Köttelkette bei Kaninchen?

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3 Antworten

Hallo Tierherz2011,

erst mal: keine Panik. Wenn die Kaninchen gerade viel haaren und entsprechend viele Haare verschlucken, müssen die ja wieder raus, da sind Köttelketten normal. Wichtig ist, dass man in dieser Zeit besonders darauf achtet, dass sich die Tiere viel bewegen können (Abtransport des Breis aus Futter und Haaren) und dass man auch durch das Futter den Abtransport unterstützt. Das macht man einerseits mit gut strukturierten Rohfasern, andererseits mit wasserreicher Nahrung. Zu den gut strukturierten Rohfasern: Die sind vor allem in frischem Grün, also Wiesengräser, Kräuter, Blätter von geeigneten Bäumen/Sträuchern, Blätter und Grün von geeigneten Gemüsepflanzen (Listen findest du bei der unten verlinkten Seite). Die Rohfasern schieben den Futter-Haar-Brei gut weiter in Richtung Ausgang. Wie große Äste in einem Fluss, die kleine Zweige, die im Fluss schwimmen, mit sich reißen. Funktioniert aber nicht mit z. B. Pellets, auch wenn die z. B. nur aus Kräutern bestehen, denn da sind die Rohfasern ja stark verkleinert worden und dann wieder zusammengepappt. Das wäre, als wenn du ein Pulver aus Ästen in einen Fluss kippen würdest. Zum zweiten Punkt, wasserreiches füttern (Stangensellerie, bittere Salatsorten (generell besser für das Bäuchlein als z. B. Eisbergsalat), Tomaten, Gurke etc): So ein zäher Brei aus Haaren und Futterbrei schiebt sich langsamer durch den Darm, als wenn da keine Haare drin wären. Und wenn der Brei länger im Darm bleibt, wird ihm Flüssigkeit entzogen. Dadurch ist der Brei nicht mehr so glitschig, er trocknet immer mehr aus und es entsteht die Gefahr einer Verstopfung. Merkt man als Halter daran, dass die Köttel härter werden. Und kleiner, denn es gibt dann Engpässe im Darm, wo sich der Brei kaum noch durchquetschen kann. Kleine, harte Köttel (ob in Köttelketten oder einzeln) sind ein Warnsignal, eine Verstopfung droht. Dann wird´s kritisch, dann kann man vorsichtshalber etwas geben, was den Darminhalt wieder flutschiger macht. Gut geeignet ist Maltpaste (Firma Gimborn), gibt´s zum Beispiel bei zooplus (de). Zur Not tut´s auch erst mal etwas Speiseöl, aber die Maltpaste ist effektiver.

Das sind alles Sachen, die den Weitertransport des Futter-Haar-Breis unterstützen. Was man sonst noch machen kann beim Fellwechsel: Dafür sorgen, dass möglichst wenig Haare überhaupt aufgenommen werden. Je na Fell der Kaninchen (kurz, lang …) hilft manchmal Bürsten, besonders bei Innenhaltung ist es auch einfach, Haare, die sich auf Teppichen und in Ecken gesammelt haben, in kurzen Abständen zu entfernen. Bei Gehegen mit PVC-Boden den Boden oft feucht wischen, beim Fegen würden die Haare ja nur aufgewirbelt.

Hier noch ein Link zu einer guten Infoseite, hier direkt zum Artikel über Fellwechsel, du findest auf der Seite aber z. B. auch Listen über geeignetes Futter etc.:

http://www.diebrain.de/k-haare.html

LG Ninken

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"Köttelketten entstehen durch die übermäßige Aufnahme von Fell. Das geschieht z.B. schnell und häufig während des Fellwechsels bei Kaninchen, da sie sich und ihre Partnertiere ausgiebig putzen (ablecken). Dabei gelangen Haare mit in den Verdauungstrakt der Kaninchen, sorgen dort für Köttelketten oder im Extremfall sogar für Haarballen, die zu lebensbedrohlichen Verstopfungen und Aufgasungen führen können.

Werden häufiger Köttelketten ausgeschieden, empfiehlt es sich darauf zu achten, dass die Kaninchen viel faserreiches Frischfutter (Laub und frische Zweige, Gras, Küchenkräuter, frische Wiese) aufnehmen. Diese unverdaulichen Fasern bilden eine mechanische Barriere zwischen den Haaren, verkleinern die Haardichte und verringern so das Risiko einer Verklumpung. Nur trockene Fasern (z.B. eine "Heudiät") eignen sich zu dem Zweck nicht, da das trockne Material einen Teil der Verdauungsflüssigkeit aufsaugt, wodurch der Speisebrei dicker wird. Das Kaninchen darf natürlich dennoch nach Belieben Heu fressen. Solange es genug trinkt und Saftfutter bekommt, hilft auch Heu gut beim Abtransport der Haare.

Zur Unterstützung kann man Maltpaste oder Lein-/Paraffinöl verabreichen. Man geht davon aus, dass das Öl den Verdauungsinhalt so einschmiert, dass die Reibung zwischen den einzelnen Haaren kleiner wird und die Haare weniger verklumpen und dadurch leichter ausgeschieden werden.

Maltpaste darf alle 2-3 Tage gegeben werden, Öle (auch Speiseöle) dürfen je nach Dosierung täglich gegeben werden. Bei beiden "Hilfsmitteln" gilt: nur so lange geben wie Beschwerden (Köttelketten) ausgeschieden werden und nicht vorbeugend einsetzten. Bei Ölen ist darauf zu achten, dass das Tier sich nicht daran verschluckt. Am besten ist in diesem Fall, das Öl auf das Futter zu geben, damit das Tier es auf diesem Wege aufnimmt.

Als Vorbeugemaßnahme empfiehlt es sich bei Kaninchen, die zu Köttelketten neigen, das Tier und ggf. seine Partner während des Fellwechsels regelmäßig zu bürsten und auch das Gehege wiederholt von den Haaren zu befreien. "

http://www.kaninchen-info.de/krankheiten/koettelketten.html

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Ist erstmal nicht schlimm wurde ja schon vorher gesagt du solltest aber aufpassen ob die Ninchen alle noch Kötteln in Zukunft und ob sich eins villt weniger bewegt als sonst.

Sonst könnte es sein das es zu viele Haare gefressen hat und das kann tödlich enden. Fühl ab und zu mal am Bauch ob du da was hartes kugeliges rundes fühlst, außerdem solltest du wenn es sich komisch verhält die Ohren überprüfen kalte Ohren weißen auf ein Kreislauf im Keller hin und der Kreislauf geht bei sowas im Keller.

Also aufpassen, wenn es so kommt kannst du es mit Kamillen/fencheltee oder alle Stunde mal ca. 2ml Ananassaft (regt Verdauung an) versuchen aber dann schnell zum Tierarzt. Der gibt dir Futter und Medizin die man denen dann einflösen muss ob sie wollen oder nicht.

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