt regelmässig eine blutbildkontrolle und ein ekg gemacht werden. das musste ich damals schon "nur" mit seroquel.

also zum abschluss: mit sertralin habe ich nur gewonnen und es ist auch allgemein ein eher gut verträgliches medikament. im gegensatz zu anderen antidepressiva ruft es auch viel viel weniger sexuelle funtkionsstörungen aus (bei mir gar keine).

wie fühlt sich deine frau? du solltest ihr die entscheidung überlassen, denn sie weiss am besten, was gut für sie ist. wenn sie tendenziell eher weniger medis will, würde ich bei seroquel/trazodon ansetzen. wenn ich dich richtig verstanden habe, nimmt sie diese zum schlafen. evtl. könnte sie auch jeweils nur eines der beiden medis nehmen und ein zweites nur bei bedarf (habe ich zeitweise auch gemacht). aber das muss sie unbedingt mit dem behandelnden arzt besprechen!)

so, das waren meine erfahrungen. vielleicht haben dir ja ein paar anregungen weitergeholfen. bitte beachte aber, ich bin kein arzt! für die richtigkeit meiner informationen übernehme ich keine verantwortung. besprecht bitte alles immer mit dem behandenlden arzt!

ich wünsche euch alles gute und hoffe, dass es deiner frau bald wieder besser geht.

peterchen1811 30.06.2013, 23:08

Hallo und Danke für deine Ausführliche Antwort, meine Frau weiss ja mitlerweile gar nicht mehr welche Nebenwirkung von welchen ;edi ist bei der Vielzahl an Medis die sie bekommt, sie ist total verunsichert wie ich natürlich auch, ich will nur verhindern das sie dieses serotonin syndrom bekommt, wo man ja von steben kann ! Denn sertralin ist ein SSRI und Opipramol ist ein Trizyklische Antidepressiva und eine solche kombi soll dieses syndrom auslösen können :-( hinzu kämen noch seroquel und trazedon !!!

da steht man ziehmlich alleine gelassen, ärzte zucken mit den achseln , ich glaub auch das sie gar nicht wissen was sie tun sollen !!??!!??

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Cobra11 03.07.2013, 20:54
@peterchen1811

zuerst möchte ich dir etwas die angst nehmen. das serotonin-syndrom ist eine sehr seltene komplikation. besprecht bitte das mit dem serotoninsyndrom unbedingt mit dem behandelnden arzt! er, als psychiater ist spezialist für medikamente. und sich mit lebensbedrohlichen nebenwirkung wie serotoninsyndrom muss er sich auskennen!

wie wäre die idee, das opipramol auszuschleichen und dafür mit sertralin anzusetzen? opipramol ist, nach meinen wissen, eher ein medikament mit stärkeren nebenwirkungen. es wirkt auf verschiedene symptome (angst, depressionen, zwangsstörungen usw...). allerdings ist es eher ein "weder fisch noch vogel" medikament. es wirkt zwar, aber zu wenig spezifisch. am häufigsten wird opipramol, glaube ich, bei generalisierten angststörungen eingesetzt.

sertralin wäre statistisch gesehen auf jeden fall besser verträglich. die frage ist, wie sich die symptome der depression äussern. das spielt bei der wahl dess ssri eine rolle. wenn sie vor allem durch niedergeschlagenheit und abgrundtiefer traurigkeit besteht, wird meist sertralin oder citalopram empfohlen. wenn allerdings noch eine starke antriebslosigkeit hinzukommt, ist venlafaxin wiederum wirksamer. du siehst also, dass medikamente genau auf die symptome abgestummen werden müssen, damit sie effektiv wirken können. depression ist nicht gleich depression.

ich habe mir deine frage nochmals durchgelesen und festgestellt, dass deine frau seit ca. 3 wochen in der klinik ist. dabei ist mir eingefallen, dass antidepressiva meistens zwischen 2-6 wochen brauchen, bis sich (zumindest die antidepressive) wirkung bemerkbar macht. da erstaunt es mich schon, dass die ärzte innerhalb dieser zeit so viele medikamente einsetzen. ich würde eher dafür plädieren, 1 bis 2 medikamenten einzusetzen, dafür allerdings die passenden medis. du hast geschrieben, dass dir deine frau wie ein versuchskaninchen vorkommt. das ist, auch wenn es hart tönt, bei der suche nach dem richtigen medikament leider realität. auch ich musste zuerst mehrere wirkstoffe ausprobieren, bis etwas gut gewirkt hat, was nicht zu starke nebenwirkungen hat. im laufe der therapie ändert sich häufig die symptomatik und man muss sich neu orientieren.

vielleicht wäre eine zweitmeinung doch noch angebracht, vor allem, da es mich wundert, dass der arzt noch ein neues medikament zur palette hinzufügen will, obwohl die zeit, die antidepressiva brauchen, um anzuschlagen, unter umständen noch gar noch nicht um ist. vielleicht könnt ihr in der klinik einen anderen psychiater/neurologen um hilfe bitten, die medikation, die sein kollege verordnet hat, zu überprüfen.

auch würde ich euch empfehlen, mit dem arzt über all diese sorgen und probleme ein offenes gespräch zu führen. deine frau kann auch anordnen lassen, dass du bei dem gespräch als unterstützung dabei bist, und dem arzt die schweigepflicht dir gegenüber für dieses gespräch aufheben.

gebt nicht auf! ihr werdet den richtigen weg finden. mit psychotherapie und gut eingestellter pharmatherapie habt ihr ein mächtiges werkzeug um die erkrankungen zu besiegen oder zumindest einzudämmen.

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Hallo, ich kann erfahrungsgemäß nur von Sertralin sprechen. Ich nehme es seit September mit einer Anfangsdosis von 50 mg. Mittlerweile bin ich bei 25 mg und einem freien Tag. Noch einen freien dazu vertrug ich nicht. Mal sehen, wie es weitergeht. Ich kenne nur Sertralin mit vielen Nebenwirkungen. Auch jetzt in der Ausschleichphase. Wichtig ist auch eine Psychotherapie. Die hilft mir unterstützend sehr viel. Kann ich nur empfehlen! Wünsche deiner Frau viel Kraft mit deiner Unterstützung !!

Eigentlich ist das keine gute Idee, denn sie bekommt schon ein SSRI, Trazodon ist ein sehr frühes SSRI, das gerne als Schlafmittel gegeben wird. 2 unterschiedliche SSRI soll man wegen des gefährlichen Serotonin-Syndrom, das durch eine zu hohe Dosierung auftreten kann, nicht geben. Das ist ein wenig riskant. Es ist bei komplexen psychischen Erkrankungen nicht unüblich, dass am eine Kombination mehrerer Medikamente verordnet bekommt, oft tappen die Ärzte auch im Dunkel und müssen verschiedene Medikamente ausprobieren. Das erkennt man auch an der Wahl der Medikamente. Sertralin ist ein AD, das sehr schnell anspricht, deshalb hat man sich wohl dafür entschieden, obwohl bei den SSRI Citalopram meist das Mittel der Wahl ist. Opipramol ist ein Mittel gegen die Zwangserkrankung, das auch antidepressiv wirkt, ebenso wie Seroquel. Insgesamt ist es wohl des Guten zuviel, wenn sie derart mit Medikamenten zugestopft wird, aber viele Psychiater greifen nur allzu gerne nach der chemischen Keule. Man sollte eigentlich versuchen, deine Frau auf eine Monotherapie einzustellen, also nur ein Medikament, das wohl ein Antidepressivum sein sollte, denn für mich hat deine Frau eine Depression mit psychotischen Symptomen, eine Depressionsform, die eigentlich leicht zu behandeln ist...aber ich bin kein Arzt, ich kenne mich nur ein wenig aus ;o)

peterchen1811 30.06.2013, 00:27

Nichts für Ungut, aber wie willst du aus der Ferne beurteilen an was meine Frau erkrankt ist !!!???!!!?? Bis du ein Hellseher ???

Las mal gut sein !!! Antworte besser nicht mehr auf solche Fragen und verunsicher und verängstliche Menschen auf diese weise !!! Dann besser inne halten !!!

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Nicht schlecht, ganz schön viele Medis. Ich kann nur von mir sprechen.... war wegen den gleichen Sachen in einer Klinik und meiner Depression war relativ stark ausgeprägt, hab aber nur ein Medikament bekommen und das war Citalopram und eigentlich Remergil aber das hab ich nichts genommen...

Xstar 29.06.2013, 10:43

Achja und Neuroleptika wird meines Wissens nur bei Psychosen, Schizophrenie gegeben abend ich bin ja kein Psychiater

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peterchen1811 29.06.2013, 10:47

hast du auch zwangsgedanken gehabt oder nur die depression ?

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Xstar 29.06.2013, 10:58
@peterchen1811

Auch Zwangsgedanken aber ich würde eine zweite Meinung einholen, den Ruhiggestellt werden ist ja keine Möglichkeit die man gut heißen möchte

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Da ein SSRI ganz anders wirkt als die vorgenannten AD, die angstlösend wirken, aber nicht unbedingt stimmungsaufhellend, doppelt sich das Sertralin in der Wirkung nicht mit den vorgenannten AD, sondern wirkt ergänzend. Über die Wechselwirkungen kann ein Arzt kompetent Auskunft geben, Informationen finden sich aber auch in den Beipackzetteln. Wenn Du unsicher bist, hol bei einem Facharzt, z.B. einem Neurologen doch eine Zweitmeinung ein.

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