Kohlbergs "Heinz- Dilemma" Gibt es eine weibliche Moral und unterscheidet sie sich von der männl?

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7 Antworten

Hallo beemaya

mir ist diesbezüglich keine wissenschaftliche Studie bekannt aber in einfachen Sozialstudien sind mir keine signifikanten Unterschiede in der Moralvorstellung von Männer und Frauen erkennbar geworden. Unterscheiden läßt es sich dann aber Mehrheitlich in den aus der Moral ableiteten Handlungen. Nehmen wir ein sehr übles Beispiel. Jemand der nach der Moral den Tot verdient, würde von Frauen eher vergiftet werden. Männer würden da schon mal eher zur Vollstreckung selber Hand anlegen.

Bei dem Heinzdilemma ist das eigentliche Dilemma, daß es immer auf entweder oder anlegt. Der Mensch ist aber nicht nur auf die entweder-oder Möglichkeit ausgelegt, selbst wenn aus dem Entweder Oder kein Kompromiss gefunden werden kann, gibt es die Möglichkeit, einen dritten, komplett anderen Weg zu finden.

Ein Beispiel: Haie töten jedes Jahr 2 bis 3 Menschen weltweit. Darum gibt es viele Menschen die Haie jagen und töten. Genau so ist es bei Wölfen oder Tigern. Autos in Deutschland töten jedes Jahr ca. 3500 bis 5000 Menschen. Würde jetzt ein Politiker die Autos verbieten, würden auch viele Menschen arbeitslos werden, da sie keine Autos verkaufen aber es würden nicht jedes Jahr so viele unschuldige Menschen sterben. Was gäbe es für ein Geschrei, wenn Frau Merkel die Autos verbieten würde? Würde es heute noch keine Autos geben und noch sehr viel mehr Arbeitslose als heute und ich würde sagen: Hey Leute, ich habe eine Erfindung, mit der wir ab nächsten Jahres 2 Millionen weniger Arbeitslose haben. Jetzt würde alle Jubeln. Würde ich nun aber ergänzen und sagen, für diese Erfindung und die vielen Arbeitsplätze müßten aber jedes Jahr in Deutschland 3500 bis 5000 Menschen sterben... Meine Erfindung "Autos" würde nie erlaubt werden. Also wäre es Moralisch doch gegeben, nun Autos zu verbieten, auch wenn es mehr Arbeitslose gibt. Was zählt mehr? 3500 bis 5000 Menschenleben oder Arbeitsplätze?

So funktioniert in etwa das Heinz Dilemma. Frauen und Männer unterscheiden bei diesen Sachlagen durchschnittlich nicht moralisch anders. Mann könnte aber auch versuchen, einen dritten Weg zur Lösung des Problems zu finden. Erst da tuen sich die Unterschiede zwischen Mann und Frau auf.

Gruß Abahatchi

Das moralische Stufenmodell nach Kohlberg dafür herzunehmen, ist per se schon mal unlogisch, weil es ja, wenn es diesen Unterschied geben würde, von einem MANN entwickelt worden ist und somit einen voreingenommenen Standpunkt hat :D. Moralische Urteile zu beurteilen bedeutet immer, seinen eigenen moralischen Maßstab anzulegen und ihn meistens für besser zu halten als alle anderen. Objektive moralische Beurteilung ist also an sich unmöglich.

Davon abgesehen, hat eine Moralstudie von Marc Hauser (Harvard University) ergeben, dass grundsätzliche moralische Urteile von dem Großteil der Menschen das gleiche Ergebnis haben, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung, Kulturkreis, Religion, was ich sehr interessant finde.

Moral ist ja ein erlernter Bewertungskatalog. Dieser wird ja durch unsere Wahrnehmungen/Erfahrungen im Laufe des Lebens gebildet. Er wird selbstverständlich auch immer wieder durch neue Wahrnehmungen/Erfahrungen verändert, ist also ständig in Bewegung. Grundlegende Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Moral können also nur durch unterschiedliche Wahrmehmungen/Erfahrungen, die zumindest einen sehr großen Teil beider Geschlechter betrifft entstehen. In der Praxis ist es wohl so das die Unterschiede zwischen den einzelnen innerhalb eines Geschlechtes so groß sind, das Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht mehr feststellbar sind, obwohl es sie eigentlich geben müsste. Schwangerschaft, gebären etc. sind ja Wahrnehmungen/Erfahrungen, die das männliche Geschlecht nicht machen kann.

Problematisch ist auch deine Idee im Bezug auf die Geschlechterverhältnisse, wenn du sie nur in einen binären Geschlechtercode übersetzt. Jenseits davon ergeben sich dann weitere Fragen.

Wenn du männlich bzw. weiblich sagst, meinst du dann eine biologistische Konzeption (sex) oder einer die sich eher auf das soziale Geschlecht (Gender) bezieht? Oder was machst du, wenn du jenseits dieses Konstrukts stehst(beispielsweise J. Butler)? Hast du dann auch ein homo- oder transexuelle Moral?

Die einzige mir bekannte Moral der Frau! ist die der Scheinheiligkeit.

Frauen unterscheiden auch nach Recht und Unrecht, sie verkaufen es zwischenmenschlich nur besser.

Das Recht der Frau ist ihr bestreben nach Gleichstellung mit dem Mann (Emanzipation), dass Urecht des Mannes ist jedoch die Forderung nach Gleichberechtigung (Emanzipation), der Frauen hinsichtlich der Aufgaben.

Es sind die Starken, die die Mächtigen führen.

Wer aber ist das starke, wenn dass männliche Geschlecht das schwache ist?

BluePapillion 15.10.2012, 00:18

Immanuell Kant war ein philosophierender tunichtgut der Zeitlebens nie in der Situation war, in die er Heinz mit seinem Dilemma hineinversetzte.

Heinz war zu seiner Zeit ein weit verbreiteter Bürgerlicher Name.

Kant war ein durchtriebener Snobist, versteckt hinter dem Deckmantel des Philosophen.

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derdornimaug 15.10.2012, 00:39

starker tobak, Dein kommentar - pass' auf, daß Dir da nicht die frauenwelt eine über den schädel emanzipiert !

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Nein, Frauen sind nicht nicht die besseren Menschen. Sie sind nicht "karitativer" oder so etwas. Sie sind gleich. Weder schlechter noch besser als Männer. Kurzum: es sind alles Menschen.

Moral ist ungeschlechtlich. Was sich zwischen den Geschlechtern abspielt, hat nichts mit Moral zu tun. Wenn dort ein Zeigefinger wirkt, ist das nicht moralisch zu bewerten.

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