Kognition und Wahrnehmung

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Wahrnehmung = die mit den Sinnen vernommenen Reize. Nach Filterung durch z. B. die entwicklungsgeschichtlich älteste Hirnregion, das Stammhirn (alle vernommenen Reize werden hierdurch geleitet), folgt die Informationsverarbeitung, die auch eine Neugestaltung ist = Kognition.

auch wenn der beitrag schon alt ist, muss ich dich verbessern :D

kognition beschreibt nämlich ALLE psychsichen vorgänge, die für die Informationsgewinnung, -speicherung, -verarbeitung und für das weiterverwenden und abrufen von Informationen zuständig sind. (z.b. Wahrnehmung, Denken, Emotion, etc.)

Wahrnehmung ist lediglich der Prozess und das Ergebnis der Informationsgewinnung und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem Körperinneren.

Liest und juckt wahrscheinlich 6 Jahre später eh keinen mehr aber egal :D

LG tk

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In Philosophielexika kann zu den Begriffen nachgeschlagen werden.

Die Unterscheidung hängt davon ab, welche Bedeutung der Ausdruck „Kognition“ in einem Zusammenhang hat, weil es unterschiedliche Kognitionsbegriffe gibt.

Ein Ausgangspunkt kann die Wortherkunft sein. Lateinisch cognitio bedeutet „Kennenlernen“, „Erkennen“, „Kenntnis“.

Kognition kann in einer weiten Bedeutung ein Sammelbegriff für alle Prozesse/Vorgänge eigenständigen Aufnehmens und geistiger Verarbeitung sein. Wahrnehmung ist dann ein Teil davon (neben beispielsweise Erkennen, Denken, Vorstellen, Lernen und Erinnern).

In einem engen Sinn bezeichnet Kognition geregelte rationale Prozesse der begrifflichen Strukturierung von Sinnesdaten und Wissensaneignung.

Wahrnehmung ist unbegrifflich, auch wenn beim Erfassen der Dinge (die äußere Welt über Sinneswahrnehmung, das eigene Innere über das anschauliche Erleben des Subjekts) geistige Verarbeitung (als Verstandestätigkeit) eine Rolle spielt und sie nicht bloß passiv Sinneseindrücke aufnimmt.

Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Begründet von Friedrich Kirchner und Carl Michaelsen. Fortgesetzt von Johannes Hoffmeister. Vollständig neu herausgegeben von Arnim Regenbogen und Uwe Meyer. Hamburg : Meiner, 2005, S. 346 – 347 gibt zu Kognition an:

Sammelbegriff für geistige Alte der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, erkenntnisleitender Schemata und Begriffe durch Empfindung, Wahrnehmung, Denken, Vorstellen, Erinnern

S. 720 zu Wahrnehmung:

im ursprünglichen Sinn die Hinwendung der Beobachtung, Aufmerksamkeit auf etwas Wahrnehmung bezeichnet Bewußtwerdung, unmittelbare Erfahrung und Erfassung realer Gegenstände

Der Brockhaus Philosophie. Ideen, Denker und Begriffe. Brockhaus : Mannheim, 2004, S. 166 zu Kognition

Sammelbegriff für alle Prozesse und Strukturen, die mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen (Denken, Erinnerung, Vorstellung, Gedächtnis, Lernen, Planen und anderes)

S. 358 wird angegeben: Wahrnehmung bezeichnet den Modus der sinnlichen Anschauung.  

Kognition  heißt die Wahrnehmung  gedanklich zu verarbeiten.

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