Kollegin verlässt Abteilung, ich bekomme gesamte Arbeit. Zulässig?

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15 Antworten

Man sollte sich nicht immer auf "Stellenbeschreibungen" fixieren, die haben meist nur dann eine Relevanz wenn man versetzt werden soll. Der Arbeitgeber kann nach billigen Ermessen Arbeitsort, Arbeitszeit und Arbeitsmenge anordnen - das steht ihm nach dem Direktionsrecht auch zu.

Wenn die anfallende Arbeit nicht innerhalb deiner üblichen Zeit erledigt werden kann, dann bleibt sie einfach liegen und damit Basta. Sollte es zu Beschwerden kommen, dann kannst du immer noch deine Argumente vorbringen wie Erhöhung der Stunden, aber nicht zwangsläufig Erhöhung des Gehalts weil ersteres einher mit mehr Gehalt geht.

Man kann auch mal über ein paar Wochen hinweg schlicht Dienst nach Vorschrift machen - pünktlich kommen, pünktlich gehen, pünktlich Pause und vor allem die Zeit der Pausen voll ausnutzen. Zu Überstunden ist man zwangsläufig nicht verpflichtet wenn es bspw keine Vereinbarung über deren Abgeltung gibt - und sei es nur in Freizeit, und kann die nicht genommen werden, dann muss man eben über eine Auszahlung nachdenken.

In Deutschland wurden 2012 knapp 8 Mrd Überstunden geschoben - rechnet man das um, dann hätten ca. 3,9 Mio Menschen eine Vollzeitstelle mit 40 Stunden die Woche und Deutschland keine (offiziell, es sind deutlich mehr als 5 Mio) Arbeitslosen mehr

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Kommentar von Familiengerd
25.01.2013, 12:56

Na, stelari, da wundere ich mich jetzt aber!

Ganz so einfach ist das mit dem "Anordnen von Arbeitsort und Arbeitszeit nach billigem Ermessen" und dem "Direktionsrecht" für den Arbeitgeber denn doch nicht - erst recht nicht, wenn es auch noch einen Betriebsrat gibt!

Auch das Direktionsrecht des Arbeitgebers hat seine Grenzen - und eine Stellenbeschreibung als Bestandteil des Arbeitgebers ist nicht nur bei einer Versetzung von Relevanz!

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Hi,

Ich würde erstmal abwarten, was auf Dich zukommt. Gleichzeitig weißt Du ja, dass Du Dich an den Betriebsrat usw. richten kannst. In so einem "aufgewühlten Moment - "garstig", würde ich keine Entscheidung treffen. Möglicherweise bietet Dein Chef Dir ja eine Vollzeitstellle mit entsprechendem Gehalt an. Mache einfach soviel wie Du kannst. Damit meine ich nicht, dass Du bis zum Umkippen arbeiten sollst. Mache es so, dass Du gut damit leben kannst und warte ab, was passiert. Parallel alle rechtlichen Möglichkeiten durchzuspielen, ist natürlich nie verkehrt. Vielleicht ist das ja der letzte Anstoß, Dein Leben zu verändern (erinnere mich da an eine frühere Frage).

LG yonga

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Kommentar von PolyOrk
25.01.2013, 14:24

Hallo Yonga,

danke für deinen Ratschlag. Man könnte es als Veränderung des Lebens betrachtet, das ist es aber nicht. Ich arbeite jetzt schon jeden Tag bis zum Anschlag. Ich schaffe es nicht mal bei akuter Krankheit früher zu gehen, um zum Arzt zu gehen (ich weiß, daran bin ich selbst schuld). Gut Leben kann ich mit meiner jetzigen Stelle schon nicht. Wir sind vollkommen ausgelastet und jeden Tag kommt was neues dazu. WIr machen jeden Tag Überstunden, werden teilweise spät abends "gebeten" nochmal ins Unternehmen zu kommen weil wieder dringend was zu erledigen ist. Manchmal müssen wir sogar bangen, ob wir wochenends was zu erwarten haben. Vielmehr ist das ein weiterer Grund, meiner Idee nachzugeben. Leider

Gruß

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stellenabbau ist ein verbreitetes phaenomen und da nicht automatisch die arbeit weniger wird, wird sie eben anders verteilt.

normaler weise gibt es in arbeitsvertraegen eine klausel, in der sowas steht wie "der arbeitnehmer verpflichtet sich, ggf. auch fachfremde arbeiten zu erledigen ... " etc. oder eine vergleichbare formulierung, die dem arbeitgeber spielraum laesst fuer eine umverteilung der aufgaben. schau mal in deinen vertrag, ob da vielleicht so etwas drin steht.

natuerlich kannst du dich an den betriebsrat wenden und dich dort einfach mal erkundigen. die koennen dir vermutlich am besten auskunft geben. ich halte es aber fuer durchaus moeglich, dass du dich mit der zusaetzlichen arbeit arrangieren musst.

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Halte die nur an deinem Arbeitsvertrag. Sollte dein Chef deine Arbeitsbereiche ändern verlange einen neuen Arbeitsvertrag. So biste auf der sicheren Seite.

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Kommentar von user2145
25.01.2013, 11:24

Aber würde sie/er damit vielleicht bisher angesammelte Rechte verlieren, Kündigunsgfristen oder womögl. versucht der AG ein niedrigeres Gehalt durchzudrücken??

Oder Sonderzahlungen fallen weg etc.?

Da müsste sie/er sich vorher auch schlau machen.

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Ich würde mich mit dem Betriebsrat in Verbindung setzen und meine Aufgaben in gleichem Tempo bearbeiten wie bisher (falls es bisher angemessen war). Wenn dann Arbeit liegen bleibt ist das ein Hinweis dafür, dass der Personalabbau nicht sinnvoll ist und die Stelle neu besetzt werden muss. Wenn Du die (doppelte) Arbeit in nahezu gleicher Zeit schaffst, ist das eher ein Hinweis darauf, dass Du bisher nicht ausgelastet warst.

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Kommentar von PolyOrk
25.01.2013, 11:14

So läuft das leider nicht... Wir machen jetzt schon jeden Tag Überstunden, um unsere Sachen rechtzeitig fertig zu bekommen. Dh. ich kann die Sachen nciht einfach liegen lassen.

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Möglicherweise hat dein Arbeitgeber erkannt, dass du bisher arbeitsmäßig nicht ausgelastet warst.

LOL

Wenn arbeitsvertraglich deine Stellenbeschreibung festgeschrieben wurde, könntest du entsprechend die Übernahme der neuen nicht vereinbarten Tätigkeiten monieren.

Ansprechpartner sind Arbeitgeber oder in Vermittlerrolle der Betriebsrat.

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Na, deine Stellenbeschreibung hat sich ja nun geändert. Frage den Chef oder Abteilungsleiter wie er sich das vorstellt. Denn bislang hattest du deine Stunden mit deiner Arbeit. ggf. an den Betriebsrat wenden, wenn es den gibt. Der sollte dabei behilflich sein. Man kann nicht erwarten, dass du jetzt alles in gleicher STundenzahl machst.

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Du bist ja verspflichtet DEINE Arbeit in der Arbeitszeit zu bewältigen. Wenn das nicht möglich ist (Überstd.) immer wiederkehrend kannst selbstredend auf eine Lösung pochen. Ob sie dir eine Gehaltserhöhung geben oder die Stelle neu besetzen oder oder kannst du ja evtl. mitgestalten. Aber unbedingt den Mund aufmachen da sonst die Stelle gestrichen wurde und es ja vermeintlich läuft....

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Dass du garstig bist verstehe ich. Aber du hast das Glück, einen Betriebsrat an deiner Seite zu haben und eine Stellenbeschreibung!

Der Rest ist Verhandlungssache!

Überlege dir gut, ob du mehr Stunden arbeiten willst und kannst.

Sprich mit dem Betriebsrat, was deine Vorstellungen sind und berufe dich ggf. auf deine Stellenbeschreibung.

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Der Betriebsrat wäre im Falle des Falles z.B. eine Anlaufstelle, ja.

Rechtlich kannst du erst einmal nichts erwarten, aber ich rate dir, abzukühlen und dich dann mit den Entscheidern/Vorgesetzten sachlich zu unterhalten.

Hast du denn schon von offizieller Seite mitgeteilt bekommen, dass du die ganze Arbeit deiner Kollegin übernehmen sollst, oder ist das erst einmal eine Vermutung von dir?

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Kommentar von PolyOrk
25.01.2013, 11:09

Habe ich offiziell mitgeteilt bekommen.

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nicht aufregen handeln, hingehen und fragen

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wieviel Stunden arbeitest Du jetzt und wieviel kommt dazu?

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Kommentar von PolyOrk
25.01.2013, 11:12

Meine Kollegin hatte einen 40 Stunden Vertrag und machte täglich Überstunden. Ich habe einen 35 Stunden Vertrag und mache ebenfalls jeden Tag Überstunden, da ich jetzt schon mehr Tätigkeiten habe, als einmal vereinbart wurde.

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Falls ihr überhaupt einen Betriebsrat habt!

Vielleicht wurde der auch schon wegrationalisiert...

Also bei uns ist eine Anlaufstelle des Arbeitsgerichtes. Die haben da täglich kostenlose Beratungsstunden. Voll kompetent und geben gerne Auskunft.

Vielleicht hast sowas auch in deiner Gegend ?

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Kommentar von stelari
25.01.2013, 11:37

Wäre ganz was neues, wenn Gerichte eine Kostenlose Rechtsberatung anbieten dürfen und gleichzeitig einen Anwalt ausschließen weil er es unzulässiger Weise getan hat... ES KANN KEINE KOSTENLOSE RECHTSBERATUNG GEBEN WEIL DIES UNZULÄSSIG IST

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Typisch inzwischen. Große Saue... Betriebsrat. Rechtsanwalt. Kündigungsgefahr?

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Mußt du denn die zusätzliche Arbeit fristgemäß irgendwie/wo abliefern???Oder sollst du die in der Freizeit machen?Wie stellt sich dein AG das vor??

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Kommentar von PolyOrk
25.01.2013, 11:13

Ichhabe Arbeit die fristgerecht abgeliefert werden muss, aber nicht nur. Wenn ich mit der Zeit nicht hinkomme, mache ich Überstunden.

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