Kollegin schwärzt mich beim 'Chef an mit Dingen die nie vorgefallen sind. Was tun?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo Mark,

Offenbar ist Dein Chef konfliktscheu. Ansonsten hätte er Dich nach den Anwürfen der Kollegin über Dich längst zur Rede gestellt.

Das mit der Verteidigung ist so eine Sache. Sobald Deine Kollegin dem Vorgesetzten gesteckt hat, ein Fehler sei durch Dich (und nicht durch sie) verursacht worden, kannst Du dies nur durch einen exakten Gegenbeweis ausräumen. Eine einfache Verteidigungsrede vor dem Chef erweckt eher sein Misstrauen. Vermutlich hat er auch generell grosses Vertrauen zu der Kollegin als zu Dir, sonst würde er Dir gegenüber nicht so kurz angebunden reagieren.

Gegen das Zeugnis solltest Du Dich unbedingt zur Wehr setzen. Der Betriebsrat ist jedoch (noch) nicht die richtige Instanz. Zunächst solltest Du dem Zeugnis formal, schriftlich widersprechen und darum bitten, Dir die Zeugnisinhalte zu erklären. Diese Erklärung wird meist in mündlicher Form gegeben. Mache Dir während der Erklärung ein Protokoll und notiere alles, was Dein Chef Dir erzählt. Zu dem Zeitpunkt würde ich mich an Deiner Stelle noch nicht (!) verteidigen, sondern nur seine Kritikpunkte aufnehmen. Dieses Protokoll fast Du als Word-Dokument ab und schickst es ihm zur Durchsicht. Bitte in dem Schreiben um seine Bestätigung, dass dies die Gesprächsinhalte gewesen sind. Notfalls wird er hier noch mal Korrekturen vornehmen.

Damit hast Du ein Beweisstück in der Hand, was seine Kritikpunkte sind.

Jetzt musst Du die im Zeugnis getroffenen Beurteilungen wasserdicht widerlegen. Sofern die Zeugnissprache Standardklauseln verwendet (kann man im Internet ergoogeln), lässt sich leicht feststellen, welche Satzteile weggelassen wurden. - Und de Facto Kritikpunkte sind.

Beispiel: "Seine Ideen haben stets interessante Impulse gegeben." Da fehlt, dass diese Impulse auch zu umgesetzt wurden und zu Ergebnissen geführt haben. Du solltest auflisten, wann von Dir gegebene Impulse in der Firma umgesetzt wurden und bestenfalls, welche Ergebnisse dabei erziehlt wurden.


Das ist viel Arbeit. Es lohnt sich jedoch, hier besonders akribisch zu sein! Notfalls kannst Du diese Auflistung später vor Gericht benutzen.

Die Aufstellung Deiner Kritikpunkt sendest Du Deinem Chef zusammen mit konkreten Verbesserungsvorschlägen für Dein Zeugnis.


Wenn er darauf nicht reagiert, erinnerst Du ihn noch einmal nach einer Woche. Reagiert er dann immer noch oder lehnt die Aenderung ab, gehst Du zum Betriebsrat und lässt Dich dort über die nächsten Schritte beraten.

Da andere Dir schon gute Tipps gaben, spreche ich mal ganz was anderes an, das auch vorkommt und von manchen Kollegen, die kindische oder hinterhältige Spaßvögel sind, praktiziert wird, wenn sie merken, dass du z. Bsp. Angst um den Job hast oder vor schlechtgemacht zu werden; vor allem aber, wenn du besonders gut sein/gut dastehen willst und die anderen dies missverstehen, nämlich angebliche Lästereien einer anderen Kollegin sofort glauben und dich beschweren gehen besonders, wenn sie die Art und Weise des Chefs kennen, usw.:

Wenn du die Lügen irgendwo hörst, könnte es daher sein, dass du auf Lügen reinfällst (man dir Lügen auftischt) und dein Chef sich genervt fühlt, dass du dauernd kommst? Er kann da Aufmerksamkeit oder Lob heischen annehmen. Und eventuell beschwert sich die Beschuldigte beim Chef, dass sie sich durch deine Unterstellungen beeinträchtigt fühlt in der Arbeit, dass du sie mobbst.

Du musst alles einbeziehen, auch, dass dich die Angst vor dieser Mobberei (von wem immer sie kommt) zu viel beschäftigt und dir dadurch Fehler passieren; du nicht mehr die Leistung vollbringen kannst. Man wird vor lauter Acht geben und deshalb noch besser arbeiten zu wollen, nervös und das schlägt sich nicht nur in der Arbeitsweise sondern auch im Gesamteindruck nieder. Es ist dann auch so, dass man alles als Kritik nimmt, auch wenn es eigentlich ein Rat für einfacher zu arbeiten, usw. ist.

Leider schreibst du nicht welcher Arbeit du nachgehst und welche Lügen du hörst. Kolleginnen reden über andere und besonders neue Kolleginnen werden „ausgerichtet“ (je nach dem Charakter, der Wesensart der Kolleginnen, und das bedeutet nicht immer dass sie gemein reden), d. h. wie jemand die Arbeit macht, sich benimmt, sich kleidet, usw.. Wenn man sehr sensibel ist und unsicher, Bestätigung braucht, dann hat man seine liebe Not damit. Wenn man über eine Kollegin gar nichts spricht dann ist sie nicht existent, es ist über jemanden sprechen, irgendwie menschlich.

Ein „dickeres Fell“ zulegen und selbstsicherer sich zeigen, d. h. die eigene Leistung selbst bewerten lernen; und sich nicht zu sehr hervorheben; die Kollegin unschuldig fragen: „Hast du/haben Sie, das wirklich gesagt und wenn ja warum. Was mache ich denn falsch, usw.. Der Chef sagte ja, er wird schon was sagen, wenn‘s nicht passt. Und jetzt passt es nicht mehr. Was nicht passt ist die Frage, die man stellen soll, sonst kann man nichts korrigieren bzw. sich verbessern, was ändern.

Alles Gute und mögest du dich bald wohl fühlen in der Arbeit.

geh selbst zum Chef und sprich mit ihm. Bei der nächsten Anschwärzerei macht sie sich lächerlich!

Was möchtest Du wissen?